Zwei neue Ludwig Boltzmann Institute ab 2008 - BILD
Institute werden in Wien (LBI für Gesundheitsförderung) und Graz (LBI für klinisch-forensische Bildgebung) angesiedelt sein und insgesamt rund 40 ForscherInnen beschäftigen
BILD zu OTS - Präsentation der neuen Ludwig Boltzmann Institute (LBI): Ferdinand Maier (Vizepräsident Ludwig Boltzmann Gesellschaft), Univ.-Prof. Dr. Kathrin Yen (Leiterin des LBI für klinisch-forensische Bildgebung, Graz), Univ.-Lekt. Mag. Dr. Wolfgang Dür (Leiter des LBI für Gesundheitsförderungsforschung, Wien), Claudia Lingner (Geschäftsführerin der Ludwig Boltzmann Gesellschaft) und Wissenschaftsminister Dr. Johannes Hahn.
Wien (OTS) - Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) präsentierte
heute, Dienstag, bei einem Pressegespräch mit Wissenschaftsminister
Dr. Johannes Hahn und LBG-Vizepräsident Dr. Ferdinand Maier die
Ergebnisse der Ausschreibung für neue Ludwig Boltzmann Institute
(LBI). Nach einem mehrstufigen Auswahlprozess mit internationalen
Gutachtern empfahl die hochkarätige Jury dem Vorstand der LBG zwei
Institute zur Gründung. Vergangene Woche beschloss dieser die
Einrichtung des "Ludwig Boltzmann Instituts für
Gesundheitsförderungsforschung" in Wien und des "Ludwig Boltzmann
Instituts für klinisch-forensische Bildgebung" in Graz für die
Laufzeit von sieben Jahren. An jedem der beiden Institute werden ca.
20 ForscherInnen arbeiten.
Die Leitung des LBI für klinisch-forensische Bildgebung wird
Univ.-Prof. Dr. Kathrin Yen übernehmen, die derzeit das Institut für
Gerichtliche Medizin der Universität Graz leitet. Das LBI für
Gesundheitsförderungsforschung wird vom Soziologen Univ.-Lekt. Mag.
Dr. Wolfgang Dür aufgebaut, der sich seit langem mit dem Thema
Gesundheitsförderung in Krankenhaus und Schule in Zusammenarbeit mit
der WHO ausführlich beschäftigt. Jedes der beiden neuen LBI wird
gemeinsam mit wissenschaftlichen Partnern, öffentlichen Institutionen
sowie Unternehmen gegründet, die das Forschungsprogramm mitentwickeln
und sich zur Finanzierung von 40 % der Kosten verpflichten.
Maier: Beide Institute bringen neue Forschungsthemen und -ansätze
nach Österreich
Der Vizepräsident der Ludwig Boltzmann Gesellschaft, Ferdinand
Maier, erklärte zu den neuen Instituten: "Nur die Qualität zählt.
Diese Strategie haben wir weiter geführt und die Empfehlungen der
Jury nach den Begutachtungsverfahren übernommen. Die beiden Institute
verbinden die Schwerpunktbereiche der LBG - Medizin und
Geistes-/Sozial-/Kulturwissenschaften - mit einem in Österreich neuen
Forschungsansatz. Besonders freut uns, dass bei beiden Instituten
hochkarätige internationale Partner, nämlich die University of
Edinburgh, die Universität Bielefeld sowie Siemens Medical Solutions
aus Erlangen, eingebunden sind." Im Fall des LBI für
klinisch-forensische Bildgebung (LBI-CFI) sprach die international
besetzte Jury sogar davon, dass die Zusammensetzung der Partner und
der daraus resultierende Output weltweit einzigartig seien. Maier
erläuterte das Forschungsthema des Instituts: "Hier sollen
Computertomographie und Magnetresonanztomographie für die
Gerichtsmedizin und schließlich für Gerichtsverfahren anwendbar
gemacht werden. Daraus möchte das Institut mittelfristig neue
Verfahren für die exakte Beweissicherung nach Gewalttaten entwickeln,
um die Rechtssicherheit zu steigern, künftig langwierige und für die
Opfer belastende Einvernahmen zu verhindern und Gerichtsverfahren zu
verkürzen."
Da dem Gerichtsmediziner die wichtige Funktion eines "Übersetzers"
zwischen der Medizin und den Gerichten zukommt, werden auch neue
Visualisierungsmöglichkeiten entwickelt, die die Ergebnisse für
medizinische Laien verständlich und nachvollziehbar machen. Somit
soll das LBI-CFI ein neues Anwendungsgebiet der Radiologie
erschliessen und internationale Standards für Indikationen,
Durchführung, Auswertung und Interpretation der
forensisch-radiologischen Verfahren setzen. Von juristischer Seite
werden die rechtlichen Grundlagen für die Einführung von CT und MRT
als Teil der Beweismittelerhebung im Gerichtsverfahren erstellt.
