- 15.11.2007, 16:07:53
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Wlodkowski: Nur politisch Kurzsichtige verteufeln biogene Treibstoffe
Biogene Treibstoffe sind kein Thema für Klassenkampf
Wien (OTS) - "Offenbar hat die Kanzler-Partei beim Thema biogene
Treibstoffe jedes Augenmaß verloren: Anders ist nicht zu erklären,
dass der vom Kanzler selbst eingesetzte Klimaschutz-Beauftragte die
Beimischung von biogenen Treibstoffen einfrieren will und voll auf
klimaschädliches Erdöl setzt. Auch die Kritik an der Brandrodung
inhaltlich mit den Produktionsmethoden der heimischen Bauern in
Verbindung zu bringen, zeugt nicht gerade von Expertenwissen. Und nur
politisch Kurzsichtige können behaupten, dass steigende
Lebensmittelpreise mit der Öko-Treibstofferzeugung zu tun haben. Denn
für die Biotreibstoffproduktion werden in der EU-27 nur 1,5% der
Getreideernte verwendet. Die witterungsbedingten Ertragseinbußen in
diesem Jahr waren zehn Mal so hoch. Nicht Ökotreibstoff, sondern
schwere Ernteeinbußen wegen anhaltender Trockenheit in den
Kornkammern der Welt, die steigende Nachfrage nach Futter- und
Lebensmitteln in den aufstrebenden Ländern Asiens, aber auch
Spekulationen von Finanzinvestoren mit agrarischen Rohstoffpreisen
haben diese Preissteigerungen ausgelöst", stellte Gerhard Wlodkowski,
Präsident der LK Österreich, fest und ergänzte: "Ich würde mir statt
Ideologie und Parteipolemik harte Arbeit in Sachen Klimaschutz
wünschen. Denn angesichts der negativen Auswirkungen des Klimawandels
zählt jede Minute."
Biogene Treibstoffe im Sinne der Versorgungssicherheit
"Der größte Teil der fossilen Energie kommt aus politisch
unstabilen Regionen. Wer also auf biogene Treibstoffe aus dem eigenen
Land setzt, verringert die Auslandsabhängigkeit Österreichs, stärkt
die Versorgungssicherheit und schafft Wertschöpfung und Arbeitsplätze
im Inland. Angesichts einer rasanten Ölpreisspirale nach oben nicht
auf heimische Alternativen zu setzen, ist nahezu fahrlässig. Kehren
wir zur fachlichen Diskussion zurück und lassen wir die Kirche im
Dorf. Österreich und die EU haben genügend Flächen, Nahrungsmittel
und Bioenergie gleichzeitig zu erzeugen. Die Produktivitätssteigerung
und die aufgehobene Flächenstilllegung schaffen genügend
Kapazitäten", stellte Wlodkowski weiter fest.
Kein Thema für Klassenkampf
"Biogene Treibstoffe eignen sich ganz schlecht für einen
altbackenen Klassenkampf, wie ihn derzeit die Arbeiterkammer pflegt.
Ein kleiner Blick in die Anbaustatistik hätte gezeigt, dass bei einer
landwirtschaftlichen Ackerfläche von ca. 1,4 Mio. ha in Österreich
nur rund 100.000 ha für Ölsaaten angebaut worden sind, wovon drei
Viertel ohnehin in die Nahrungsmittelproduktion gehen. So eine
Öko-Treibstoffmenge hat keinerlei Einfluss auf die
Lebensmittelpreise. Wenn man darüber hinaus weiß, dass die
Österreicher doppelt so viel Geld für Lotto und Toto ausgeben, wie
für Milch und Eier zusammen, dann sieht man, dass die
Versorgungssicherheit mit leistbaren Nahrungsmittel bei uns sehr
ausgeprägt ist und die Bauern keinerlei Nachhilfe der Arbeiterkammer
bedürfen", so Wlodkowski.
(Schluss)
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Tel.: 01/53441-0, Fax: 01/53441-8509
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