• 28.11.2007, 10:12:08
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AK fordert von der EU STOPP für 60-Tonnen-Monster-Lkw auf österreichischen Straßen

25-Meter-Gigaliner bringen mindestens fünf Prozent mehr Verkehr. Die Folge: Mehr Staus und noch mehr Umweltverschmutzung

Wien (OTS) - Ein klares Nein zu einer europaweiten Zulassung von
Gigalinern verlangt die Arbeiterkammer vom morgen, Donnerstag,
tagenden EU-Verkehrsministerrat. Hintergrund: Eine Lobby aus
Fahrzeugindustrie und verladender Industrie versucht gerade eine
Zulassung dieser mehr als 25 Meter langen und bis zu 60 Tonnen
schweren Riesen-Lkw durchzusetzen. "Wir wollen den Schwerverkehr von
der Straße auf die Schiene verlagern", sagt Maria Kubitschek,
Leiterin des AK Wirtschaftsbereichs, "solche Riesen Lkw würden genau
das Gegenteil bewirken." Grund: Gigaliner machen den
Straßen-Güterverkehr für die Wirtschaft günstiger. Die Folge: Zunahme
des Lkw Verkehrs um mindestens fünf Prozent, Zunahme des
Treibstoffverbrauchs und der Umweltbelastung und immer mehr Druck und
Verantwortung für die Lenker. Deutsche Studien sprechen sogar davon,
dass wegen des Rationalisierungspotenzials dieser 60-Tonner bis zu 55
Prozent des Schienenverkehrs im kombinierten Verkehr auf der Straße
landen würden. "Die Menschen haben genug vom Lkw-Verkehr auf
Österreichs Straßen", sagt Kubitschek, "solche Lkw-Monster mögen in
den Wüsten Australiens oder in den skandinavischen Weiten
funktionieren - in Österreich können wir sie nicht gebrauchen. Wir
von der AK unterstützen daher den Verkehrsminister, wenn er diese
Gigaliner-Pläne ablehnt. Und wir wollen hier auch ein klares Nein von
der EU."

Das Ladevolumen von jetzt drei Lkw künftig verteilt auf bloß zwei
Fahrzeuge - damit will die Fahrzeugindustrie Gigaliner als
ökologischen Beitrag "verkaufen". Falsch, sagen Studien: Weil der
Güterverkehr auf der Straße durch solche Riesen-Lkw günstiger wird,
wird der Lkw-Verkehr noch ansteigen. Dabei ist die Lage in Österreich
jetzt schon kritisch: Der grenzüberschreitende Lkw-Verkehr steigt
derzeit jährlich um rund 5,6 Prozent - und damit deutlich rascher als
das Wirtschaftswachstum. Aber auch auf europäischer Ebene zeigt der
Trend deutliche Rückgänge für den Umweltverbund Bahn und Schiff - von
einem Markanteil von 27.6 Prozent vor zehn Jahren auf jetzt 22,5
Prozent.

Die AK fordert daher:
+ Keine Änderung der EU-weit gültigen Zulassungsbestimmungen für Lkw
im grenzüberschreitenden Güterverkehr.
+ Endlich Maßnahmen, damit die lange angekündigte Verlagerung von der
Straße auf die umweltverträglichen Verkehrsmittel Schiene und Schiff
endlich auf EU Ebene umgesetzt wird.
+ Den illegalen Wettbewerbsvorteilen der Straße muss durch rigorose
Kontrollen der Einhaltung der Verkehrs- und Sozialvorschriften der
Kampf angesagt werden und es braucht strengere Sanktionen, die sich
am wirtschaftlichen Gewinn durch die Übertretungen orientieren.
+ Externe Kosten im Güterverkehr (Klimawandel, Luftverschmutzung,
Unfallfolgekosten) müssen EU rechtlich in der Wegekostenrichtlinie
verankert werden.
+ Die fahrleistungsabhängige Lkw-Maut muss bis 2010 auch auf das
unterrangige Straßennetz ausgedehnt werden. Das Mautaufkommen soll
zweckgewidmet und beschäftigungswirksam zur Finanzierung der Straßen-
und Schieneninfrastruktur sowie des öffentlichen Nahverkehrs
eingesetzt werden.

Rückfragehinweis:

Christian Spitaler
   AK Wien Kommunikation
   tel.: (+43-1) 50 165 - 2152
   mobile: (+43) 664 45 43 43 6
   mailto:[email protected]
   http://wien.arbeiterkammer.at

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