OTS0185 / 20.11.2007 / 11:55
/ Channel: Chronik
/ Aussender: Ludwig Boltzmann Gesellschaft
Stichworte:
Forschung / Gesundheit / Medizin
/ Universitäten / Wissenschaft
Zwei neue Ludwig Boltzmann Institute ab 2008 - BILD
Utl.: Institute werden in Wien (LBI für Gesundheitsförderung) und Graz (LBI für klinisch-forensische Bildgebung) angesiedelt sein und insgesamt rund 40 ForscherInnen beschäftigen =
OBS0018 5 CI 0065 20.Nov 07
BILD zu OTS - Präsentation der neuen Ludwig Boltzmann Institute (LBI): Ferdinand Maier (Vizepräsident Ludwig Boltzmann Gesellschaft), Univ.-Prof. Dr. Kathrin Yen (Leiterin des LBI für klinisch-forensische Bildgebung, Graz), Univ.-Lekt. Mag. Dr. Wolfgang Dür (Leiter des LBI für Gesundheitsförderungsforschung, Wien), Claudia Lingner (Geschäftsführerin der Ludwig Boltzmann Gesellschaft) und Wissenschaftsminister Dr. Johannes Hahn.
- Fotograf: Tanzer
- Fotocredit: LBG
- Ort: Österreich / Wien
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Wien (OTS) - Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) präsentierte heute, Dienstag, bei einem Pressegespräch mit Wissenschaftsminister Dr. Johannes Hahn und LBG-Vizepräsident Dr. Ferdinand Maier die Ergebnisse der Ausschreibung für neue Ludwig Boltzmann Institute (LBI). Nach einem mehrstufigen Auswahlprozess mit internationalen Gutachtern empfahl die hochkarätige Jury dem Vorstand der LBG zwei Institute zur Gründung. Vergangene Woche beschloss dieser die Einrichtung des "Ludwig Boltzmann Instituts für Gesundheitsförderungsforschung" in Wien und des "Ludwig Boltzmann Instituts für klinisch-forensische Bildgebung" in Graz für die Laufzeit von sieben Jahren. An jedem der beiden Institute werden ca. 20 ForscherInnen arbeiten.
Die Leitung des LBI für klinisch-forensische Bildgebung wird Univ.-Prof. Dr. Kathrin Yen übernehmen, die derzeit das Institut für Gerichtliche Medizin der Universität Graz leitet. Das LBI für Gesundheitsförderungsforschung wird vom Soziologen Univ.-Lekt. Mag. Dr. Wolfgang Dür aufgebaut, der sich seit langem mit dem Thema Gesundheitsförderung in Krankenhaus und Schule in Zusammenarbeit mit der WHO ausführlich beschäftigt. Jedes der beiden neuen LBI wird gemeinsam mit wissenschaftlichen Partnern, öffentlichen Institutionen sowie Unternehmen gegründet, die das Forschungsprogramm mitentwickeln und sich zur Finanzierung von 40 % der Kosten verpflichten.
Maier: Beide Institute bringen neue Forschungsthemen und -ansätze nach Österreich
Der Vizepräsident der Ludwig Boltzmann Gesellschaft, Ferdinand Maier, erklärte zu den neuen Instituten: "Nur die Qualität zählt. Diese Strategie haben wir weiter geführt und die Empfehlungen der Jury nach den Begutachtungsverfahren übernommen. Die beiden Institute verbinden die Schwerpunktbereiche der LBG - Medizin und Geistes-/Sozial-/Kulturwissenschaften - mit einem in Österreich neuen Forschungsansatz. Besonders freut uns, dass bei beiden Instituten hochkarätige internationale Partner, nämlich die University of Edinburgh, die Universität Bielefeld sowie Siemens Medical Solutions aus Erlangen, eingebunden sind." Im Fall des LBI für klinisch-forensische Bildgebung (LBI-CFI) sprach die international besetzte Jury sogar davon, dass die Zusammensetzung der Partner und der daraus resultierende Output weltweit einzigartig seien. Maier erläuterte das Forschungsthema des Instituts: "Hier sollen Computertomographie und Magnetresonanztomographie für die Gerichtsmedizin und schließlich für Gerichtsverfahren anwendbar gemacht werden. Daraus möchte das Institut mittelfristig neue Verfahren für die exakte Beweissicherung nach Gewalttaten entwickeln, um die Rechtssicherheit zu steigern, künftig langwierige und für die Opfer belastende Einvernahmen zu verhindern und Gerichtsverfahren zu verkürzen."
Da dem Gerichtsmediziner die wichtige Funktion eines "Übersetzers" zwischen der Medizin und den Gerichten zukommt, werden auch neue Visualisierungsmöglichkeiten entwickelt, die die Ergebnisse für medizinische Laien verständlich und nachvollziehbar machen. Somit soll das LBI-CFI ein neues Anwendungsgebiet der Radiologie erschliessen und internationale Standards für Indikationen, Durchführung, Auswertung und Interpretation der forensisch-radiologischen Verfahren setzen. Von juristischer Seite werden die rechtlichen Grundlagen für die Einführung von CT und MRT als Teil der Beweismittelerhebung im Gerichtsverfahren erstellt.
