• 27.11.2007, 13:56:39
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Forderungen der Filmwirtschaft um zu überleben. Offener Brief des Regieverbandes ADA an die Politik anläßlich der 'Initiative FILM TV' (per Postweg am 24.11.07 an die Ministerien geschickt)

Wien (OTS) - Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Gusenbauer, sehr
geehrte Frau Bundesministerin Schmied, sehr geehrter Herr
Finanzminister Molterer!

Österreich kann mit Stolz auf talentierte Film- und
Fernsehschaffende blicken. Variety, eine der weltweit renommiertesten
Filmzeitschriften, schrieb: "Forget about the Danish, watch out for
the Austrians!." Dieses Statement ist in Anbetracht der schon lange
anhaltenden desaströsen Finanzlage für die im österreichischen Film
Arbeitenden besonders beachtenswert.

Auf Grund der ewig ausbleibenden Strukturreform des ORFs, dessen
Vergabepolitik für die Filmwirtschaft grob fahrlässig ist und ganz
besonders auf Grund einer skandalösen, weil teils zweckentfremdeten
Rundfunkgebührenverteilungspolitik, die nachhaltig kulturpolitischen
Schaden anrichtet, wird sich die von jeher bescheidene finanzielle
Situation des heimischen Filmschaffens weiter verschlimmern. Wir
fordern Sie auf, dieser Existenzbedrohung sofort und nachhaltig
entgegenzuwirken.

Sollte sich das derzeitige Finanzierungsszenario, das die Politik
der heimischen Filmwirtschaft gewährt, verschlechtern, wird dies
unweigerlich zum Kollaps der gesamten filmischen Kreativszene
führen. Bis zu drei Viertel der Filmproduktionen könnten wegfallen,
da laufende Kosten nicht mehr gedeckt wären. Regisseure, Autoren und
die gesamte weitere Kette an Mitschaffenden wären noch mehr als
bislang in die Prekarität gezwungen und müssten weitgehend ihren
Beruf aufgeben. Die repräsentative Speerspitze der international
gewürdigten und erfolgreichen Filmschaffenden sähe sich zur
Abwanderung veranlasst. Ein katastrophales Szenario also für das
Kulturland Österreich. Entsprechend obliegt es der Politik diesen
essentiellen Bestandteil der heimischen kulturellen Vielfalt und
künstlerischen Identität zu sichern und ihm Langlebigkeit zu
gewährleisten. Wir fordern Sie und Ihre Regierungspartner auf, die
Rundfunkgebühren zweckgebunden in die Österreichische Film- und TV
Wirtschaft fließen zu lassen.

Die Austrian Directors’ Association (A|D|A) beteiligt sich an der
branchenübergreifenden Initiative Film TV und empfindet Ihren
energischen Einsatz für den österreichischen Film und das
österreichische Fernsehen - als zeitgemäßes Kultur-, Werbe- und
Informationsgut des Landes - als äußerst dringlich.

Mit freundlichen Grüßen,
Dagmar Streicher (Obfrau), Werner Boote (Stvt) und Paul Poet
(Schriftführer)

Im Namen des ADA-Vorstands

Die Austrian Directors Association, kurz A|D|A, ist der größte
Österreichische Regieverband für Film, Video und neue Medien. Die
fast 100 Mitglieder sind Regisseure aus den Bereichen Spielfilm,
Werbe- und Auftragsfilm, Dokumentationen, Reportagen, Musikvideos,
Installationen und Avantgarde. Das volle Spektrum der Regietätigkeit
prägt unsere Arbeit. A|D|A ist stark vernetzt, so stellt die
Association derzeit den Obmann im Österreichischen Dachverband für
Filmschaffende und ist auch im Präsidium des Europäischen
Regieverbands FERA tätig. A|D|A will eine ausgewogene
Filmlandschaft, eine möglichst polypole Produzentenlandschaft und
tritt für die wirtschaftliche und künstlerische Unabhängigkeit der
Regisseure ein.

Rückfragehinweis:

Dagmar Streicher +43/660/2136050
   Paul Poet +43- 69919562453
   Austrian Directors’ Association
   Filmhaus Spittelberg
   Spittelberggasse 3, 
   A-1070 Wien
   Austria
   www.directors.at
   [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NEF

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