• 03.12.2007, 10:31:02
  • /
  • OTS0077 OTW0077

Unabhängige GewerkschafterInnen in der GöD (UGöd) lehnen SPÖ-ÖVP-Gehaltsabschluss ab

2,7% kein Grund zur Freude - Wirtschaftswachstum geht an öffentlich Bediensteten vorbei. Unsoziale Einkommensschere geht auch im öffentlichen Dienst weiter auf.

Wien (OTS) - Die Unabhängigen GewerkschafterInnen nehmen die
vollmundigen Ansagen ihres Gewerkschaftsvorsitzenden beim Wort: Volle
Inflationsabgeltung, Anteil am Wirtschaftswachstum und - wie von der
UGöd-Minderheit beim letzten Zentralvorstand am 17.November gefordert
- eine starke soziale Komponente. Von all dem ist in der
gewerkschaftlichen Erfolgsmeldung nicht viel übrig geblieben:

* 2,7 Prozent sind weniger als 2,8% Inflationsrate (Oktober 2007),
die mit theaterdonnernden Verhandlungsabbrüchen und
Kanzler-/Vizekanzler-Intervention errungene prozentuelle
Einkommenserhöhung liegt gerade einmal 0,1% über dem
Regierungsangebot allerdings 1,3 % unter der GÖD-Forderung.

* Die rasant steigenden Preise für Wohnen und des täglichen
Bedarfs, die BeziehrerInnen niedriger Einkommen besonders hart
treffen, werden damit ignoriert. Da kein Mindestbetrag ausverhandelt
worden ist, geht die Einkommensschere auch im öffentlichen Dienst
weiter auf.

* Die mehr als 3,4% Wirtschaftswachstum, zu dem auch die
öffentlichen Dienste beitragen, gehen an den öffentlichen
Bediensteten vorbei. Von den allein im ersten Halbjahr 2007 um
beachtliche 7 Prozent gestiegene Steueraufkommen fällt für die
öffentlich Bediensteten eine Einmalzahlung von
175 Euro ( Mai 2008) für alle Gehaltsstufen an. Das macht zwar eine
soziale Optik - 3,8% im Jahresdurchschnitt für Niedriglohngruppen und
2,84 % für SpitzenbeamtInnen, bedeutet aber keine nachhaltige
Aufbesserung der Niedriglohngruppen. Sie verlieren von den geschönten
3,8 bzw. 2,84 ab 1.1.2009 und für alle weiteren Jahre 0,9 bzw. 0,14%.

GöD schon lange nicht mehr "Beamtengewerkschaft"!

Auch die durchgehende Nennung der GÖD als "Beamtengewerkschaft"
geht an der Realität vorbei - durch die zahlreichen Ausgliederungen
arbeitet bereits ein erheblicher Teil der öffentlich Bediensteten in
privaten Angestelltenverhältnissen. Diese Tatsache hätte das Argument
der größeren Sicherheit der öffentlichen Beschäftigungsverhältnisse
deutlich entkräften können, ist aber vom Vorsitzenden Neugebauer
nicht eingebracht worden. Die UGÖD spricht sich schon länger gegen
die Bezeichnung der GÖD als "Beamtengewerkschaft" aus und fordert die
längst überfällige angemessene Vertretung der öffentlich
Angestellten.

Die Unabhängigen GewerkschafterInnen in der GÖD werden im
Zentralvorstand gegen den Gehaltsabschluss stimmen und fordern einmal
mehr Transparenz beim Erstellen von Gewerkschaftsforderungen, eine
Urabstimmung über das Verhandlungsergebnis und damit eine
Demokratisierung der GÖD und des ÖGB!

Reinhart Sellner, Ilse Sirinek - Vorsitzende der UGöd

Rückfragehinweis:
Unabhängige GewerkschafterInnen in der GöD
Reinhart Sellner, e-mail: [email protected]
Internet: www.ugoed.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AGG

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel