- 03.04.2008, 18:29:58
- /
- OTS0273 OTW0273
Gusenbauer: Europas Integration ohne den Balkan ist unvollkommen
Wien (OTS) - Deutlich sprach sich Bundeskanzler Alfred Gusenbauer
in seinem Grundsatzreferat anlässlich des gemeinsam vom ORF und Erste
Stiftung organisierten Symposiums "Return to Europe- Talking Balkans"
für eine europäische Perspektive aller Balkanstaaten aus. Der
Bundeskanzler wörtlich "Der Balkan ist ein wichtiger Bestandteil
Europas. Europas Integration ohne den Balkan ist daher unvollkommen."
Der Bundeskanzler plädierte in diesem Zusammenhang insbesondere für
einen raschen Abschluss der Beitrittsverhandlungen mit Kroatien.
Österreich werde, so der Gusenbauer, auch alle anderen Staaten bei
ihren Reformbemühungen und Modernisierungsprozess aktiv unterstützen.
Jene Staaten, die nicht unmittelbar der Union beitreten könnten,
müssten darüber hinaus stärker an die Union angebunden werden. Als
Möglichkeit zur Erreichung dieser näheren Bindung nannte der
Bundeskanzler die erleichterten Reisefreiheiten insbesondere für
Bürger Serbiens.
Die Notwendigkeit von Reformen in dieser Region sah der Bundeskanzler
als dringend an. Gusenbauer: "Das Vorurteil vom Balkan als eine
Region der Dunkelheit hat sich in der Realität überholt. Angekommen
sind diese Staaten aber längst noch nicht in einer Gesellschaft des
fröhlichen Konsumierens, wie sie sich zum Teil darstellen wollen.
Eine nüchterne Analyse zeigt die Defizite aber auch die radikalen
Fortschritte, die in den letzten Jahren erzielt werden konnten." So
weisen viele Staaten in der Region ein überdurchschnittlich hohes
Wirtschaftswachstum auf. Gleichzeitig wächst jedoch das Ausmaß der
sozialen Ungleichheit und Verarmung großer Bevölkerungsteile. Als
besonders problematisch bezeichnete der Bundeskanzler die Situation
der Bildungseinrichtungen. Deren Missstände verhinderten die Bildung
einer Wissensgesellschaft zu der sich Europa entwickle. Gusenbauer:
"Ohne Reformen auf dem Gebiet des Ausbildungswesens besteht die
Gefahr, dass die Balkanstaaten den Anschluss an die Zukunft
verpassen. Ein stabildes Europa braucht aber stabile Regionen. Daher
ist es unser Interesse, diesen Staaten verstärkt unsere Aufmeksamkeit
zu widmen und sie als Partner anzusehen."
Rückfragehinweis:
Bundeskanzleramt/Bundespressedienst
Tel. (01) 531 15 - 2241
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NBU






