• 31.03.2008, 10:24:36
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Das Fußballstadion zwischen Erdwall und Mega-Event

"University Meets Public"(UMP)- Vorträge in Volkshochschulen mit Schwerpunkt Fußball

Wien (OTS) - Ist ein Fußballstadion "nur" ein Instrument der
Stadtentwicklung? Welche stadt- und verkehrsplanerischen Bedeutungen
kommen einem Wiener Stadion zu? Diesen und ähnlichen Fragen widmet
sich Univ.Ass. DI. Dr. Paul C. Pfaffenbichler von der Technischen
Universität Wien. Er ist aber nicht nur Experte für Verkehrsplanung.
Pfaffenbichler ist auch begeisterter Experte in Sachen Fußball. So
ist es für den Kenner des runden Leders ein Leichtes die
"Wissenschaft aus dem Elfenbeinturm zu holen."

Stadion ist nicht gleich Stadion

Grundsätzlich kann schon ein "primitiver" Fußballplatz mit
seitlich aufgeschütteten Erdwallen ein Stadion sein, erläutert
Pfaffenbichler. Die Entwicklung aber geht hin zu "High-Tech Stadien
mit Einkaufszentren, Fanshops und Restaurants. Der Experte nennt
diese Phase etwas abschätzig "Disneyfizierung". Vorbild dabei ist das
nordamerikanische "Mega-Event". Er selbst hingegen ist ein Anhänger
des puristischen Stils im englischen Sinne. Das heißt, keine Laufbahn
trennt die Fans vom Geschehen und kein unnötiger Firlefanz lenkt vom
sportlichen Geschehen ab. Ihm sei dabei aber bewusst, so
Pfaffenbichler dass diese Ansicht eher die sportlichen, als die
geschäftlichen Interessen stärke. Aber nicht nur diese Fragen
beschäftigen den eingefleischten Wiener Sportclub-Fan. Für ihn ist
ein Fußballstadion auch eines der wichtigsten Instrumente der
Stadtplanung.

Mit der Bim zum Stadion

Für die Errichtung eines Stadions sind mehrere Faktoren wichtig:
die Erreichbarkeit, das Zuseherpotential und natürlich ausreichend
Platz. Bereits beim Stadionbau um 1900 wurde auf die Anbindung mit
öffentlichen Verkehrsmitteln geachtet. Bereits 1866 fuhr eine
Pferdetramway der Wiener Tramway-Gesellschaft (WT) in der Hernalser
Hauptstraße und erreichte dabei auch den Standort des späteren
Sportclub-Platzes. Ab Sommer 1901 wurde die "Pferde-Bim" durch die
elektrische Tramway der Bau- und Betriebsgesellschaft für städtische
Straßenbahnen in Wien (BBG) ersetzt. Zum Rapidplatz auf der
Pfarrwiese konnten die "Grün-Weißen" ab 1903 mit der elektrische
Tramway der Neuen Wiener Tramway-Gesellschat (NWT) pilgern. Auch
heute reisen 90 Prozent der Wienerinnen und Wiener mit einem
öffentlichem Verkehrsmittel zu den Spielstätten an. Aber was wäre ein
Spiel ohne Zuseher? Daher wurden auch bereits in den 20er Jahren des
vorigen Jahrhunderts Fußballplätze in die Nähe von Gemeindebauten
errichtet. Wie etwa in Favouriten. Der potentielle Fan sollte es
nicht weit haben, da die meisten zu Fuß oder im besten Falle per Rad
unterwegs waren. Auch heute gibt es verschiedene Ansichten wo ein
Stadion zu stehen hat. Manche sehen die Zukunft in der Nähe von
Bürokomplexen, andere hingegen an der Peripherie.

Der große Boom des europäischen Stadionbaus endete in den 1930er
Jahren und entwickelte sich erst in den 1970er Jahren weiter. Heute
gibt es in Wien noch 13 bestehende Stadien und Fußballplätze. Als
Stadien im engeren Sinn sieht der Experte aber nur fünf davon: Ernst
Happel-Stadion, Hanappi-Stadion, Franz Horr-Stadion, Hohe Warte und
Sportclub-Platz. Letzterer aus dem Jahre 1904 ist der älteste noch
bespielte in Wien und zählt natürlich zu Pfaffenbichlers persönlichen
Favoriten.

Daten zu Pfaffenbichler: Fußball und Boxen

Pfaffenbichler wurde 1963 in Steyr geboren. Er studierte an der
technischen Universität Maschinenbau und technische Wissenschaften.
Seit 2000 ist er Universitätsassistent für Verkehrsplanung und
Verkehrstechnik. Er war Gastprofessor an der "ETSI Universidad
Politécnica de Madrid" in Spanien. Pfaffenbichler ist stolzes
Mitglied im Wiener Sportklub und im FC St. Pauli. Darüber hinaus ist
der Sportbegeisterte Ringrichter des Landesverbandes Wien des
Österreichischen Amateurboxverbandes. Auf die Frage wie er die
Europameisterschaft verfolgen wird, lächelt der volksnahe
Wissenschafter: "Höchstwahrscheinlich in einem Beisl mit einem Bier."

UMP-Vorträge

Die Vorträge "Städte und ihre Fußballstadien" anlässlich der
EURO 2008 von Univ. Ass. DI. Dr. Paul C. Pfaffenbichler im Rahmen der
Volkshochschulreihe "University meets public" finden am 7. April 2008
von 18.30 bis 20.00 Uhr in der Volkshochschule Penzing und am 14.
April von 19.00 bis 20.30 Uhr im Volksbildungshaus Urania statt. Der
Eintritt beträgt jeweils 5 Euro.

o Weitere Informationen unter: 
  Mag. Michaela Pedarnig       
  Die Wiener Volkshochschulen  
  Pressereferentin             
  Tel.: 0664/841 5394          
  [email protected]

rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/ma53/rkfoto/

(Schluss) cwk

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Werner C. Kaizar
Tel.: 4000/81087
E-Mail: [email protected]

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