- 20.11.2007, 12:00:23
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Kaninchen sollen weiter in Käfigbatterien leiden
Politik schläft während der Handel reagiert Wien (OTS) - Im Frühjahr 2007 nahmen die Lebensmittelketten REWE, SPAR und ADEG Kaninchenfleisch sofort aus dem Sortiment, nachdem VIER PFOTEN die katastrophalen Missstände in der österreichischen Kaninchenmast aufgedeckt hatte. Am 23.11.2007 will das Gesundheitsministerium genau diese katastrophalen Missstände für weitere 12 Jahre festschreiben, anstatt sich Handel und Produktion anzuschließen. VIER PFOTEN fordert ein klares Bekenntnis zur artgerechten Tierhaltung, so wie es das Tierschutzgesetz vorsieht. Wir brauchen ein Käfigverbot, ganz so, wie es auch bei Hühnern und Pelztieren bereits erlassen wurde. Nach der am kommenden Freitag im Gesundheitsausschuss zur Abstimmung stehenden Gesetzesnovelle sollen Mastkaninchen noch bis ins Jahr 2020 ihr Leben in viel zu engen Drahtgitterkäfigen fristen müssen. Selbst für die Zeit danach ist kein Käfigverbot vorgesehen. Jungen Kaninchen werden beispielsweise nur 20 mal 39 cm Fläche zum Leben zugestanden. "Nach dem Willen des Gesundheitsministerium sollen Kaninchen weiterhin leben wie Hühner in der Legebatterie", sagt Philipp Strohm, Kampagnenverantwortlicher der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN. In den vorgeschlagenen Käfigen können Kaninchen ihr artgemäßes Verhalten wie Hoppeln, Hakenschlagen und Buddeln nicht ansatzweise ausleben. Verletzungen und Verhaltensstörungen der Tiere sind an der Tagesordnung. Die geringe Höhe der Käfige verursacht Wirbelsäulenverkrümmungen, die Drahtgitterböden führen zu Pfotenverletzungen. Trotz vorbeugendem Medikamenteneinsatz werden viele Tiere unter diesen Haltungsbedingungen krank und verenden noch vor dem Schlachttermin. "Die vom Gesundheitsministerium vorgelegte Gesetzesnovelle verstößt eindeutig gegen §13 des Tierschutzgesetzes, danach müssen Tiere ihren natürlichen Bedürfnissen entsprechend gehalten werden", erklärt Strohm. "Diese Politik ist nicht nur unverantwortlich, sondern stößt auch auf breites Unverständnis. Die Menschen in Österreich sind sehr tierfreundlich. Keiner versteht, weshalb Hühner und Nerze wegen Tierquälerei aus den Käfigen herausgeholt wurden, die Kaninchen aber nicht." Wir brauchen dringend ein Käfigverbot für Kaninchen - jetzt!". Unterstützung erhält VIER PFOTEN vom Tierschutzsprecher der SPÖ, Dietmar Keck, der sich schon mehrmals für ein Käfigverbot eingesetzt hat. Die REWE Group Austria zeigt Verantwortung und entwickelt zusammen mit einem ehemaligen Käfigbetreiber ein tierfreundlicheres Haltungssystem nach Schweizer Vorbild. VIER PFOTEN fordert das Gesundheitsministerium dazu auf, sich am Handel ein Beispiel zu nehmen, anstatt tierfeindliche Käfigsysteme für Jahre festzuschreiben. In der Schweiz werden Kaninchen zur Fleischproduktion bereits in besonders tierfreundlichen Haltungssystemen gehalten. Rückfragehinweis: VIER PFOTEN Philipp Strohm, Kampagnensprecher Tel.: 01/895 02 02/31, mailto:[email protected] *** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT *** OTS0190 2007-11-20/12:00 201200 Nov 07
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