- 27.11.2007, 12:52:21
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Grüne Wien enttäuscht: Keine weiteren Aktivitäten der Stadt Wien am Jüdischen Friedhof Währing
Schreuder: "Kompetenzstreitigkeiten gehen leider weiter"
Wien (OTS) - Im heutigen Umweltausschuss des Wiener Gemeinderats
stand der Jüdische Friedhof Währing auf der Tagesordnung. Ein Antrag
der Grünen Wien und der Wiener ÖVP, in der gefordert wird, das
Stadtgartenamt möge die Pflege des Jüdischen Friedhofs Währing
übernehmen, bis eine Lösung auf Bundesebene gefunden wird, wurde
inhaltlich abgelehnt. Begründung: Mit dem laufenden Vorprojekt des
Nationalfonds würde dies ohnehin geregelt werden.
Grün-Gemeinderat Schreuder kann diese Ablehnung nicht nachvollziehen:
"Mir ist nicht bekannt, dass der Nationalfonds über ein Gartenamt
verfügen würde. Die Stadt Wien jedoch sehr wohl. Wir haben uns sehr
gefreut, dass Stadträtin Sima heuer 120.000 Euro investiert hat, und
das Stadtgartenamt somit die schwersten Schäden beseitigen konnte.
Dafür bedanken sich die Grünen Wien auch ausdrücklich. Nur leider ist
das keine nachhaltige Lösung. Im nächsten Frühjahr werden die
Sträucher und Bäume wieder frei wuchern können. Wenn die Stadt Wien
ihre Tätigkeiten aber einstellt, werden so wieder kulturhistorisch
wertvolle Grabsteine zerstört werden."
Schreuder appelliert daher an die Stadt Wien, die Initiative zu
übernehmen und von sich aus eine Lösung der nachhaltigen und
professionellen Pflege des kulturhistorisch einzigartigen Areals
anzubieten: "Dann wäre der Bund noch mehr unter Druck, eine
endgültige Lösung zu finden. Das Washingtoner Abkommen betrifft ja
alle jüdischen Friedhöfe Österreichs. Der Währinger Friedhof ist
dabei der akute Notfall." Schreuder fordert einen Fonds, in den Bund,
Länder und Gemeinden einzahlen, um die Pflege jüdischer Friedhöfe zu
gewährleisten. "Immerhin funktioniert so eine Lösung in Deutschland
seit den 50-er Jahren", so Schreuder abschließend.
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