Zum gesellschaftlichen Nutzen des Instituts für Gesundheitsförderungsforschung, bei dem unter anderem das Unterrichts- und das Gesundheitsministerium sowie die Stadt Wien kooperieren, betonte der LBG-Vizepräsident: "Von konsequenter und erfolgreicher Gesundheitsförderung profitieren wir alle: die Gesundheit und die Lebenserwartung der Menschen steigen, die Qualität und die Effektivität der Organisationen selbst verbessern sich, und es sind positive Effekte für die Finanzierbarkeit des Krankenversorgungs- und Pflegesystems zu erwarten." Die wissenschaftliche Bearbeitung des Themas Gesundheitsförderung in Schulen und Krankenhäusern habe gezeigt, dass vor allem Grundlagenwissen über den Zusammenhang von Organisation und Gesundheit fehlt. Das LBI schließt somit eine wesentliche Lücke in Österreich. Bisher wurde vor allem in den USA, Kanada und Australien an diesem Thema geforscht.
Hahn: Durch Ludwig Boltzmann Institute ist Österreich ein Standort für "Frontier Research"
Wissenschaftsminister Johannes Hahn sieht in den neuen Instituten die Bestätigung für den erfolgreichen Weg der LBG: "Wer sich in Österreich für exzellente Forschung im medizinischen, geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Bereich interessiert oder sie betreibt, kommt um die Ludwig Boltzmann Gesellschaft nicht herum. Durch die Ludwig Boltzmann Institute ist Österreich ein Standort für ,Frontier Research’. Denn die wichtigste Maxime der LBG lautet: Forschen an den Schnittstellen zwischen grundlagenorientierter Forschung und anwendungsorientierter Forschung zu fördern. Die LBG agiert flexibel, professionell und auf internationalem Niveau." Geprägt von dieser Positionierung als Einrichtung der "orientierten Grundlagenforschung" unterscheide sich die LBG von Einrichtungen der reinen "neugier-getriebenen" Pionier-Forschung.
"Dennoch ist es auch die Mission der LBG, neue, völlig unbekannte Forschungsgebiete zu erschließen, die auch manches Risiko mit sich bringen. Nämlich das Risiko, Umwege einzuschlagen und zeitweilig auch Irrtümern zu erliegen, die unumgänglich sind, wenn man wirklich in unerforschtes Gebiet vordringen will. An Schnittstellen zu forschen, treibt die Forschung voran und gibt der Gesellschaft neue Impulse und Perspektiven", betonte Hahn. Die beiden neuen Institute seien typische Beispiele für diese Art von Forschung. In der klinisch-forensischen Forschung im Bereich der bildgebenden Verfahren ist Österreich Spitze, und die gesellschaftliche Nachfrage nach Expertise und Forschung im Bereich der Gesundheitsförderung ist in Österreich weiterhin im Vormarsch.
LBG weiter auf Wachstumskurs - nächste Ausschreibung für neue Institute 2008
Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft wird ihren Wachstumskurs weiterführen und Mitte 2008 die nächste, bislang größte Ausschreibung für neue Institute lancieren. Dafür wird auch eine Informationsoffensive gestartet, um alle interessierten WissenschafterInnen zu erreichen, die außergewöhnliche und kreative Forschungsansätze verfolgen, damit sie die Chance auf die Gründung eines eigenen Forschungsinstituts nutzen können. Die Jury wird bei ihrer Auswahl auch weiterhin auf die sinnvolle Balance zwischen einem qualitativen und kohärenten Forschungsprogramm, einem klaren Profil, einer optimalen Partnerstruktur und überzeugenden Strukturen in personeller und finanzieller Hinsicht Wert legen.
Über die Ludwig Boltzmann Gesellschaft: Forschung für die Menschen
Die 1961 gegründete Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) ist eine private Trägerorganisation für Forschungseinrichtungen in Österreich und befasst sich mit medizinischen sowie geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Fragestellungen. Einen besonderen Stellenwert nimmt die translationale Forschung ein an der Schnittstelle zwischen Grundlagen- und angewandter Forschung. Benannt ist sie nach dem großen österreichischen Physiker, Mathematiker und Philosophen Ludwig Boltzmann, dessen breit gestreutes wissenschaftliches Interesse richtungsweisend für die Interdisziplinarität der Ludwig Boltzmann Gesellschaft ist.
Die Finanzierung der Aktivitäten der Ludwig Boltzmann Gesellschaft erfolgt durch das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, die Österreichische Nationalstiftung, die Gemeinde Wien, Unternehmen, private Förderer und Mitglieder, durch Landesregierungen und Gemeinden sowie weitere öffentlich-rechtliche Einrichtungen. Die LBG untergliedert sich in Institute sowie Forschungscluster und beschäftigt insgesamt mehr als 260 Personen.
Bild(er) zu dieser Meldung finden Sie im AOM/Original Bild Service, sowie im APA-OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis: Ludwig Boltzmann Gesellschaft Mag. Claudia Lingner , Geschäftsführerin Tel.: +43/1/513 27 50 claudia.lingner@lbg.ac.at www.lbg.ac.at
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OTS0185 2007-11-20/11:55
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