- 27.03.2008, 17:55:54
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DER STANDARD-KOMMENTAR "Ticket zum Umsteigen" von Johanna Ruzicka
Ausgabe vom 28.3.2008
Wien (OTS) - Es gibt viele Gründe, warum der öffentliche
Nahverkehr in Österreich ausgebaut gehört. Und der Autofahrer, der
täglich im Stau auf der Südosttangente steht, weiß davon ein Lied zu
singen. Er würde auch umsteigen, der Autofahrer, wäre das Angebot an
Bahn und Bus moderner, serviceorientiert, schnell und böte ein
dichtes Netz.
Das weiß auch die Politik, die in vielen Reden den Ausbau beschwört
und dafür regelmäßig Gelder in Aussicht stellt. Passiert ist aber
nichts. Im Gegenteil, das Nahverkehrsangebot wurde ausgedünnt.
Ablesbar ist dies an den jährlich erscheinenden Umweltberichten, die
die CO2-Belastung aus dem Verkehr regelmäßig als die am stärksten
wachsende Treibhausgas-Gruppe kritisiert.
Also muss der Klima- und Energiefonds her, der nun ein
"Österreich-Ticket" sponsern wird. Dieser Fonds könnte im Bereich
"Mobilität" zwar auch etwas anderes fördern als Umsteigetickets für
pendelnde Autofahrer: Unternehmen und Forschungseinrichtungen etwa,
die im Bereich Verkehr und Mobilität etwas weiter in die Zukunft
blicken als vom Bahnsteig zur Bushaltestelle und wieder zurück.
Aber der gelernte Österreicher ist zufrieden. Mit der Maßnahme kann
vielleicht der ausufernde Individualverkehr etwas eingebremst werden
- das tut der Treibhausgas-Bilanz gut und schont damit in weiterer
Folge auch das Budget, werden doch bei weiterer Nichteinhaltung der
CO2-Sparziele saftige Strafen fällig.
Der Klimafonds, mit 500 Millionen Euro dotiert, springt also in die
Bresche, wo die österreichische Verkehrspolitik auslässt. Er setzt
mit der Förderung des "Österreich-Tickets" dort ein kleines Zeichen,
wo die Politik ein großes setzen sollte.
Rückfragehinweis:
Der Standard
Tel.: (01) 531 70/445
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