- 22.02.2008, 12:17:50
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Lunacek zu Kosovo: Außenpolitische Offensive in Südosteuropa nötig
Österreich soll nach übereiltem Anerkennungs-Beschluss wenigstens jetzt Wogen glätten
Wien (OTS) - "Österreich hat sich trotz seiner historischen Bürde
mit dem Ministerratsbeschluss am Mittwoch in die erste Reihe jener
Länder begeben, die den Kosovo anerkennen", kritisiert Ulrike
Lunacek, die außenpolitische Sprecherin der Grünen. Inzwischen sei
die Lage am Balkan äußerst besorgniserregend: "Die Serben denken gar
nicht daran, sich als BürgerInnen eines kosovarischen Staates zu
fühlen. Bosniens Einheit ist durch die Abspaltungsdrohungen der
bosnischen SerbInnen in Gefahr. Und die Auswirkungen auf andere
Westbalkan-Länder, wie Mazedonien, sind noch gar nicht abzusehen."
Durch die rasche Anerkennung des Kosovo würde nun eine Kettenreaktion
ausgelöst, die viele ungelöste Konflikte in der Region wieder an die
Oberfläche brächte.
"Wenn die Integration des Westbalkan wirklich das vorrangige
europäische Friedensprojekt sein soll, wie es oft dargestellt wird,
müssen sofort alle Hebel in Bewegung gesetzt werden", erklärte
Lunacek. Im Zentrum muss die Bindung der BürgerInnen Südosteuropas an
die EU stehen. Am raschesten ist dies über eine andere Form der
EU-Einreisepolitik möglich. Die Menschen in Südosteuropa brauchen
Visafreiheit, sonst droht die Region weggesperrt zu werden. Europa
muss fühlbar werden, wenn es um Verwandtenbesuche,
Informationsaustausch und vor allem Bildungsaustausch für junge
Menschen geht. Hier kann und muss Europa Perspektiven zu bieten.
Gleichzeitg muss es einen Fahrplan und eine rasche
Beitrittsperspektive geben. Die EU und auch Österreich dürfe, so
Lunacek, keinesfalls darauf hoffen, dass sich die Aufregung von
selber wieder legen wird. Die bereits erfolgten ersten
Integrationserfolge dürfen nicht in kürzester Zeit wieder zunichte
gemacht werden," meinte die außenpolitische Sprecherin der Grünen.
Rückfragehinweis:
Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697, [email protected]
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