Neugebauers Doppelrolle ist unerträglich und schadet PflichtschullehrerInnen
Die Pädagogischen Hochschulen sind ein Irrweg
Wien (OTS) - "Neugebauer soll sich schleunigst entscheiden, bleibt
er Bildungssprecher der ÖVP oder Vorsitzender der GÖD und damit auch
verantwortlich für Zehntausende PflichtschullehrerInnen in
Österreich", rät der Vorsitzende Stellvertreter der
Pflichtschullehrergewerkschaft und Vorsitzende der FSG in der
Bundesvertretung, Herbert Modritzky.
Das jüngste Beispiel für die Unvereinbarkeit lieferte Neugebauer
am Wochenende, indem er für die Beibehaltung der
Zwei-Klassen-Ausbildung der LehrerInnen eintrat: Die AHS LehrerInnen
weiterhin an der Universität und die PflichtschullehrerInnen an den
Pädagogischen Hochschulen. Neugebauer zementiert damit auch die
unterschiedlichen Dienstrechte und die unterschiedliche Bezahlung
trotz gleicher Arbeit mit den gleichen Kindern.
"Neugebauer 'übersieht', dass das Gesetz zur Einrichtung der
Pädagogischen Hochschulen aus guten Gründen von allen Fraktionen in
der PflichtschullehrerInnen Gewerkschaft abgelehnt worden ist.
Gleichzeitig fordern wir die gemeinsame universitäre Ausbildung aller
LehrerInnen Österreichs. Das zu ignorieren ist für einen
Spitzengewerkschafter verantwortungslos!" hält Modritzky
nachdrücklich fest.
Neugebauers Argument, man könne den eingeschlagenen Weg der
getrennten Ausbildung nach so kurzer Zeit nicht verlassen, zeigt
nicht gerade von Entschlussfreude und strategischer Brillanz. Wenn
ein Weg ein Irrweg ist und noch dazu in eine Sackgasse führt, und die
getrennte LehrerInnenausbildung ist beides, dann muss sich Neugebauer
fürs Umkehren entscheiden.
Möglicherweise verfolgt die ÖVP falsche Pfade, als Gewerkschafter
muss sich Neugebauer klar auf die Seite der Mitglieder schlagen, ohne
Rücksicht auf die Parteilinie.
"Es kann mich niemand hindern, über Nacht gescheiter zu werden",
diese Weisheit wird historisch verschiedenen Persönlichkeiten
zugeschrieben. "Ich empfehle Neugebauer, daran eine Anleihe zu nehmen
und sich für eine Aufgabe zu entscheiden, entweder Bildungssprecher
der ÖVP oder Gewerkschafter. Beides, und das zeigt sich immer wieder,
ist unvereinbar und geht auf Kosten der Gewerkschaftsmitglieder",
schließt Herbert Modritzky.
Rückfragehinweis:
Herbert Modritzky
Vors. FSG Gewerkschaft Pflichtschullehrerinnen und Pflichtschullehrer
0664/181 09 49
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OTS0051 2007-12-08/18:21
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