• 03.04.2008, 18:04:23
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Wiener Zeitung: Andreas Unterbergers Tagebuch

Schwarz-weißes Afrika

Wien (OTS) - Wie auch immer die letzten Etappen seines Untergangs
ausschauen mögen: Robert Mugabe könnte selbst durch einen
zivilisierten Abgang nicht mehr gutmachen, was er seinem Land angetan
hat. Auch die ärgste Wahlmanipulation wäre ja eine Bagatelle gegen
die untilgbare Verantwortung für millionenfache Hungersnot, Verarmung
und Flucht.
Das Schicksal Simbabwes ist aber auch ein Menetekel für Südafrika.
Beide Länder hatten die größten weißen Minderheiten auf dem schwarzen
Kontinent, die sich mit sehr brutalen Methoden lange über das Ende
der Kolonialzeit hinaus an der Macht gehalten haben. Die aber auch
noch nach dem Ende ihrer Macht dafür gesorgt haben, dass die
Wirtschaft weit über die sonst auf dem Kontinent üblichen
Verhältnisse hinaus gedieh. Nachweislich auch zum Vorteil der
Schwarzen - auch wenn das die in der Berichterstattung über Afrika
besonders ein- und blauäugige Political Correctness krampfhaft
verschweigt. Denn diese kann es einfach nicht ertragen, dass die
Weißen irgendwo eine positive Rolle gespielt haben.

Die Abhängigkeit des Wohlstands von den Unternehmern europäischer
Abstammung hat sich gerade in Simbabwe besonders deutlich gezeigt:
Das Land blühte auch noch viele Jahre nach der Machtergreifung des
katholisch-kommunistisch geprägten Mugabe. Diese Blüte wurde jedoch
schlagartig beendet, als die weißen Farmer sehr unsanft enteignet
wurden. Das Motiv: Mugabes Parteigänger gierten nach dem Luxus und
dem Landbesitz der Farmer, nach deren schönen Häusern und Autos. Sie
waren aber nicht imstande, die angeeigneten Farmen zu führen und
dadurch das Land zu ernähren, geschweige denn jene fetten Devisen zu
erwirtschaften, welche die Weißen zuvor alljährlich für Simbabwe
erwirtschaftet hatten.
Wer auch immer künftig Simbabwe regiert: Kaum einer der Farmer wird
wohl zurückkommen. Doch auch in Südafrika ist den Weißen nun bange
geworden, dass die harmonischen (nur durch die Zunahme der
Kriminalität beeinträchtigten) Zeiten unter den ersten beiden
schwarzen Präsidenten zu Ende sein könnten. In der Regierungspartei
haben ja schon die Radikalen die Macht erobert . . .

Rückfragehinweis:
Wiener Zeitung
Sekretariat
Tel.: 01/206 99-478
mailto:[email protected]
www.wienerzeitung.at

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