- 21.11.2007, 11:12:48
- /
- OTS0123 OTW0123
Espressomaschinen im Test: Teures Kaffeevergnügen
Kapselgeräte auf der Überholspur. Risiko bei Nickel-Allergie
Wien (OTS) - Spieglein, Spieglein an der Wand, welche
Espressomaschine macht die schönste Crema im ganzen Land? Um das
herauszufinden, haben die "Konsument"-Tester neun Vollautomaten und
sechs Kapselgeräte auf Herz und Nieren geprüft. Aber weil es
bekanntlich nicht nur auf Äußerlichkeiten ankommt, wurden neben der
feinen Schaumkrone auch der Geschmack des Kaffees und die Handhabung
der Geräte ins Visier genommen.
Für so manchen Kaffeeliebhaber ist das "Konsument"-Ergebnis
bitter, zumindest was den Preis betrifft: "Egal ob Kapselmaschine
oder Vollautomat: Die Kaffeezubereitung mit diesen beiden Systemen
ist ein kostspieliges Vergnügen", informiert Franz Floss,
Geschäftsführer des Vereins für Konsumenteninformation (VKI).
Zwischen 300 und 1.200 Euro muss man für die Kaffeesiederei zuhause
investieren, wobei die Preisunterschiede innerhalb der jeweiligen
Systeme enorm sind. Floss rät: "Wer oft Kaffee trinkt und ihn in all
seinen Varianten liebt, greift am besten zu einem Vollautomaten. Wer
sich dagegen nur hin und wieder eine Tasse genehmigt, fährt mit einem
Kapselgerät günstiger." In puncto Geschmack konnte erstmals eine
Kapselmaschine die meisten Punkte absahnen: "DeLonghi Nespresso Le
Cube EN 185.M" überzeugte mit sehr gutem Espresso und der stabilsten
Crema im Test. Damit verweist das Modell auch im Gesamtergebnis die
Konkurrenz auf die Plätze.
Marktführer im Test
"Konsument" hat neun Vollautomaten und sechs Kapselgeräte unter
die Lupe genommen, die beiden Systeme sind mehrheitlich in heimischen
Haushalten anzutreffen.
Neun auf Kaffee geschulte Tester beurteilten den Espresso auf
sensorische Fehlerfreiheit in Crema, Geruch, Geschmack, Mundgefühl
und Nachgeschmack. Bei der Zubereitung wurden unter anderem die
Zubereitungszeit des Kaffees und die Qualität des Milchschaums
beurteilt. Ein Viertel der möglichen Punkte konnten die
Testkandidaten bei der Handhabung erreichen, wenn die
Gebrauchsanleitung verständlich und Bedienung sowie Reinigung einfach
waren. Bewertet wurden zudem die Umwelteigenschaften, der
Schadstoffgehalt und die Sicherheit der Geräte.
1:0 für die Kapsel
Die Antwort auf die Frage nach der besten Crema im ganzen Land ist
eindeutig: "DeLonghi Nespresso Le Cube EN 185.M" (baugleich mit
"Turmix TX 250"). Das Kapselgerät liefert als einziges im Test
besonders stabile, haselnussbraune Crema und sorgt für ein intensives
Geschmackserlebnis auf der Zunge. Damit hat erstmals ein Espresso aus
der Kapsel gegenüber Kaffee aus frisch gemahlenen Bohnen die Nase
vorn. Dennoch: Insgesamt schmeckt der Espresso aus den getesteten
Vollautomaten fast durchwegs "gut", bei der Hälfte der Kapselmaschine
landet nur "durchschnittlicher" Kaffee in der Tasse.
Kaffeegenuss mit Risiko
Nicht nur bei der Suche nach dem besten Muntermacher wurden die
"Konsument"-Tester fündig, sie kamen auch dem Schwermetall Nickel auf
die Spur. Bei "Siemens surpresso S50" und der "Krups Espresseria
Automatic XP 7240" wurden deutliche Verunreinigungen festgestellt.
"Die gefundenen Nickelwerte sind zwar bei gesunden Menschen harmlos.
Für Nickelallergiker können sie allerdings zum Problem werden, da
diese das Schwermetall schon über viele Lebensmittel aufnehmen und
sie jede zusätzliche unnötige Belastung vermeiden sollten",
informiert "Konsument"-Haushaltsgeräteexpertin Karin
Baumgarten-Doblander. Beide Maschinen wurden deshalb abgewertet.
Mit einem gewissen Risiko ist auch die Kaffeezubereitung mit der
"Krups Nescafé Dolce Gusto" verbunden. Das Gerät wurde als einziges
im Test mit "weniger zufriedenstellend" beurteilt, da es bei
Fehlbedienung leicht zu einer Verbrühung kommen kann.
Teurer Trugschluss
Grundsätzlich sind Kapselgeräte günstig in der Anschaffung und
teuer beim Espresso. Bei Vollautomaten ist es eher umgekehrt. Während
Kapselmaschinen bereits ab etwa 120 Euro erhältlich sind, müssen
Espressotrinker für einen Vollautomaten ein Vielfaches davon
auslegen. Doch auch hier sind die Preisunterschiede gewaltig: Die
"gute" "AEG Electrolux" kostet 550 Euro. Ebenso gut, aber doppelt so
teuer, ist dagegen die "Jura Impressa J5" mit 1200 Euro.
Kapselmaschinen, die einen "sehr guten" Kaffee liefern, gibt es
bereits um 250 Euro.
Dass der Kaffeegenuss aus der Kapsel aber nicht automatisch der
günstigere ist, zeigt der 5-Jahres-Vergleich: Beide Systeme nähern
sich in puncto Anschaffungs- und Kaffeekosten in diesem Zeitraum an.
Negativer Spitzenreiter: Das Kapselgerät "Lavazza Blue LB 1000". Wer
durchschnittlich drei Tassen Kaffee pro Tag trinkt, zahlt in fünf
Jahren samt Gerätepreis in Höhe von 300 Euro knapp über 2.500 Euro.
Das ist deutlich mehr als bei allen getesteten Vollautomaten. Relativ
günstig und gut ist mit 1.600 Euro der Kaffee von "AEG Electrolux".
Nicht miteingerechnet sind in diesem Preisvergleich die Kosten für
mögliche Reparaturen. Diese kommen vor allem bei Vollautomaten
relativ häufig vor, wie Reaktionen von "Konsument"-Lesern zeigen. Die
meisten Beschwerden gibt es über defekte "Jura"- und
"Saeco"-Maschinen. Die Leser beklagen hier nicht nur hohe
Reparaturkosten von mehreren Hundert Euro, sondern auch
unfreundliches Service.
"Konsument"-Tipps
Für einen rundum gelungenen Kaffeegenuss sollten Liebhaber des
Heißgetränkes folgende Punkte beachten:
Vorwärmen. Espresso schmeckt am besten in vorgewärmten Tassen.
Viele Maschinen haben dafür eine eigene beheizte Ablage.
Spülen. Täglich frisches Wasser einfüllen und bei Kapselgeräten
einmal durchspülen. Auch Abtropfsieb, Milchschäumer und
Tresterbehälter am besten täglich reinigen.
Entkalken. Neben der Reinigung ist auch regelmäßiges Entkalken für
Funktion und Lebensdauer notwendig. Beim Kauf darauf achten, wie
teuer Reiniger und Entkalker sind.
Ausschalten. Kapselgeräte schalten sich meist nicht von selber ab.
Wer länger keinen Kaffee bezieht, sollte das Gerät ausschalten.
Rückfragehinweis:
Verein für Konsumenteninformation/ Testmagazin "Konsument" Mag. Sabine Burghart Öffentlichkeitsarbeit Tel.: 01/588 77 - 256 Email: [email protected] www.konsument.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NKI






