• 07.03.2008, 09:05:45
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ÖH-Medizin: Klares NEIN zu geplanter Danube Private University in Krems

Geplante Einführung eines privaten Studienganges für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde unsozial und qualitativ bedenklich

Wien (OTS) - "Während an unserer Universität eine
Mindeststudiendauer aufgrund von Wartelisten nicht möglich ist, baut
man an anderer Stelle eine Privatuniversität, wo sich Besserverdiener
eine schnelle Ausbildung praktisch erkaufen", kritisiert Johannes
Forster, Vorsitzender der Studienvertretung für Zahnmedizin an der
Medizinischen Universität Wien, die Pläne, in Krems/Donau eine
Privatuniversität für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde zu errichten,
scharf.

Da der geplante Studiengang nur fünf Jahre dauern soll und den
AbsolventInnen darüber hinaus auch noch ein Master verliehen wird,
kann hier von einer Halbierung der Ausbildungsdauer für Reiche
gesprochen werden. "Ich halte es sozial für nicht vertretbar, dass
man sich hier für viel Geld (ca. 120.000 Euro) eine kurze
Ausbildungsdauer erkaufen kann und sich noch dazu eine
Aufnahmsprüfung, wie sie an den staatlichen MedUnis stattfindet,
erspart", so der StV-Vorsitzende weiter.

Außerdem sei die äußerst niedrige Qualität der geplanten
Ausbildung in Krems kritisch zu hinterfragen, würden doch von 37
gemäß den EU-Richtlinien rechtlich erforderlichen Unterrichtsfächern
11 zur Gänze fehlen.

Julia Straub, Vorsitzende der Universitätsvertretung an der MUW,
ist der gleichen Meinung: "Ich bin verwundert, dass wir
beispielsweise seit Jahren vergeblich beim Land NÖ um eine
Fahrkostenunterstützung ins Lehrkrankenhaus Tulln ansuchen
(Größenordnung einige Tausend Euro pro Jahr), auf der anderen Seite
aber offenbar Millionen aus öffentlichen Geldern für eine
Bildungseinrichtung zur Verfügung stehen, die sich nur sehr wenige
leisten können."

"Auch das Gesundheitsministerium und die Zahnärztekammer für NÖ
haben sich bereits negativ diesem Projekt gegenüber geäußert und auf
EU-Widrigkeiten hingewiesen - wir stehen mit unserer Kritik also
nicht alleine da", so Straub weiter.

"Wir lehnen die Einführung dieses privaten Studienganges wegen
Verletzung von EU-Recht, großer Bedenken hinsichtlich der
Ausbildungsqualität und der Befürchtung einer Verschlechterung des
derzeit guten internationalen Rufes der zahnärztlichen Ausbildung in
Österreich ausdrücklich ab. Angesichts dieser vielen Kritikpunkte
fordern wir das Wissenschaftsministerium auf, dieses Projekt zu
verhindern", so Forster abschließend.

Rückfragehinweis:
HochschülerInnenschaft an der MedUni Wien
Johannes Forster, Vorsitzender der StV Zahnmedizin
Tel.: 0664/43 59 49 6
mailto:johannes.forster/uv-medizin.at

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