- 29.11.2007, 12:02:23
- /
- OTS0203 OTW0203
Wlodkowski: Kein "Health Check"-Kahlschlag bei EU-Marktmaßnahmen
Instrumente der EU-Agrarpolitik sichern Unabhängigkeit Europas
Wien (OTS) - "Wir warnen die Europäische Kommission eindringlich
davor, wegen kurzfristig höherer Marktpreise bei Agrarprodukten im
Rahmen des 'Health Checks' einen Kahlschlag bei den EU-Marktmaßnahmen
durchzuführen. Denn ohne funktionierende Instrumente für
marktentlastende Maßnahmen, wie Lagerhaltung oder Intervention, setzt
sich die EU voll und ganz den Schwankungen des Weltmarktes aus und
gefährdet so Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit Europas. Wie
notwendig die Instrumente der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sind,
zeigt die momentane schwere Krise am europäischen Schweinemarkt. Wir
brauchen daher weiterhin die bereits 2003 reformierten Instrumente
zur Markt- und Mengensteuerung, um mit Marktschwankungen, die zum
Beispiel wegen Naturkatastrophen beziehungsweise Pflanzen- oder
Tier-Krankheiten entstehen können, fertig zu werden. Außerdem muss
auch ein EU-Außenschutz möglich sein, solange der weltweite
Wettbewerb mit Öko- oder Sozialdumping verzerrt wird", verlangte
Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich.
Milchquote nicht aushöhlen
"Die Milchquote hat für Milchbauern gerade in benachteiligten und
Berg-Gebieten eine existenzsichernde Funktion. Nur eine vernünftige
Mengensteuerung macht in diesen strukturschwachen Gebieten die
Milchproduktion lohnend. Wenn daher die Milchquoten nach 2015
auslaufen, müssen alternative Formen der Mengesteuerung die
Aufrechterhaltung der Milchproduktion in Berg- und benachteiligten
Regionen sichern. Außerdem wehren wir uns gegen alle Bestrebungen,
die Wirkung der derzeitigen Quotenregelung unter dem Titel 'soft
landing' schon jetzt auszuhöhlen und somit die Quoten de facto vor
der Zeit und ohne Alternative unwirksam zu machen. Über ein mögliches
Ende der derzeitigen Regeln kann erst nach Vorliegen von annehmbaren
Alternativen diskutiert werden", so Wlodkowski, der Vorschläge der
Bauernvertretung in dieser Sache ankündigte.
Betriebsprämien kein Umverteilungs-Instrument
"Die derzeit in Österreich angewendete Betriebsprämienregelung
berücksichtigt mehrheitlich wegen ihrer historischen Komponente, ob
Bauern für den Markt produzieren oder extensiv wirtschaften. Würde
das von der EU präferierte Flächenmodell in Österreich umgesetzt
werden, wären die produzierenden Bauern schwer benachteiligt und es
käme zu enormen Verwerfungen innerhalb der Landwirtschaft. Aus diesem
Grund sollen die seit der GAP-Reform 2003 weitgehend entkoppelten
Direktzahlungen zwar auch nach 2013 weiter bestehen bleiben, aber
nicht völlig neu verteilt werden. Denn die Betriebsprämienregelung
ist kein Umverteilungs-Instrument, sondern soll den Bauern in Europa
jene Nachteile zum Teil ausgleichen, die sie gegenüber den
Weltmarktkonkurrenten mit deutlich niedrigeren Standards und
Vorschriften haben. Deshalb muss dieser Ausgleich auch zu jenen
Betrieben fließen, die ihre Produkte für den Markt erzeugen",
erklärte der LK Österreich-Präsident weiter.
Versprechen einhalten
"Seit der GAP-Reform des Jahres 2003 wurde den Bauern mehrfach
versprochen, dass die Regeln der europäischen Agrarpolitik bis 2013
gelten. Dieses Versprechen muss von der Europäischen Kommission auch
trotz des "Health Checks" eingehalten werden. Deshalb sind wir auch
dagegen, dass schon jetzt Marktordnungsinstrumente ausgehöhlt oder
überhaupt abgeschafft werden sollen, ehe noch Ergebnisse oder gar
Alternativen auf dem Tisch liegen", stellte Wlodkowski fest.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Landwirtschaftskammer Österreich
Schauflergasse 6, 1014 Wien
Tel.: 01/53441-0, Fax: 01/53441-8509
mailto: [email protected]
http://www.agrarnet.info
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AIM






