• 28.03.2008, 11:54:35
  • /
  • OTS0157 OTW0157

Neuer Trend zu regionalen Online-Diensten - Wien wird dreidimensional

Bundeshauptstadt zur EURO 2008 in 3D-Ansicht abrufbar - Plattform für ortsbezogene Angebote entsteht - Werbung am Handy soll mobile Anwendungen antreiben

Bei der APA-E-Business-Community diskutierten Experten über regionale Online-Dienste und mobile Lösungen (v.l.n.r.): Alexander Szlezak (Gentics), Rainer Friedl (diamond:dogs), Josef Kauer (Microsoft Deutschland), Sanja Boltek (Kapsch CarrierCom), Thomas Hinterleithner (Gavitec), Peter Hofbauer (DIMOCO) und Martin Schevaracz (APA-IT).

Wien (OTS) - Nachdem der vor einigen Jahren lancierte Hype um
ortsbezogene Anwendungen abgeklungen ist, dürften mit geografischen
Informationen verknüpfte Dienste laut Experten nun endgültig vor dem
Durchbruch stehen. Einen Hinweis darauf liefert Microsoft mit seinem
Online-Kartendienst Virtual Earth: "Rechtzeitig zur EURO 2008 starten
wir mit einer 3D-Ansicht von Wien", erklärte Microsoft-Manager Josef
Kauer gestern, Donnerstagabend, bei einer Podiumsdiskussion der
APA-E-Business-Community.

Wien werde als erste Stadt Zentraleuropas dreidimensional
dargestellt, weil Österreich seit der im Jahr 2006 durchgeführten
Übernahme des Grazer Kartografie-Unternehmens Vexcel eine besondere
Rolle im Konzern spiele, so Kauer. Nicht ganz ungelegen dürfte
Microsoft aber auch die bevorstehende Fußball-Europameisterschaft
kommen. "Wir stehen kurz vor dem Sprung von einer 2D- zur 3D-Welt.
Dadurch entsteht eine Plattform für ortsbezogene Dienste und
Angebote", gab sich der Manager überzeugt. Abgezielt wird dabei
offensichtlich auf den boomenden, aber umkämpften Markt für
Online-Werbung. "Wir haben zum Glück einen starken Mitbewerber, der
uns auf Trab hält", sagte Kauer.

Microsoft habe inzwischen viel Geld in Luftbilder und
Satellitenaufnahmen investiert, sei aber auch am Boden mit Fahrzeugen
unterwegs. Im Gegensatz zum Internetriesen Google, der sich mit
Klagen konfrontiert sah, weil Menschen auf den Bildern erkennbar
waren, setze Microsoft auf Persönlichkeitsschutz. Dazu würden die
virtuellen Welten anonymisiert und Personen automatisch ausgeblendet.
In Virtual Earth - dem Pendant zu Google Earth - gebe es bereits vom
Flugzeug aus schräg aufgenommene Fotos. Die beispielsweise für
Innsbruck, Klagenfurt oder Linz verfügbaren Aufnahmen seien aber erst
eine Vorstufe zur tatsächlichen 3D-Darstellung. "Digitale Abbilder
unserer Welt werden unsere Vorstellung vom Suchen und Finden im Web
stark verändern", so Kauer.

Die Voraussetzungen für eine höhere Akzeptanz durch die Nutzer und
Möglichkeiten zur Positionsbestimmung seien durch mobiles Internet,
GPS-fähige Handys und Kartenmaterial bereits ausreichend vorhanden,
erklärte Alexander Szlezak von Gentics Software. Nun gelte es, die
Komplexität der Infoangebote aus dem Internet zu reduzieren, um sie
auf Handys, Navis, Laptops und PDAs zu bringen. Dadurch würden
interessante Dienste wie ortsbezogenes Suchen, das Auffinden von
Freunden oder Kulturführungen möglich.

"Der große Treiber dieser Entwicklung ist Werbung. Und die
Industrie ist groß genug, um das Thema zu pushen", erklärte Peter
Hofbauer vom Spezialisten für mobile Lösungen Dimoco. Allerdings
müsse man noch Überzeugungsarbeit leisten. Der kritische Faktor dabei
seien personalisierte Angebote, um die Nutzer nicht zu langweilen.
"Werbung am Handy, die nicht zielgerichtet ist, wird abgelehnt, weil
hier kein Platz für unspezifische Information ist", so Hofbauer.

In Deutschland werde mobile Werbung derzeit noch so breit gestreut
wie in den Anfangszeiten der Onlinewerbung, kritisierte Rainer Friedl
vom Consulter diamond:dogs. Die Infrastruktur für regionale Dienste
sei aber inzwischen kein Thema mehr. Jetzt müssten
benutzerfreundlichere Angebote und vernünftige Geschäftsmodelle
entwickelt werden. Als positives Beispiel nannte Friedl die
Schnittstellen von Google und Microsoft, die von den Programmierern
inzwischen eifrig genutzt würden.

Es habe in der Vergangenheit aber auch einige Anwendungen gegeben,
"die nicht abgehoben haben", relativierte Sanja Boltek von Kapsch.
Andere seien aus Datenschutzgründen erst gar nicht realisiert worden.
"Jetzt veröffentlichen viele Internetnutzer sehr persönliche
Informationen auf Facebook, MySpace oder YouTube", so Boltek. Heuer
gehe der Trend dazu, das sogenannte Web 2.0 sowie soziale Anwendungen
mobil zu machen und mit geografischen Informationen zu verknüpfen.
Das Motto laute: Menschen und Inhalte mit Orten und Events zu
verbinden.

"Die Pläne, Content zu regionalisieren, haben praktisch alle
Medien in der Schublade. Allerdings ist Geocodierung aufwendig",
ergänzte Martin Schevaracz von APA-IT. Zeitungen könnten aber durch
eine professionelle Lösung ihre Inhalte am Handy anbieten und damit
am Werbekuchen mitnaschen. Prädestiniert dafür wären beispielsweise
Kleinanzeigen oder Immobilienangebote, bei denen man die gewünschte
Wohngegend definiert und dementsprechende Angebote erhält. "Da wird
sich einiges tun, weil hier Geld verdient wird", sagte Schevaracz.

Eine weitere Möglichkeit, durch die Verknüpfung von realen
Objekten mit der virtuellen Welt zu profitieren seien Bar-Codes, die
einen mobilen Internet-Link beinhalten, meinte Thomas Hinterleithner
von Gavitec. Wird ein entsprechender Code an einem Restaurant
angebracht, können potenzielle Gäste, die mit einem Kamerahandy ein
Foto davon machen, Bewertungen und Informationen über das Lokal
abrufen. "Die Software dafür wird in zwei bis drei Jahren auf jedem
Mobiltelefon vorinstalliert sein", so Hinterleithner.

Die Partner-Unternehmen der E-Business-Community sind:

- ANECON Software Design und Beratung GmbH www.anecon.com
- Capgemini Consulting Österreich AG www.at.capgemini.com
- diamond:dogs webconsulting GmbH www.diamonddogs.cc
- DIMOCO Direct Mobile Communications GmbH www.dimoco.at
- Dialog Marketing Verband Österreich www.dmvoe.at
- economyaustria www.economyaustria.at
- Gentics Software GmbH www.gentics.com
- Hewlett Packard www.hp.com/at
- IT Solution GmbH www.itsolution.at
- Kapsch CarrierCom AG www.kapsch.net
- Microsoft Österreich www.microsoft.com/austria
- NAVAX Consulting AG www.navax.at
- NextiraOne www.nextiraone.at
- SER Solutions Österreich GmbH www.ser.at
- Telekom Austria www.telekom.at
- Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at
- APA-MultiMedia http://multimedia.apa.at

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at .

Rückfragehinweis:
E-Business-Community
Barbara Rauchwarter
Tel.: +43/1/360 60-5700
mailto:[email protected]
Web: http://ebc.apa.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MMM

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel