- 06.02.2008, 11:58:47
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Seipel lobt Martin Roth, staunt über Ausschreibung und kündigt Memoiren an.
Wien (OTS) - Der scheidende Direktor des Kunsthistorischen
Museums, Wilfried Seipel, lobt in einem Interview für die morgen
erscheinende NEWS-Ausgabe demonstrativ seinen Dresdner Kollegen
Martin Roth. Zu anderen Kandidaten für seine Nachfolge äußert er sich
nicht.
Seipel: "Ich werde mich zu Kandidaten nicht äußern, aber Roth ist
ein ausgezeichneter Fachmann, ein energischer, großer Macher, der in
Dresden Unglaubliches aufgestellt hat."
Den Ausschreibungstext halte er dennoch für unerfüllbar: "Ich
weiß, dass man viele Leute in Europa anspricht, und ich verstehe
auch, dass sich das nicht jeder antut. Es ist kein leichter Job, und
die ganz wenigen Leute, die in Spitzenpositionen sind, haben wenig
Motivation, wegzugehen. Ich staune nur über den Ausschreibungstext,
der Erfahrung mit einer vergleichbaren Position in einem
vergleichbaren Haus verlangt. Da gibt es vielleicht fünf auf der
Welt."
Seipel warnt deutlich vor der Zerschlagung seines sogenannten
Imperiums: Sie würde enorme bürokratische Kosten und eine
Gesetzesänderung bedingen. Seipel: " Der Tatsache, dass man
scheibchenweise demontiert wird, ist die internationale Anerkennung
gegenüberzustellen. (...) Ich hoffe sehr, dass es mit der
Ministerin zu einem persönlichen Gespräch kommt, bevor man solche
Veränderungen erwägt. Natürlich wird ein Minister von bestimmten
Personen beraten und wohl auch nicht hundertprozentig informiert."
Seipel über die vom Ministerium geplante Koordination des
Ausstellungen im Bundesbereich: "Ich bitte darum, dass sich die
Politik aus der Programmierung heraushält. Kein Politiker würde sich
erkühnen zu verbieten, dass in der Staatsoper, der Volksoper und im
Theater an der Wien gleichzeitig die ,Zauberflöte’ gespielt wird."
Für die Zeit nach seinem Ausscheiden kündigt Seipel ein
möglicherweise brisantes Buch an: "Nach siebzehn Jahren hat man sehr
viel aufgestaut. Man hat auch einiges mitzuteilen, was man an
Erfahrungen mit Medien und Politik gesammelt hat. Kein
Abrechnungsbuch, aber doch ein paar Gedanken."
Rückfragehinweis:
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Tel.: (01) 213 12 DW 1103
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