- 25.10.2007, 10:27:45
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Wlodkowski: Rasch Entwurf für Ökostromgesetz vorlegen
Appell, Biogasanlagen-Betreiber nun nicht im Stich zu lassen
Wien (OTS) - "Es ist allerhöchste Zeit, dass umgehend ein Entwurf
für eine Reform des Ökostromgesetzes vorgelegt wird. Das erklärte
Ziel der Bundesregierung, den Ökostromausbau zu forcieren, erreicht
man nur durch konkretes Handeln, wofür ein praxisorientiertes Gesetz
die notwendige Basis bildet. Um neben der Wasserkraft auch die
übrigen verfügbaren Ökostrompotenziale bei Biomasse, Biogas,
Windkraft und Photovoltaik voll ausschöpfen zu können, ist eine
rasche Novelle unumgänglich. In diesem Zusammenhang wiederholen wir
den Appell, die Betreiber von Biogasanlagen, die wegen hoher
Rohstoffpreise unverschuldet und unvorhersehbar in akute
wirtschaftliche Gefahr geraten sind, nicht im Stich zu lassen und
ihnen wirksam zu helfen", erklärte Gerhard Wlodkowski, Präsident der
Landwirtschaftskammer Österreich.
"Außerdem ist es angesichts sowohl des derzeitigen Ölpreis-Hochs,
als auch der unvermindert steigenden CO2-Belastung und der damit
verbundenen Negativfolgen des Klimawandels für uns absolut
unverständlich, wenn der Einsatz erneuerbarer Energien noch immer in
Frage gestellt und mit einer Vielzahl von Scheinargumenten verzögert
oder gar verhindert wird", ergänzte Wlodkowski.
Ökostrom contra Atomstrom
"Die immer wieder vorgebrachte Behauptung, wonach Ökostrom für
Österreichs Haushalte zu teuer wäre, stimmt einfach nicht. Wenn man
die Kosten für Stromimporte pro Haushalt und Jahr mit den
tatsächlichen Kosten der Ökostromförderung vergleicht, sieht man,
dass es die Ökostromproduktion war, die eine noch drastischere
Belastung der Stromhandelsbilanz 2005 und 2006 abgefangen hat.
Österreich wird in den nächsten Jahren immer mehr Strom benötigen.
Gleichzeitig führt der Klimawandel zu außergewöhnlich niedrigen
Wasserständen in den Wasserkraftwerken. Die Folge sind vermehrte
Stromimporte, die wegen der unaufhörlich steigenden Erdöl-, Erdgas-
und Uran-Preise für die Konsumenten immer teurer werden. Dem kann nur
der weitere Ausbau der Ökostromproduktion im eigenen Land
entgegengesetzt werden. Ökostrom ist also nicht nur der beste Beitrag
zur Versorgungssicherheit, er verhindert auch die zunehmende Einfuhr
von Atomstrom", so Wlodkowski weiter.
Ökostrom: EUR 25,- pro Jahr und Haushalt
Für die Ökostromförderung wurden 2006 rund EUR 160 Mio.
aufgewendet. Im selben Zeitraum jedoch verschlechterten steigende
Stromimporte die Handelsbilanz für Brennstoff und Energie enorm. Das
Handelsbilanzdefizit beträgt bereits EUR 9,3 Mrd. Auf einen Haushalt
in Österreich umgelegt sind dies EUR 2.700,- pro Jahr. Im Gegensatz
dazu muss derselbe Haushalt pro Jahr nur EUR 25,- aufbringen, um die
klimafreundliche Ökostromerzeugung zu forcieren.
Lebensmittel vor Energie
"Wenn nun von jenen, denen die fossile Energie und der Atomstrom
immer näher waren als der Ökostrom, gar ethische Aspekte in die
Diskussion eingebracht werden, dann sei noch einmal festgestellt,
dass die Landwirtschaft stets der Erzeugung von Lebensmitteln und
Futtermitteln den Vorrang vor der Herstellung von biogener Energie
eingeräumt hat und weiterhin einräumen wird. Doch allein die
Aufhebung der EU-Flächenstilllegungspflicht macht in Österreich ein
Anbaupotenzial von mehreren zehntausend Hektar Fläche frei. Auf
diesen Flächen lassen sich Rohstoffe auch für die Energienutzung
produzieren, ohne dadurch die Versorgung mit Nahrungs- oder
Futtermitteln zu gefährden oder die Lebensmittelpreise in die Höhe zu
treiben", stellte Wlodkowski weiter fest.
Ökostrom rechnet sich
"Ökostrom aus heimischer Produktion rechnet sich, der Nutzen ist
nachweislich und spürbar höher als die Kosten. Ökostrom reduziert die
Importabhängigkeit, erhöht die Versorgungssicherheit und hilft mit,
den Klimaschutz voranzutreiben. Österreich muss fast drei Viertel
seines Primärenergiebedarfs aus internationalen Energiemärkten
importieren, die politisch und ökonomisch unsicher sind. Daher
brauchen wir rasch intelligente Lösungskonzepte für eine bessere
Energieeffizienz sowie mehr Wärme und Strom aus sicheren heimischen
Energieträgern. Der weitere Ausbau der Ökostromproduktion ist daher
nicht nur eine Frage der ökonomischen Vernunft, sondern bietet auch
eine langfristige strategische Option auf mehr Versorgungssicherheit
und Unabhängigkeit Österreichs", betonte Wlodkowski.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Landwirtschaftskammer Österreich
Schauflergasse 6, 1014 Wien
Tel.: 01/53441-0, Fax: 01/53441-8509
mailto: [email protected]
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