Wien (PWK235) - Die Wirtschaft steht aus voller Überzeugung hinter
Maßnahmen zur Förderung der besseren Vereinbarkeit von Familie und
Beruf - auch unter Einbeziehung der Väter. Sie stemmt sich aber
zugleich vehement gegen die Einführung eines teuren Papamonats.
Die Wirtschaft fördert eine bessere Vereinbarkeit von Familie und
Beruf auf vielfältige Weise und hat auch die Neuausrichtung des
Kinderbetreuungsgeldes mit mehreren Wahlmöglichkeiten mitgetragen.
Das höhere Kinderbetreuungsgeld bei kurzer Bezugsdauer macht die
Kinderbetreuung vor allem für Väter attraktiver. Die Väterkarenz ist
bereits im Steigen.
"Wir lehnen daher in den Bezug auf den Papamonat jede zusätzliche
Belastung der Betriebe, etwa bei Lohnnebenkosten oder Betriebsablauf,
ab", sagt Anna Maria Hochhauser, Generalsekretärin der
Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Die von Staatsekretärin Christine
Marek ins Spiel gebrachte Idee, Vätern einen Rechtanspruch auf
Urlaubsantritt bei der Geburt eines Kindes einzuräumen, sei ein
"diskussionswürdiger Vorschlag, der auch berufstätigen Vätern die
Möglichkeit bietet, sich um ihre Familie zu kümmern."
"Was eine weiter gehende Väterbeteiligung betrifft, ist es
jedenfalls vernünftig, von den vielfältigen schon bestehenden
Urlaubs- und Freistellungsmöglichkeiten auszugehen, anstatt ständig
neue, unfinanzierbare Ansprüche wie den Papamonat zu finden", so
Hochhauser und verweist darauf, dass der
Familienlastenausgleichsfonds, der den Papamonat finanzieren soll und
großteils von den Unternehmen finanziert wird, bereits ein Defizit
von über zwei Milliarden Euro verzeichnet.
Hochhauser setzt auf Konsenslösungen von Sozialpartnern und
Regierung. "Gegen ein permanentes Aufstocken von Ansprüchen zulasten
der Wirtschaft werden wir uns aber wehren." (SR)
Rückfragehinweis:
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Wirtschaftskammer Österreich,
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
Dr. Rolf GLEISSNER
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OTS0195 2008-04-01/12:38
011238 Apr 08
PWK0004 0287