- 03.04.2008, 12:25:42
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Finanzkrise und neue Wettbewerber aus Emerging Markets sorgen für Turbulenzen im weltweiten Bankensektor
Wien (OTS) - Marktkapitalisierung im Bankensektor wuchs 2007 nur
um 2,4 Prozent - Drei der vier größten Banken weltweit kommen aus
China - Allein in den vergangenen drei Monaten haben Banken 1,3
Billionen US-Dollar Börsenwert verloren
Die vom US-Hypothekenmarkt ausgehende Finanzkrise hat den
Bankensektor im Vorjahr weltweit schwer belastet. Einige Banken haben
die Krise jedoch besser überstanden als andere. Während
nordamerikanische und europäische Banken deutlich an Börsenwert
verloren, zählten Finanzinstitute in BRIC-Ländern zu den Gewinnern:
Gemessen an der Marktkapitalisierung, stammen mittlerweile drei der
vier größten Banken der Welt aus China. Zu diesen Ergebnissen kommt
die Boston Consulting Group in ihrer Studie Managing Shareholder
Value in Turbulent Times. Darin analysiert BCG die Wertschaffung im
Bankensektor anhand einer Stichprobe von Banken, die gemeinsam mehr
als drei Viertel der gesamten Marktkapitalisierung ausmachen.
Im Jahr 2007 sank die durchschnittliche Aktienrendite (Total
Shareholder Return [TSR]) - also die Summe aus Kurssteigerungen und
Dividenden - im weltweiten Bankensektor gegenüber dem Vorjahr von
26,1 auf 1,7 Prozent. Damit lag die Renditeentwicklung im
Bankensektor, der jahrelang überdurchschnittlich erfolgreich war,
deutlich unter der Durchschnittsperformance aller Branchen von 15,2
Prozent. Die Marktkapitalisierung des Bankensektors stieg 2007 um
lediglich 2,4 Prozent von 8,1 auf 8,3 Billionen US-Dollar; im Jahr
2006 betrug das Wachstum noch 31 Prozent. Zudem haben sich heuer
zwischen Anfang Jänner und Mitte März die Aktienrenditen im
Bankensektor nochmals deutlich verschlechtert: Innerhalb von nicht
einmal drei Monaten sank die Marktkapitalisierung um 15,3 Prozent von
8,3 Billionen auf 7,0 Billionen US-Dollar.
Zwei sehr unterschiedliche Jahreshälften
Die BCG-Studie belegt eine sehr unterschiedliche Marktentwicklung
im ersten und zweiten Halbjahr 2007. In der ersten Jahreshälfte 2007
stieg die Marktkapitalisierung im Bankensektor um 5,7 Prozent,
während die Banken im zweiten Halbjahr, als die Krise sich immer
weiter ausbreitete, 269 Milliarden US-Dollar an Marktwert einbüßten.
"Bei Betrachtung der Regionen, haben nordamerikanische und
westeuropäische Banken im Vorjahr zusammen 695 Milliarden US-Dollar
an Wert verloren - mehr als das Doppelte des gesamten BIP
Österreichs", so Christian Krammer, BCG-Partner und Geschäftsführer.
Boomender Bankensektor in den Emerging Markets
Die Performance der zehn größten entwickelten Märkte unterschied
sich deutlich vom Rest der Bankenwelt. Der TSR von Banken in
Nordamerika, Europa, Australien und Japan fiel auf einen
Durchschnittswert von -13 Prozent, während der durchschnittliche TSR
in den übrigen Märkten bei 27 Prozent lag. Insbesondere Banken aus
Emerging Markets blieben von den Turbulenzen an den Finanzmärkten
weitgehend unbehelligt und stellten ein Gegengewicht zur schwachen
Performance westlicher und japanischer Banken dar. "Selbst für
Emerging Markets war das Wachstum des Bankensektors in den
BRIC-Ländern enorm", betont Krammer. "Die hohen Bankerträge sind
nicht nur auf starkes Wirtschaftswachstum zurückzuführen, sondern
auch auf das Entstehen einer Mittelschicht, die häufig erstmals
Finanzdienstleistungen nutzt."
US-Banken verlieren Spitzenplätze, UniCredit auf Platz 9
Durch die regionalen Unterschiede in der Renditeentwicklung wurde
das Ranking der weltweit größten Banken neu geordnet. Drei der vier
nach ihrer Marktkapitalisierung größten Banken kommen aus China - die
ICBC, die China Construction Bank und die Bank of China. Dagegen
haben die drei größten US-Banken, die das Ranking in den vergangenen
Jahren dominierten, Plätze eingebüßt. Vier der sieben Neuzugänge in
der Liste der 30 größten Banken kommen aus BRIC-Ländern. Die
UniCredit, Mutter der Bank Austria, verbesserte sich im
internationalen Vergleich von Platz 15 auf Platz 9. In Europa ist sie
die drittgrößte Bankengruppe.
Wertschaffung als Herzstück der Strategie
In einem von Unsicherheit und starkem Wettbewerb geprägten Umfeld
müssen Banken die Wertschaffung ins Zentrum ihrer
Unternehmensstrategie stellen, fordert die BCG-Studie. "Banken
können ihren Börsenwert stärker selbst beeinflussen, wenn sie
Finanz-, Investoren- und Geschäftsstrategie eng miteinander verbinden
und sich voll auf ein definiertes Renditeziel konzentrieren", meint
Krammer. "In vielen Fällen wird die Aktienrendite noch immer als
Ergebnis, nicht aber als Ausgangspunkt der Geschäftsstrategie
gesehen."
Über The Boston Consulting Group
The Boston Consulting Group (BCG) ist eine internationale
Managementberatung und weltweit führend auf dem Gebiet der
Unternehmensstrategie. BCG unterstützt Unternehmen aus allen Branchen
und Regionen dabei, Wachstumschancen zu nutzen und ihr
Geschäftsmodell an neue Gegebenheiten anzupassen. In
partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Kunden entwickelt BCG
individuelle Lösungen. Gemeinsames Ziel ist es, nachhaltige
Wettbewerbsvorteile zu schaffen, die Leistungsfähigkeit des
Unternehmens zu steigern und das Geschäftsergebnis dauerhaft zu
verbessern. BCG wurde 1963 von Bruce D. Henderson gegründet und ist
heute an 66 Standorten in 38 Ländern vertreten. Das Unternehmen
befindet sich im alleinigen Besitz seiner Geschäftsführer. In
Deutschland und Österreich erwirtschaftete BCG im Jahr 2007 mit 767
Beraterinnen und Beratern einen Umsatz von 361,5 Millionen Euro.
Rückfragehinweis:
Katharina Sacken Marketing Manager THE BOSTON CONSULTING GROUP Am Hof 8, 1010 Vienna Tel. +43 1 53756 8163 Mobile +43 676 5797311 mailto:[email protected]
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