- 09.04.2008, 12:56:12
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30 Jahre Wiener Frauenhäuser - 30 Jahre Schutz für Frauen
StRin Frauenberger: "Konsequent den Weg zum Schutz von Frauen vor Gewalt weitergehen"
Wien (OTS) - "Männliche Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter
und zeigt sich in körperlicher, sexueller und psychischer Form", so
Frauenstadträtin Sandra Frauenberger im Rahmen eines Pressegespräches
anlässlich "30 Jahre Verein Wiener Frauenhäuser".
Es sei wichtig, dass Thema Gewalt nicht als Privatsache zu
sehen, sondern als gesamtgesellschaftliches Problem. Leider wird das
Thema Gewalt gegen Frauen immer noch tabuisiert und das, obwohl es
tägliche Realität ist.
Frauen sollen sich in Wien angstfrei bewegen können
Vorrangiges Ziel von Stadträtin Frauenberger ist es, dass sich
Frauen in Wien angstfrei bewegen können und sicher fühlen. Das reicht
von der sozialen Sicherheit, also einem eigenständigen,
selbstbestimmten Leben, über das subjektive Sicherheitsgefühl bis hin
zu Gewaltprävention und Gewaltschutz. Ausreichende Versorgung von
Opferschutzeinrichtungen, rasche und unbürokratische Hilfe,
bestmögliche Unterstützung sowie der Schutz vor weiteren Gewaltakten
sind zentrale Aufgaben.
Mit vier Frauenhäusern erfüllt Wien nicht nur die Empfehlung des
Europäischen Parlaments, wonach pro 10.000 EinwohnerInnen ein
Krisenplatz bereit zu stellen ist, sondern stellt einen wichtigen
Beitrag für ein dichtes Gewaltschutznetz dar. Derzeit stehen 166
Plätze für Frauen und deren Kinder zur Verfügung. So genannte
Nachbetreuungswohnungen bieten Frauen und ihren Kindern, die nicht
mehr akut von Gewalt betroffen sind, eine vorübergehende Bleibe.
Wie wichtig die Frauenhäuser sind, zeigen die Zahlen: 2007
fanden 619 Frauen und 542 Kinder Zuflucht, 3.002 Notrufe gingen beim
Notruf ein. In der ambulanten Beratungsstelle fanden 6.392 Beratungen
statt, dazu 30.866 Aufenthaltstage von Frauen, 29.846 von Kindern. In
den Übergangswohnungen - die bis 2010 verdoppelt werden - konnten 71
Frauen und 73 Kinder eine Wohnmöglichkeit und weiterführende
psychosoziale Betreuung in Anspruch nehmen.
Frauenstadträtin Frauenberger: "Auch niedrige Einkommen
begünstigen die Gewaltspirale. Daher ist es wichtig, den Frauen dabei
zu helfen, in ein selbstbestimmtes, unabhängiges Leben zu finden.
Mittels einer Kooperation mit dem waff konnte man hier bereits gute
Erfolge erzielen", so die Stadträtin. Wenn man sich den hohen Anteil
an Migrantinnen in Wiens Frauenhäuser ansieht, so wird deutlich, dass
ein eigener Aufenthaltstitel inklusive sofortigem Arbeitsmarktzugang
für Migrantinnen eine unabdingbare Forderung zur Beendigung und
Prävention von Gewalt ist.
Ludwig-Faymann: "Die Absicherung der Wiener Frauenhäuser ist
gewährleistet"
1978 entstand das erste Frauenhaus Österreichs in Wien. Die
Absicherung des Budgets der Wiener Frauenhäuser durch einen
unbefristeten Vertrag mit der Stadt Wien ist gegeben.
Die räumliche Ausstattung der Frauenhäuser, hinsichtlich Wohnkomforts
hat sich verbessert und die Angebote des Vereins wurden vor allem in
den letzten 10 Jahren ausgeweitet. "Auch wurde viel in die Sicherheit
der Frauenhäuser investiert", so Martina Ludwig-Faymann, Vorsitzende
der Wiener Frauenhäuser.
30 Jahre Frauenhäuser bedeutet 30 Jahre Arbeit mit misshandelten
Frauen, aber auch mit von Gewalt betroffenen Kindern. Etwa die Hälfte
der Klientinnen in den Frauenhäusern sind Kinder. Kinder erleben die
Übergriffe gegen ihre Mütter mit und sind häufig selbst das Ziel von
Gewalttätigkeiten. In den Frauenhäusern gibt es für Kinder spezielle
Angebote und Hilfsmaßnahmen.
Andrea Brem: "Die Kosten für häusliche Gewalt sind hoch, die
Auswirkungen für die Opfer dramatisch"
Die furchtbaren Folgen von häuslicher Gewalt sind bekannt und
männliche Gewalt gegen Frauen ist als Menschenrechtsverletzung, aber
auch als gesundheitlicher Risikofaktor von Frauen anerkannt, erklärte
Andrea Brem, Geschäftsführerin des Vereins Wiener Frauenhäuser.
Tausenden Frauen und Kindern konnte in den Wiener Frauenhäusern
weitergeholfen werden. Durch das hartnäckige öffentliche
Sichtbarmachen von Gewalt gegen Frauen finden Opfer von Gewalt nun
vielfältige Unterstützungsangebote vor und eine auf Opferrechte
bedachte Gesetzgebung. Frauen sind besser informiert und trauen sich
eher, aus der Gewaltsituation auszubrechen.
rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/ma53/rkfoto/
(Schluss) ef
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz: www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/ Bakk. phil. Elvira Franta Mediensprecherin StR. Sandra Frauenberger Tel.: 4000/81 853 Handy: 0676/8118 81853 E-Mail: [email protected]
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