- 11.11.2007, 10:49:19
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Bures: Sechs von zehn Frauen arbeiten "aus familiären Gründen Teilzeit"
"Frauen, die Vollzeit arbeiten wollen, müssen diese Möglichkeit haben"
Wien (OTS) - Angesichts des am Freitag veröffentlichten
Arbeitsklima-Index, der eine steigende Unzufriedenheit der
teilzeitarbeitenden Frauen mit Einkommen, Sozialleistungen und
Arbeitszeiten aufweist, nennt Frauenministerin Doris Bures die Gründe
für die hohe Anzahl von teilzeitbeschäftigten Frauen. (715.400
Frauen, 139.300 Männer) Laut den neuesten Daten der Statistik Austria
("Teilzeiterwerbstätige nach Grund der Teilzeitarbeit") führen sechs
von zehn Frauen familiäre Gründe als Motiv für ihre Teilzeitarbeit
an. 59 Prozent der Frauen, aber nur 16 Prozent der Männer nannten
2006 die "Betreuung von Kindern oder Erwachsenen" und "andere
familiäre Gründe" als ausschlaggebend für ihre Teilzeitarbeit. Nur
ein Fünftel der teilzeitbeschäftigten Frauen nennen als Grund, "keine
Vollzeitarbeit zu wünschen".
"Das ist ein klarer Auftrag an die Politik, für eine fairere
Verteilung der Haus- und Erwerbsarbeit zu sorgen und die
Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern", sagt die
Frauenministerin. "Wir müssen all jenen Frauen, die Vollzeit arbeiten
wollen, diese Möglichkeit auch geben." Immerhin geben 35.800 Frauen,
die Kinder oder pflegebedürftige Erwachsene betreuen an, sie würden
Vollzeit arbeiten, wenn es entsprechende Betreuungseinrichtungen
gebe.
Mit dem bereits vereinbarten Ausbau der Kinderbetreuungsplätze werden
tausende Frauen ihren Berufswunsch nicht mehr hintanstellen müssen,
so Bures. Damit die neuen Plätze - zwischen 6.000 und 8.000 jährlich
- auch tatsächlich die Vereinbarkeit ermöglichen, wird der Bund
Ganztagesplätze deutlich höher fördern als Halbtagesplätze. Für einen
neuen Ganztagesplatz gibt es 2.500 Euro vom Bund, für einen neuen
Halbtagesplatz 1.500 Euro.
Eine fairere Verteilung der Haus- und Erwerbsarbeit erhofft sich
Bures durch das flexible Kindergeld: Nachdem derzeit nur vier Prozent
der Väter in Karenz gehen, sollte es durch das höhere Kindergeld bei
kürzerem Bezug gelingen, in einem ersten Schritt "zehn Prozent
Karenzväter" zu bekommen. Das flexible Kindergeld schaffe die
Möglichkeit, Berufsunterbrechungen kürzer zu halten. "Das ist deshalb
so wichtig, weil wir wissen, dass nach drei Jahren Babypause jede
zweite Frau den Wiedereinstieg in ihren alten Beruf nicht mehr
schafft und oft in einem prekären Beschäftigungsverhältnis landet",
so Bures. Die Frauenministerin unterstützt in diesem Zusammanehang
auch ausdrücklich das von Sozialministerin Erwin Buchinger
vorgeschlagene Papamonat.
Frauen arbeiten zwischen dem 30. und 44. Lebensjahr Teilzeit
Die altersspezifische Teilzeitquote ist bei Männern zwischen 20
und 24 Jahren mit 11 Prozent am höchsten und nimmt dann bis zum 54.
Lebensjahr kontinuierlich ab. Bei Frauen hingegen steigt die
Teilzeitquote ab dem 20. Lebensjahr (25 Prozent) kontinuierlich bis
zum 39. Lebensjahr (51 Prozent) an und nimmt dann nur langsam und
leicht ab.
"Auf den Punkt gebracht, kann man sagen: Männer arbeiten Teilzeit,
weil sie sich Zeit für ihre Ausbildung nehmen. Frauen arbeiten
Teilzeit, weil sie familiären Betreuungspflichten nachkommen", so
Bures.
Mehrarbeitszuschläge bringen mehr Fairness für Teilzeitkräfte
Der Mehrarbeitszeitzuschlag für Teilzeitkräfte werde ab Jänner
mehr Fairness für Teilzeitkräfte bringen, sagte die Frauenministerin
und kündigte an, dass sie als Beamtenministerin dies auch für die
Beschäftigten des Öffentlichen Dienst sicherstellen werde. "Zu den
Gewinnern dieser Regelung zählen die Frauen in der Privatwirtschaft
und im Bundesdienst", so Bures. Im Bundesdienst sind von den rund
21.000 Teilzeitbeschäftigten rund 16.800 bzw. 80 Prozent Frauen.
Erfolgreicher Kampf gegen die Arbeitslosigkeit muss weiter
gehen
Bures zeigt sich erfreut, dass im Oktober 101.822 Frauen (minus
4,2 Prozent) weniger arbeitslos waren als im Vorjahr. Bures verweist
auch auf das gemeinsame Ziel, die Frauenerwerbsquote in dieser
Legislaturperiode um drei Prozentpunkte zu erhöhen. Dabei gehe es um
"Quantität und Qualität" - "wir brauchen Vollzeitarbeitsplätze mit
einem Einkommen, von denen Frauen auch tatsächlich leben können".
Außerdem stelle die Regierung 200 Millionen Euro zusätzliche Mittel
für die aktive Arbeitsmarkt-Förderung zur Verfügung. Davon gingen
allein 100 Millionen in den Frauenbereich, um Frauen etwa den
beruflichen Wiedereinstieg zu ermöglichen.
Rückfragehinweis:
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