- 18.10.2007, 17:00:00
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Pressemitteilung: Rückstellung eines Gemäldes nach Veröffentlichung in der Kunst-Datenbank des Nationalfonds
Wien (OTS) - Die Veröffentlichung erbloser herkunftsbedenklicher
Kunstobjekte auf der Online-Kunst-Datenbank des Nationalfonds der
Republik Österreich hat im Falle des Gemäldes "Bauernbesuch/In der
Bauernstube" von Adriaen Ostade zu einer Kunstrückgabe an die Erben
des ursprünglichen Eigentümers geführt. Das Gemälde aus dem 17.
Jahrhundert, das bislang zum Bestand des Kunsthistorischen Museums
(KHM) gehörte, wurde von der Commission for Looted Art in der
Kunst-Datenbank identifiziert und soll nach einem jüngsten
Beiratsbeschluss an die Erben von Bruno Jellinek restituiert werden.
Der ursprünglicher Eigentümer des Gemäldes, der tschechische
Geschäftsmann Bruno Jellinek, flüchtete nach dem "Anschluss" 1938 aus
Österreich; sein Kunstbesitz wurde von den NS-Behörden beschlagnahmt
und teils an Privatpersonen, teils an staatliche Sammlungen verkauft.
Das Ostade-Gemälde wurde von der VUGESTA (Gestapo) beschlagnahmt und
ins Dorotheum eingebracht, jedoch noch vor einer geplanten Auktion am
2. Dezember 1941 um 16.000 Reichsmark an das KHM verkauft.
Das Bild war in der KHM-Liste der als "herrenlos" klassifizierten
Kunstgegenstände enthalten, die das Museum dem Nationalfonds im
Sommer 2006 zur Veröffentlichung in seiner Kunst-Datenbank
übermittelt hatte. Wenige Wochen nach dem Start der Kunst-Datenbank
am 17. Oktober 2006 konnte die "Commission for Looted Art in Europe",
welche die Erben nach Bruno Jellinek vertritt, das Gemälde im
Internet identifizieren. Anne Webber, Repräsentantin der Commission
for Looted Art, kontaktierte das KHM und den Nationalfonds sowie die
Kommission für Provenienzforschung. Letztere erstellte ein Dossier
zum Gemälde und legte es dem Kunstrückgabe-Beirat zur Entscheidung
vor. Dieser empfahl am 28. September 2007, das Kunstwerk an die Erben
von Bruno Jellinek zurückzustellen. Bereits im Oktober 2001 hatte der
Beirat die Rückgabe von fünf Kunstobjekten aus dem Bestand der
Albertina an die Erben von Bruno Jellinek empfohlen.
Die Kunst-Datenbank des Nationalfonds beinhaltet einen nach
Kategorien geordneten Katalog von derzeit über 8.700 Kunst- und
Kulturgegenständen, die sich in Museen und Sammlungen der Republik
Österreich oder der Stadt Wien befinden. Der Großteil der
veröffentlichten Objekte ist Gegenstand von Kunstrückgabeverfahren.
Der Objektbestand der Kunst-Datenbank wird laufend aktualisiert.
Die Veröffentlichung von Objekten in der Kunst-Datenbank erfolgt
in Kooperation mit den betroffenen Museen und der österreichischen
Provenienzforschung. Sie soll zur Klärung der Restitutionsfähigkeit
der Kunstgegenstände beitragen. Zu diesem Zweck ist jedes Objekt nach
kunsthistorischen Kriterien beschrieben und mit Informationen zum
jeweiligen Stand des Rückgabeverfahrens versehen. Berechtigte können
damit Kunstgegenstände identifizieren und sie vor der gesetzlich
vorgesehenen Verwertung durch den Nationalfonds beanspruchen.
Rückfragehinweis:
mailto:[email protected]
www.lootedart.com
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