• Nachrichten-
    agentur
  • Bildagentur
  • Informations-
    management
  • Informations-
    technologie

Message delivered APA-OTS Originaltext-Service

Hinterleitner: Mehrheit der Gastro-Betriebe setzt auf freie Entscheidung

Unverständnis für Querschüsse aus den eigenen Reihen - "Ein gastfreundliches Urlaubsland lässt seinen Gästen die Wahl"

Wien (PWK032) - Als nicht akkordierten und unüberlegten Querschuss sieht die Standesvertretung der heimischen Gastronomie die Meinung von Sepp Schellhorn, der sich namens der Österreichischen Hoteliervereinigung Journalisten gegenüber für ein "generelles Rauchverbot" in allen Hotel- und Gastgewerbebetrieben ausgesprochen hat.

"Die Mehrzahl unserer Mitglieder reagiert mit Verärgerung und großem Unverständnis auf derartige Einzelmeinungen von Personen, die ja nur ein zahlenmäßig kleines Segment der Branche vertreten", berichtet der Obmann des Fachverbandes Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich, Helmut Hinterleitner. Hinterleitner spricht für rund 58.000 Mitgliedsbetriebe des Fachverbandes. Darunter sind allein rd. 13.000 Betriebe mit einer Lokalfläche von weniger als 75 m2, für die die Gegner einer liberaleren Regelung auf ein komplettes Rauchverbot setzen. Der Fachverband kämpft massiv dafür, dass den Betrieben das Wahlrecht zwischen einem Raucher- und einem Nichtraucherlokal erhalten bleibt.

"Im Gegensatz zur ÖHV haben wir unsere Mitgliederbetriebe sehr
wohl befragt und wissen aus aktuellen Umfragen, dass fast 78% der Betriebe ein generelles Rauchverbot ablehnen", betont Hinterleitner.

Die Befürworter eines generellen Rauchverbots, die sich auf eine angeblich positive Resonanz auf die Rauchverbote in Slowenien und Bayern berufen, negieren überdies die aktuellen Umfragen der Branchenverbände dieser Länder, die eindeutig zum Schluss kommen, dass ein generelles Rauchverbot mit massiven Umsatzeinbußen verbunden ist. In Slowenien beispielsweise ergibt sich lt. einer Umfrage des dortigen Branchenverbandes nach dem im August 2007 eingeführten totalen Rauchverbot folgendes Bild: 69,8% der Gastwirte verzeichneten Umsatzeinbußen, davon 33,7% im Ausmaß zwischen 31% und 50% und ein gutes Drittel zwischen 11% und 30%.

Es mehren sich auch Berichte, wonach immer mehr Bayern, unter Ausnützung der neuen Reisefreiheiten, zum Essen in benachbarte tschechische Orte fahren, wo sie dem Essen eine "Genuss-Zigarette" im Lokal folgen lassen können. Auch die Gründung privater "Rauchervereine" und "Raucherklubs" findet ausländischen Medienberichten zufolge in diesen Ländern rasche Verbreitung.

"Ich frage mich daher, ob Präsident Schellhorn sich wirklich überlegt hat, was er mit derartigen Aussagen dem österreichischen Gastgewerbe antut! Hier geht es ihm offensichtlich um reine Partikularinteressen, die jegliche Solidarität mit den Anliegen der gesamten Branche vermissen lassen", kritisiert Hinterleitner

Die ÖHV habe sich beim Thema Nichtraucherschutz bisher kaum engagiert. Wenn Schellhorn dies tatsächlich ein Anliegen wäre, hätte er auch bisher bereits mit gutem Beispiel vorangehen und alle seine Betriebe als Nichtraucherbetriebe führen können. (hp)

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0005