- 07.12.2007, 12:25:50
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Vorhersage-Tool für Hangrutschungen
Austrian Research Centers - ARC können Risikozonen mittels medizinischer Diagnoseverfahren ermitteln
Seibersdorf (OTS) - Die aktuelle Hangrutschung am Gschliefgraben
zeigt einmal mehr das Gefahrenpotential von Hangbewegungen im alpinen
Land Österreich auf. In Zukunft könnten gefährdete Bereiche
österreichweit vorab identifiziert werden, die Technik dazu ist
vorhanden. Das Geschäftsfeld Wasser der Austrian Research Centers hat
eine Methode zur Vorhersage von Hangrutschungen entwickelt, die auf
Modellen aus der medizinischen Diagnostik beruht. Ausgerechnet das
Burgenland ist Österreichs Vorreiter in der Ausweisung von
gefährdeten Zonen. Denn auch im flachen oder hügeligen Gelände treten
Hangrutschungen auf, die Infrastrukturanlagen oder Gebäude massiv
beschädigen können. Die Rutschungen laufen zwar langsamer ab, können
aber genauso dramatische Auswirkungen haben wie schnelle
Erdbewegungen im alpinen Gelände. Die Vorhersagemethode der ARC kann
auch in den anderen Bundesländern als Präventivmaßnahme eingesetzt
werden, um die Sicherheit der Bevölkerung zu erhöhen und Bauvorhaben
abzusichern.
Vorhersagekarte auf Basis von GIS-Daten und Krebsdiagnose-Modellen
Mit Unterstützung der Burgenländischen Landesregierung hat ein
Forscherteam der Austrian Research Centers unter der Leitung von
Philip Leopold eine Methode entwickeln, um das Auftreten von
Hangrutschungen vorherzusagen. Dabei wird ein Geographisches
Informationssystem (GIS) mit allen verfügbaren räumlichen Daten, wie
bereits bekannte Rutschungen, Hangneigung, Geologie und anderen
relevanten Faktoren gefüttert. Die weitere Berechnung im
Computermodell erfolgt dann mittels Evidenzgewichtung. Es ist dies
eine Methode die bisher vor allem in der medizinischen Diagnostik,
etwa zur Vorhersage der Gefährdung für Krebserkrankungen von
Patienten, eingesetzt wurde. Das Ergebnis der Forschungsarbeiten der
ARC ist eine flächendeckende Vorhersagekarte für Hangrutschungen mit
einer Einteilung in vier verschiedene Gefahrenzonen - von hoher
Gefährdung bis keine Gefährdung.
Burgenland nutzt die Technik bereits mit Erfolg
Im Burgenland hat man das Potential der Vorhersagemethode bereits
früh erkannt. Seit 2005 werden die Ergebnisse der Vorhersagekarte
genutzt, die nun für das gesamte Südburgenland vorliegt. Aktuell
werden die Berechnungen für die nördlichen Bezirke fertig gestellt,
so dass in Kürze das gesamte Bundesland flächendeckend abgebildet
ist. Die Innovation aus Seibersdorf hilft bei der Erstellung von
Flächenwidmungsplänen, bei Fragen der Raumordnung und bei konkreten
Bauvorhaben. Die Vorhersagemethode kann zwar keine parzellengenaue
Abgrenzung abgeben, sie ist aber geeignet, eine erste Abschätzung
abzugeben, auf die Detailmaßnahmen, wie z.B. eine Adaption des
Bauvorhabens, folgen können. Die Richtigkeit der Berechnungen zeigte
sich bereits 2006: Eine Rutschung nahe der Therme Loipersdorf trat
genau dort auf, wo es die Forscher vorausgesagt hatten.
Methode auch im alpinen Gelände anwendbar
"Wir haben mit unserer Anwendung beweisen können, dass unsere
Berechnungsmethoden funktionieren. Das Modell kann selbstverständlich
auch auf alpines Gelände angewandt werden, dazu müssen die
Berechnungen entsprechend adaptiert werden. Wir haben dafür bereits
Anfragen aus anderen Bundesländern erhalten." erklärt
ARC-Projektleiter Philip Leopold. Er hofft, mit seiner Entwicklung in
Zukunft mithelfen zu können, materielle Schäden und menschliches Leid
durch Zerstörungen wie derzeit im Gschliefgraben bereits vorab zu
verhindern.
Rückfragehinweis:
Mag. Michael H. Hlava Austrian Research Centers GmbH - ARC Leiter Corporate Communications phone +43 (0)50550-2046 mobile +43 (0)664 620 77 66 e-mail [email protected] www.arcs.ac.at Philip Leopold Austrian Research Centers GmbH - ARC Geschäftsfeld Wasser Austrian Research Centers GmbH; A-2444 Seibersdorf phone +43 (0)50550 3494 [email protected] www.natural-resources.at/wasser
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