• 27.11.2007, 12:46:29
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Handelsverband warnt vor Schwächung des heimischen Handels

Mumelter kritisiert "Nacht-und-Nebel-Aktion" zur Erhöhung der Mindesteinkaufsgrenze für Mehrwertsteuer-Rückvergütung

Wien (OTS) - Abweichend vom Entwurf, der in Begutachtung geschickt
wurde, plant das Finanzministerium mit dem Abgabensicherungsgesetz
2007 "für alle überraschend" eine Erhöhung des Mindesteinkaufswerts
für die Mehrwertsteuer-Rückvergütung von 75 auf 175 EUR ab 1. Jänner
2008.

Der Österreichische Handelsverband kritisiert, dass die Änderung
erst nach dem Begutachtungsverfahren kurzfristig in die
Ministerratsvorlage eingearbeitet wurde und nun schon am Donnerstag
dieser Woche mit den Stimmen der großen Koalition vom Finanzausschuss
des Parlaments abgesegnet werden soll. Als Hauptargument für die
Anhebung dient, neben der Inflationsanpassung, die Einsparung von
Zöllnern an der Schweizer Grenze. Das sei ein Scheinargument, so der
Geschäftsführer des Österreichischen Handelsverbandes, Dr. Stefan
Mumelter. "Wie viele Dokumente der Zöllner an der Grenze im Verlauf
seines Arbeitstages abstempelt, ist doch eher egal. Auf der anderen
Seite sehen wir, dass der Trend im internationalen Wettbewerb der
Tourismusstandorte in die Gegenrichtung weist und die Auswirkungen
auf den heimischen Handel nicht zu unterschätzen sind", warnt
Mumelter. So haben etwa die Niederländer Anfang des Jahres das Limit
auf 50 EUR gesenkt und auch die Schweiz hat ihr Limit kürzlich um ¼
reduziert.

"Wir befürchten, dass die Folgen einer solchen Erhöhung
Umsatzverluste im Tourismuseinkauf sind, da im betroffenen
Preisbereich von 75 bis 175 EUR der Einkauf in Österreich um 16,67%
teurer wird. Dies betrifft laut Berechnungen etwa ein Viertel aller
Einkäufe von Nicht-EU-Touristen in Österreich, mengenmäßig sogar 62%
aller Einkäufe." Mumelter verweist außerdem auf Erfahrungen, wonach
Einkäufe von Touristen besonders stark vom Preis abhängen.

In Wien wären circa die Hälfte aller Einkäufe von
Nicht-EU-Touristen betroffen, in der Steiermark rd. 70%, in
Vorarlberg 87%. Wertmäßig entspricht dies etwa einem Viertel aller
Umsätze. Es gehe aber nicht alleine um die direkt betroffenen
Umsätze, denn wenn Touristen aufgrund der Verteuerung andere
Destinationen wählen, also etwa auf Deutschland oder Slowenien
ausweichen, gehen dem Handel und den Dienstleistungsbranchen auch die
über der Wertgrenze liegenden Umsätze verloren. Zum Vergleich: Der
direkte Wettbewerber Deutschland hat gar kein Limit und Slowenien
refundiert die Mehrwertsteuer ab 75 EUR.

"Blasen wir das einfach ab. Es gibt für die Erhöhung der
Wertgrenze zur Refundierung der Mehrwertsteuer keinen vernünftigen
Grund, jedoch erhebliches Schadenspotenzial für den österreichischen
Handel", fordert Mumelter Wirtschafts- und Finanzpolitik mit
Augenmaß.

Der Handelsverband ist eine freiwillige Interessenvertretung von
derzeit mehr als 150 großen Handelsbetrieben in Österreich. Wir
nehmen die Funktionen eines Wirtschafts-, Berufs- und
Arbeitgeberverbandes wahr.

Wir verstehen uns als handelsorientiertes Dienstleistungszentrum
und als branchenübergreifendes Wirtschaftsforum.
Mit Richtlinien, Kennzeichen und Gütesiegeln fördern wir das
Qualitätsbewusstsein der Konsumenten und setzen hohe Standards.

Wir fördern das Vertrauen der Konsumenten in den Handel und
informieren Konsumenten über aktuelle Entwicklungen.

Rückfragehinweis:
Handelsverband
Dr. Stefan Mumelter, Geschäftsführer
Tel: +43-664-204 92 42

http://www.handelsverband.at

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