- 06.11.2007, 13:29:50
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Wlodkowski: Erwarten rasch EU-Maßnahmen für Viehwirtschaft
Wutscher: Starker Euro verteuert Fleischexporte, verbilligt jedoch Billig-Importe
Wien (OTS) - "Der starke Euro, der die EU-Fleischexporte deutlich
bremst, und ein europaweites Überangebot haben auf dem Schweinemarkt
zu einem Preistief geführt, das die übliche Talsohle eines
Schweinezyklus-Tiefs um mehr als ein Viertel unterschreitet.
Zusätzlich belasten hohe Futtermittelkosten Züchter und Mäster.
Selbst Spitzenbetriebe kommen schuldlos in die ökonomische
Problemzone. Damit die Erzeuger nicht vor den Agrarfabriken in
Dänemark, Belgien oder Spanien kapitulieren müssen, erwarten wir die
Fortsetzung der EU-Maßnahmen bis zum Ende der derzeitigen
Preismisere. Wir rufen aber auch Konsumenten und Handel zur
Solidarität mit den heimischen Bauern auf. Ob in diesem Zusammenhang
anhaltende Konsumentenpreissteigerungen trotz zweistelliger
Erzeugerpreisrückgänge der richtige Weg sind, ist mehr als fraglich",
erklärte heute Gerhard Wlodkowski, Präsident der
Landwirtschaftskammer Österreich.
"Aus heutiger Sicht ist spätestens im Frühjahr 2008 der
Schweinepreis in Österreich wieder auf zufriedenstellendem Niveau.
Die Gründe für einen guten Schweinemarkt 2008 liegen einerseits in
den rund 2 Mio. zusätzlichen Nächtigungen, die durch die Fußball-EM
zu erwarten sind und andererseits in den derzeit zu beobachtenden
vermehrten Schlachtungen bei Zuchtsauen. Diese Aussichten vor Augen,
rufen wir sowohl Mäster als auch Ferkelerzeuger, die derzeit
ebenfalls mit enormen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, auf, nicht
vorzeitig das Handtuch zu werfen. Von der EU verlangen wir als
Unterstützung die Verlängerung der Ende Oktober beschlossenen und
derzeit zeitlich befristeten privaten Lagerhaltung bei
Schweinefleisch", betonte Wlodkowski.
Eine weitere Forderung gehe angesichts des Euro-Hochs nach
Exporterstattungen zur Unterstützung der Schweinefleisch-Ausfuhren.
"Traditionell exportiert die EU jährlich rund 1,3 Mio. t
Schweinefleisch. Das ist durch den teuren Euro derzeit spürbar
schwieriger geworden. Mehr noch: Wegen des billigen Dollars wurden
Importe in die EU lohnender. Hier erwarten wir rasch Maßnahmen von
der Europäischen Kommission", so Wlodkowski.
Rinder: EU bereits Netto-Importeur
"In den vergangenen Wochen sind immer weniger Kälber zur Mast
eingestellt worden, was unter anderem zu einer leichten Entspannung
der Preissituation im Rinderbereich führte. Insgesamt aber ist dieser
Sektor in den letzten Jahren bereits derart geschrumpft, dass die EU
heute bei Rindfleisch Nettoimporteur geworden ist. Die europäischen
Konsumenten verlangen jedoch von den Rindererzeugern höchste Qualität
und strengste Produktionsstandards. Durch Importe aus Übersee können
diese Ansprüche jedoch immer weniger erfüllt werden. Wir verlangen,
dass der Erhalt der europäischen Produktion als strategisches Ziel
einer EU-Agrarpolitik, auch im Sinne unserer qualitätsbewussten
Konsumenten, wieder in den Vordergrund rückt und die entsprechenden
Begleitmaßnahmen dazu ergriffen werden", ergänzte Walfried Wutscher,
Obmann des Ausschusses für Viehwirtschaft der LK Österreich und
Präsident der LK Kärnten.
"Die EU muss sich im Klaren darüber sein, dass eine
Billigpreispolitik, kombiniert mit einer intensiven Diskussion über
eine weitere Reduktion von Ausgleichszahlungen für die Bauern, der
Landwirtschaft auf Sicht die positive Perspektive entzieht. Eine im
Nahrungsmittelbereich jedoch von Überseeimporten völlig abhängige
Europäische Union kann wohl nicht die Zielvorstellung der EU-Politik
sein. Das würde sowohl den Konsumentenwünschen als auch jeder
Sicherheitsstrategie widersprechen. Hier verlangen wir eine
Agrarpolitik, die den EU-Viehsektor unterstützt und ihn nicht
behindert oder gar seine Existenz gefährdet", stellte Wutscher fest.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Landwirtschaftskammer Österreich
Schauflergasse 6, 1014 Wien
Tel.: 01/53441-0, Fax: 01/53441-8509
mailto: [email protected]
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