• 28.02.2008, 15:08:20
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BioVersität 2008: "Vielfalt" wird agrarpolitisches Thema der Zukunft

Mit einem Österreich-Rekord von rund 2.000 ZuhörerInnen und neuen agrarpolitischen Erkenntnissen endete diese Woche die BIO AUSTRIA BioVersität 2008

Wien (OTS) - Die BioVersität 2008, Zukunftswerkstatt und
Bildungsoffensive für den ländlichen Raum von BIO AUSTRIA, endete am
25. Februar mit einem neuen Rekord: Rund 2.000 ZuhörerInnen nahmen an
der Schlussvorlesung von Ao.Univ.Prof. DI Dr. Christian Vogl
(Institut für ökologischen Landbau der Universität für Bodenkultur)
teil, die live per Internet vom Kommunikationszentrum-KB5 in
Kirchbach (Stmk.) an über 30 Außenstellen in Österreich, Deutschland
und der Schweiz übertragen wurde.

Unter dem programmatischen Titel "Die Rückkehr der Vielfalt: Warum
unseren alten Gemüsesorten und Tierrassen die Zukunft gehört" setzte
sich Ao.Univ.-Prof. Vogl mit der Zukunft des Essens auseinander.

Ao. Univ.-Prof. Vogl: "Vielfalt der Marken statt Vielfalt der Sorten"

Die Vielfalt auf den "globalen Tellern" ist enorm, könnte man
meinen. Doch wie so oft trügt auch diesbezüglich der Schein: Längst
ist der bunte Mix aus aller Welt ein Einheitsbrei. Und wenn das
Angebot einzelne auch überfordern mag, nimmt die Vielfalt weltweit
ab.

"Es ist vor allem eine Vielfalt der Marken, der Verpackungen und
der Werbeslogans. Doch die regionale Vielfalt schwindet und damit
auch die globale" - so Univ.-Prof. Christian Vogl.

Vielfalt des Essens nimmt dramatisch ab

- weltweit sind mehr als 4.800 Kulturpflanzenarten bekannt 
 - knapp über 100 machen ca. 90% der weltweiten Nahrungsmittelernte 
   aus 
 - 30 Arten liefern 95% der Energie (Kalorien) und Proteine 
 - Reis, Weizen und Mais machen 60% der Kalorien- und 56% der 
   Proteinlieferanten aus 
 - seit der Entdeckung Amerikas gingen geschätzte 75% derdortigen 
   Kulturpflanzenarten verloren 
 - USA: 95% der Kohlsorten, 91% der Maissorten, 94% der Erbsensorten 
   und 81% der Tomatensorten verschwanden in den letzten 100 Jahren
 - Indien: 30.000 Reissorten wurden bis in die 1950er Jahre 
   angebaut - heute 50  
 - Deutschland: Verlust von über 90% der Sorten in den letzten 100 
   Jahren 
 - weltweit: 75% der Sorten in den letzten 100 Jahren verloren 
   gegangen 
 - in den letzten 100 Jahren 16% der 3.831 bekannten Rassen von 
   Esel, Büffel, Ziege, Rinder, Schwein, Schaf, Pferd ausgestorben, 
   83% davon in Europa bzw. ehemalige UdSSR 
 - von den 3.213 bestehenden Rassen gelten 475 als selten (im 
   Vergleich dazu gelten 647 wilde Säugetiere als gefährdet) 
 - ca. 20 gefährdete Nutztierrassen in Österreich

Biologische Vielfalt contra Gentechnik

Im Rahmen der zweitägigen BioVersität-Zukunftswerkstatt entwarf
BIO AUSTRIA in Kooperation mit Arche Noah, Arche Austria, Slow Food
und dem Institut für ökologischen Landbau der Universität für
Bodenkultur acht BioVersitäts-Zukunftsthesen.

Eine der zentralen Thesen:
- Der Begriff "Biodiversität" wird in den kommenden Jahren
neben "Klimaschutz" und "ökologischer Fußabdruck" eine besondere
Rolle in der gesellschaftspolitischen Diskussion rund um
Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion einnehmen.

Für die biologische Landwirtschaft stellt daher der Erhalt der
biologischen Vielfalt eine unverzichtbare Alternative zum Einsatz der
Gentechnik in der Landwirtschaft dar.

Universität Graz und BIO AUSTRIA: Pionierarbeit bei elektronischer
Bildungsoffensive

Mit der Universität Graz hat BIO AUSTRIA einen idealen Partner für
die BioVersität-Schlussvorlesung gefunden. Das elektronische
Bildungsangebot der Universität Graz im Rahmen der Montagsakademie
ermöglicht die technischen Voraussetzungen, um die Themen der
BioVersität per Internetübertragung bzw. Streaming in zahlreiche
Außenstellen von ländlichen Gemeinden bzw. in andere Städte zu
übertragen.

Radio Helsinki überträgt BioVersität-Vorlesung

Eine Aufzeichnung in Audioversion der BioVersität-Vorlesung vom
25. Februar 2008 wird am Samstag den 1. März um 10.00 Uhr auf Radio
Helsinki, dem alternativen Grazer Stadtradio, ausgestrahlt -
www.helsinki.at

Weitere Informationen zur BioVersität 2008 im Internet:
- www.arche-austria.at
- www.arche-noah.at
- www.bio-austria.at
- www.bioversitaet.at
- www.slowfoodaustria.at
- www.slowfood-wien.at
- www.boku.ac.at/oekoland.html

Rückfragehinweis:

BioVersität-Projektleitung
   Mag. Lothar Greger
   BIO AUSTRIA, Abt. Öffentlichkeitsarbeit
   mailto:[email protected]
   Tel.: 01/4037050-240
   Mobil: 0676/842 214 240
   
   BIO AUSTRIA - Öffentlichkeitsarbeit
   Wilfried Oschischnig
   Tel.: 01/403 7050-214
   Mobil: 0676/842 214 214
   mailto:[email protected]
   
   BIO AUSTRIA - die Biobauern Österreichs:
   www.bio-austria.at

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