Zum gesellschaftlichen Nutzen des Instituts für
Gesundheitsförderungsforschung, bei dem unter anderem das
Unterrichts- und das Gesundheitsministerium sowie die Stadt Wien
kooperieren, betonte der LBG-Vizepräsident: "Von konsequenter und
erfolgreicher Gesundheitsförderung profitieren wir alle: die
Gesundheit und die Lebenserwartung der Menschen steigen, die Qualität
und die Effektivität der Organisationen selbst verbessern sich, und
es sind positive Effekte für die Finanzierbarkeit des
Krankenversorgungs- und Pflegesystems zu erwarten."
Die wissenschaftliche Bearbeitung des Themas Gesundheitsförderung in
Schulen und Krankenhäusern habe gezeigt, dass vor allem
Grundlagenwissen über den Zusammenhang von Organisation und
Gesundheit fehlt. Das LBI schließt somit eine wesentliche Lücke in
Österreich. Bisher wurde vor allem in den USA, Kanada und Australien
an diesem Thema geforscht.
Hahn: Durch Ludwig Boltzmann Institute ist Österreich ein Standort
für "Frontier Research"
Wissenschaftsminister Johannes Hahn sieht in den neuen Instituten
die Bestätigung für den erfolgreichen Weg der LBG: "Wer sich in
Österreich für exzellente Forschung im medizinischen, geistes-,
sozial- und kulturwissenschaftlichen Bereich interessiert oder sie
betreibt, kommt um die Ludwig Boltzmann Gesellschaft nicht herum.
Durch die Ludwig Boltzmann Institute ist Österreich ein Standort für
,Frontier Research’. Denn die wichtigste Maxime der LBG lautet:
Forschen an den Schnittstellen zwischen grundlagenorientierter
Forschung und anwendungsorientierter Forschung zu fördern. Die LBG
agiert flexibel, professionell und auf internationalem Niveau."
Geprägt von dieser Positionierung als Einrichtung der "orientierten
Grundlagenforschung" unterscheide sich die LBG von Einrichtungen der
reinen "neugier-getriebenen" Pionier-Forschung.
"Dennoch ist es auch die Mission der LBG, neue, völlig unbekannte
Forschungsgebiete zu erschließen, die auch manches Risiko mit sich
bringen. Nämlich das Risiko, Umwege einzuschlagen und zeitweilig auch
Irrtümern zu erliegen, die unumgänglich sind, wenn man wirklich in
unerforschtes Gebiet vordringen will. An Schnittstellen zu forschen,
treibt die Forschung voran und gibt der Gesellschaft neue Impulse und
Perspektiven", betonte Hahn.
Die beiden neuen Institute seien typische Beispiele für diese Art von
Forschung. In der klinisch-forensischen Forschung im Bereich der
bildgebenden Verfahren ist Österreich Spitze, und die
gesellschaftliche Nachfrage nach Expertise und Forschung im Bereich
der Gesundheitsförderung ist in Österreich weiterhin im Vormarsch.
LBG weiter auf Wachstumskurs - nächste Ausschreibung für neue
Institute 2008
Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft wird ihren Wachstumskurs
weiterführen und Mitte 2008 die nächste, bislang größte Ausschreibung
für neue Institute lancieren. Dafür wird auch eine
Informationsoffensive gestartet, um alle interessierten
WissenschafterInnen zu erreichen, die außergewöhnliche und kreative
Forschungsansätze verfolgen, damit sie die Chance auf die Gründung
eines eigenen Forschungsinstituts nutzen können. Die Jury wird bei
ihrer Auswahl auch weiterhin auf die sinnvolle Balance zwischen einem
qualitativen und kohärenten Forschungsprogramm, einem klaren Profil,
einer optimalen Partnerstruktur und überzeugenden Strukturen in
personeller und finanzieller Hinsicht Wert legen.
Über die Ludwig Boltzmann Gesellschaft: Forschung für die Menschen
Die 1961 gegründete Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) ist eine
private Trägerorganisation für Forschungseinrichtungen in Österreich
und befasst sich mit medizinischen sowie geistes-, sozial- und
kulturwissenschaftlichen Fragestellungen. Einen besonderen
Stellenwert nimmt die translationale Forschung ein an der
Schnittstelle zwischen Grundlagen- und angewandter Forschung. Benannt
ist sie nach dem großen österreichischen Physiker, Mathematiker und
Philosophen Ludwig Boltzmann, dessen breit gestreutes
wissenschaftliches Interesse richtungsweisend für die
Interdisziplinarität der Ludwig Boltzmann Gesellschaft ist.
Die Finanzierung der Aktivitäten der Ludwig Boltzmann Gesellschaft
erfolgt durch das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung,
die Österreichische Nationalstiftung, die Gemeinde Wien, Unternehmen,
private Förderer und Mitglieder, durch Landesregierungen und
Gemeinden sowie weitere öffentlich-rechtliche Einrichtungen. Die LBG
untergliedert sich in Institute sowie Forschungscluster und
beschäftigt insgesamt mehr als 260 Personen.
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sowie im APA-OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Mag. Claudia Lingner ,
Geschäftsführerin
Tel.: +43/1/513 27 50
claudia.lingner@lbg.ac.at
www.lbg.ac.at














