- 15.10.2007, 10:12:36
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Schiffmann: Bäuerinnen sichern weltweite Nahrungsmittel-Produktion
ARGE Österreichische Bäuerinnen unterstützt Landfrauen-Anliegen weltweit
Wien (OTS) - Das Recht auf Nahrung ist ein Menschenrecht und die
Landfrauen sind sich bewusst, dass sie mit ihrer Arbeit gesunde und
hochwertige Nahrungsmittel erzeugen, die für mehr als 6 Mrd. Menschen
auf der Welt reichen müssen. "Bäuerinnen und Bauern müssen weltweit
die Möglichkeit haben, genügend Lebensmittel für die wachsende
Weltbevölkerung zu erzeugen. Daher ist es notwendig, dass sie mit
finanziellen Mitteln entsprechend unterstützt werden, damit sich für
sie auch künftig die Produktion und der Verkauf von Agrarprodukten
rechnen", lautet die Botschaft der Landfrauen, die in der
International Federation for Agricultural Producers (IFAP) vertreten
sind.
Die Arbeitsgemeinschaft Österreichische Bäuerinnen in der
Landwirtschaftskammer Österreich unterstützt die Anliegen der
Landfrauen weltweit und erinnert anlässlich des Weltlandfrauentages
2007, der heute begangen wird, dass die Bäuerinnen weltweit eine
bedeutende Rolle bei der Sicherung der Nahrungsmittelproduktion
haben. Der Weltlandfrauentag wurde 1995 bei der
UNO-Welt-Frauenkonferenz in Beijing mit dem Ziel ins Leben gerufen,
den internationalen Austausch und das Verständnis zwischen Landfrauen
aller Nationen zu fördern.
Theresia Schiffmann, Vorsitzende der ARGE Österreichische
Bäuerinnen in der Landwirtschaftskammer Österreich, unterstützt daher
die Forderungen von Karen Serres, der Vorsitzenden des
IFAP-Landfrauen-Ausschusses, wonach alle Regierungen aufgerufen sind,
die bäuerlichen Nahrungsmittelproduzenten entsprechend zu fördern.
"Das ist eine große Herausforderung, die es anzunehmen gilt, weil
Bäuerinnen und Bauern für ihre Produkte weltweit profitable Preise
brauchen, wenn sie ihrer Rolle bei der Sicherung der
Nahrungsmittelproduktion für die wachsende Weltbevölkerung gerecht
werden wollen", sind sich Schiffmann und Serres einig.
Kampf gegen Armut beginnt bei Landfrauen
"In den Entwicklungsländern produzieren Bäuerinnen unter teilweise
sehr schwierigen Bedingungen rund 80% der Lebensmittel und sichern
somit die Versorgung ihrer Familien. Rund 70% der Armen leben in
ländlichen Gebieten und der Weg aus der Armut und aus dem Hunger
beginnt bei den Landfrauen. Obwohl sie selbstständig Landwirtschaft
betreiben und sich auch im sozialen und kulturellen Bereich
engagieren, bleibt ihnen beispielsweise in vielen Staaten der Zugang
zu Landbesitz, Investitionskrediten sowie Bildungs- und
Gesundheitseinrichtungen nach wie vor großteils verwehrt", gibt die
ARGE Bäuerinnen-Vorsitzende und Bundesbäuerin zu bedenken.
"Die Bäuerinnen in den Entwicklungsländern brauchen Verbündete,
die verstärkt für ihre Anliegen eintreten, denn ohne effektive
Unterstützung der Landfrauen wird der Kampf gegen die weltweite Armut
aussichtslos sein", so Schiffmann. Der internationale
IFAP-Landfrauen-Ausschuss fordert anlässlich des Welttages der
Landfrauen eine Reihe von Maßnahmen zur Unterstützung und Förderung
der bäuerlichen Nahrungsmittelproduktion weltweit: "Landfrauen müssen
die Kontrolle und finanzielle Unabhängigkeit über die Erträge ihrer
Arbeit haben, damit sie die Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln
fortsetzen können sowie für sich und ihre Familien ein regelmäßiges
Einkommen erzielen. Jeder Bäuerin muss es möglich sein, eine eigene
Landwirtschaft zu besitzen und mit kompletter finanzieller
Unabhängigkeit zu führen, wenn das ihr ausdrücklicher Wunsch ist", so
der IFAP-Landfrauen-Ausschuss. Zudem sollten ein verbessertes
Marketing für Agrarprodukte sowie entsprechende Infrastruktur für
Transport und Verkauf die Nahrungsmittelversorgung zu fairen Preisen
sicherstellen. Weiters fordert der Ausschuss eine faire ländliche
Entwicklung in der Weise, dass Bauern auf ihren Höfen bleiben und
ausreichend Einkommen für ihre Familien erwirtschaften können.
Außerdem müsse ausreichendes Einkommen durch den Verkauf von
Agrarprodukten zustande kommen, damit Landfrauen weltweit in der Lage
seien, zu investieren und ihre Nahrungsmittelproduktion
kontinuierlich zu steigern.
Außerdem müsse den Landfrauen weltweit der Zugang zu allen
Produktionsmitteln ermöglicht werden, die den Umfang und die Qualität
der Nahrungsmittel erhöhen, ihre Arbeit erleichtern, eine Produktion
unter schwierigen Bedingungen eröffnen sowie jegliche
Beeinträchtigung der Gesundheit der Bäuerinnen und Bauern weltweit
ausschließen beziehungsweise minimieren.
Mehr als 50% der Nahrungsmittel werden weltweit von Frauen
produziert. In Afrika sind es mehr als 80% der Agrarprodukte, die von
Frauen hergestellt werden. In Asien beträgt dieser Anteil 60% und in
Südamerika sind es 30 bis 40%. Der Großteil der armen Bevölkerung
lebt weltweit in ländlichen Regionen: 70% der Armen in ländlichen
Regionen sind Frauen und ihre Haupteinnahmequelle ist die
Landwirtschaft.
IFAP ist eine weltweite Bauernorganisation, die die Interessen von
mehr als 600 Mio. Bauernfamilien in 115 nationalen Organisationen in
80 Staaten der Welt vertritt. Der IFAP-Landfrauen-Ausschuss
beschäftigt sich in einer Arbeitsgruppe mit der Entwicklung der
Bäuerinnenarbeit weltweit, der Anerkennung ihrer Rechte und deren
Vertretung in landwirtschaftlichen Organisationen. Mehr Informationen
gibt es im Internet auf der Homepage www.rural-womens-day.org/.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Landwirtschaftskammer Österreich
Schauflergasse 6, 1014 Wien
Tel.: 01/53441-0, Fax: 01/53441-8509
mailto: [email protected]
http://www.agrarnet.info
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