- 17.12.2007, 10:00:00
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Die Frauenabteilung der Stadt Wien und die FH Campus Wien fördern "Genderkompetenz als Berufsqualifikation von Frauen"
Wien (OTS) - Die Frauenabteilung der Stadt Wien und die FH Campus
Wien präsentierten am 12. Dezember 2007 im Rahmen eines gemeinsamen
Pilotprojektes "Gender-kompetenz als Berufsqualifikation von Frauen".
In Workshops setzten sich Frauen mit Themen wie Gehaltsschere,
berufliche Neuorientierung mit 50+, Ablehnungsgrund
"Über-qualifikation" und "Männer werden Chefs - Frauen machen die
Arbeit?" auseinander. Die Teilnehmerinnen erörterten mit
Arbeitsmarktexpertinnen abends bei einer öffentlichen
Podiumsdiskussion die Workshop-Ergebnisse.
Genderkompetenz bringt Frau im Beruf weiter
Mit Genderkompetenz können Frauen das Wissen über die
einflussreiche Rolle von Geschlecht in unserer Gesellschaft
strategisch im Beruf einsetzen. Manuela Vollmann, abz*austria,
stellte zu Beginn der abendlichen Podiumsdiskussion klar:
"Genderkompetenz ist eine von möglichen Strategien, um das Ziel der
Gleichstellung zu erreichen. Es ist keine Kompetenz, die Frauen
automatisch haben. Auch Fachwissen über Gender allein bedeutet nicht,
dass eine Person im Alltag genderkompetent handelt." Konkret gehe der
Gesetzgeber genderkompetent vor, wenn er sich die Folgen von
gesetzlichen Regelungen über Elternteilzeit, Elternkarenz oder
Kindergeld bewusst mache und entsprechende Rahmenbedingungen schaffe.
Weder eine Frage der Moral oder Schuld noch der Logik
Iris Appiano-Kugler, AMS Wien, weist in der Diskussion darauf hin,
dass das Thema Gender-kompetenz nach wie vor zu Unrecht auf einer
emotionalen Ebene abgehandelt wird. "Es bedeutet aber schlicht, die
Handlungskompetenz von Frauen und Männern zu erweitern." Ulrike
Alker, FH Campus Wien, greift neben der verbreiteten Moral- auch die
Schuldfrage auf. In Fragen der Gleich-stellung werde die Schuld stets
zu Unrecht den Frauen in die Schuhe geschoben. "Die Frage ist aber
nicht, warum interessieren sich Frauen nicht für Technik, sondern was
muss die Technik tun, damit sich Frauen für sie interessieren", so
Alker. Beim Ablehnungsgrund "Überqualifikation" rät Monika Nigl,
waff, Frauen, in Bewerbungsgesprächen immer konkretes Feedback
einzufordern und die Ablehnung nicht unhinterfragt hin zu nehmen. In
fehlender Genderkompetenz sieht Vollmann auch eine ökonomische
Schlagseite, nämlich einen möglichen finanziellen Schaden für
Unternehmen. Die IT-Branche, die aufgrund des allgemeinen Mangels an
TechnikerInnen verstärkt Frauen suche, habe zum Teil bereits erkannt,
dass Genderkompetenz auch im Personalrecruiting wichtig ist. Die
Branche stehe vor der Frage: Wie erkenne ich qualifizierte Frauen in
der Bewerbungssituation, wenn sich diese unter ihrem Wert
präsentieren? Hedwig Schnabel, Wirtschaftskammer Wien, stimmt damit
überein, dass der Paradigmenwechsel vor allem in Branchen, die unter
Personalmangel leiden, anfängt. Zur Frage der Motivation des
(unternehmerischen) Handelns meint Meike Lauggas, Frauenbüro der
Stadt Wien, aus dem Publikum: "Es ist eine Frage der Macht und der
Werte. Wenn es nach den Gesetzen der Logik ginge, hätten wir auch
keine Menschenrechtserklärung."
Forderung an den Gesetzgeber: Genderkompetenz in der pädagogischen
Ausbildung
Luise Moltaschl, Gleichbehandlungsbeauftragte der Stadt Wien,
bringt aus dem Publikum ein: "In der derzeit geführten Diskussion
über Schule fehlt Genderkompetenz als ein notwendiger Inhalt in der
Ausbildung der PädagogInnen." Mehrheitlich fordern die
TeilnehmerInnen vom Gesetzgeber auch Sanktionen, um Gleichstellung zu
erreichen, da das Prinzip der Freiwilligkeit nachweislich nicht
erfolgreich war. Marion Breiter, Erwachsenenbildnerin, ist überzeugt:
"Auch die Quotenfrauen sind anfänglich umstritten gewesen.
Inzwischen erweist sich die Quote als absolut notwendig. Quote
bedeutet nämlich nichts anderes als festgelegte Parität - ein aus der
Sozialpartnerschaft bekannter und durchaus positiv besetzter Begriff,
der das Gleiche beschreibt - nämlich eine faire und ausgeglichene
Repräsentation verschiedener Gruppen."
Mehr Informationen über die Frauenabteilung der Stadt Wien auf
www.frauen.wien.at
Mehr Informationen über die FH Campus Wien auf
www.fh-campuswien.ac.at
Unternehmensinformation
Die FH Campus Wien erhielt den Status "Fachhochschule" im Sommer
2004. Rund 2.000 Personen studieren ab dem Studienjahr 2007/08 an der
Fachhochschule. Aus den Bereichen "Technik und Management",
"Gesundheit" und "Soziales" steht den Studierenden ein Angebot an 16
Bachelor-, 13 Master- und 8 auslaufenden Diplom-Studiengängen zur
Verfügung. Die Fachhochschule kooperiert mit rund 20 Partnerschulen
aus BHS und AHS. Auf universitärer Ebene arbeitet die FH Campus Wien
mit der Universität Wien, der Universität für Bodenkultur und der
Technischen Universität Wien zusammen. Die Gesundheits-Studiengänge
werden gemeinsam mit dem Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV)
geführt. Zahlreiche F&E-Projekte unterstreichen die enge Kooperation
der Fachhochschule mit Wirtschaft und Gesellschaft.
Rückfragehinweis:
Mediensprecherin StR.in Sandra Frauenberger FH Campus Wien Mag.a Isabel Koberwein Mag.a Sonja Wallner, MAS Tel.: 01/4000-81853 Tel: 01/606 68 77 -6403 Mobil: 0676/8118 81853 Daumegasse 3, 1100 Wien mailto:[email protected] mailto:[email protected]
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