- 11.10.2007, 09:30:00
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Barrierefreiheit - so wachsen behinderten Fluggästen Flügel
Austrian Airlines als Vorreiter: Kooperation mit ÖZIV und Hilfsgemeinschaft
Wien (OTS) - Um auch behinderten und mobilitätseingeschränkten
Passagieren ein barrierefreies Flugerlebnis bieten zu können,
kooperiert die Austrian Airlines Group seit dem Sommer 2004 mit dem
ÖZIV - Österreichischen Zivil-Invalidenverband und der
Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs. Die
beiden gemeinnützigen Vereine schulen Austrian -Mitarbeiter, die in
direktem Kundenkontakt stehen, in Kommunikation und Umgang mit
behinderten Fluggästen. Die Trainer sind (zum Teil) selbst Betroffene
und fungieren als "Experten in eigener Sache". So können
Bodenpersonal und Kabinencrew mobilitäts-eingeschränkten Fluggästen
ein deutlich verbessertes Service anbieten, je nach Art und Schwere
der Beeinträchtigung.
Durch das spezielle Trainingsprogramm nehmen die Austrian Airlines
eine Vorreiterrolle unter den heimischen Personentransportunternehmen
ein.
Das von ÖZIV und Hilfsgemeinschaft ausgeklügelte Training basiert auf
praktischer Selbsterfahrung, wie etwa einem Rollstuhlparcours und
Führungen mit dem Taststock, sowie auf theoretischer
Wissensvermittlung. Die Schulungsteilnehmer profitieren von ihren
individuellen Erfahrungen und dem Dialog mit den Betroffenen. Es
entstehen bleibende Eindrücke, Berührungsängste werden abgebaut und
das Verständnis für die Bedürfnisse der behinderten Kunden wird
gefördert. Bisher wurden Mitarbeiter des Bodenpersonals geschult, das
Schulungsprogramm wird auch auf die Kabinencrews und andere
Schlüsselkräfte ausgeweitet.
"Mit diesem Schulungsprogramm engagieren sich die Austrian
Airlines in beispielhafter Art und Weise für die Anliegen von
Menschen mit Behinderung. Barrieren werden abgebaut: Nicht nur
tatsächliche Barrieren im Reisealltag, sondern auch Barrieren in den
Köpfen der Menschen! So wird barrierefreies Reisen möglich. Die
Unterrichtseinheiten werden durch den Peer Counseling Ansatz
besonders wertvoll: Denn unsere Experten wissen, wovon sie reden und
geben ihre individuellen Erfahrungen weiter", meint dazu Hedi
Schnitzer, Geschäftsführerin des ÖZIV.
Optimierung der Servicekette
Ziel der langjährigen Zusammenarbeit ist die Optimierung der
gesamten Servicekette - von der Buchung bis zur Ankunft. Schon lange
vor Inkrafttreten der EU-Verordnung über die Rechte von Flugreisenden
mit eingeschränkter Mobilität im Juli 2007, die u. a. die Schulung
von Mitarbeitern von Luftfahrtunternehmen und Flughäfen im Umgang mit
behinderten Menschen und in Fragen der Gleichstellung vorsieht, war
das Personal der Austrian Airlines bestens gerüstet. Denn man
versuchte nicht nur, die Anliegen behinderter Fluggäste besser zu
verstehen, es mussten auch die Arbeitsprozesse und -abläufe
hinterfragt und entsprechend angepasst werden.
"Darüber hinaus haben wir die Austrian Airlines bei der Gestaltung
von Informationsmaterialien für sehbeeinträchtigte Kunden beraten",
zeigt sich Irene Vogel, Geschäftsführerin der Hilfsgemeinschaft der
Blinden und Sehschwachen Österreichs, zufrieden. "Zur Zeit arbeiten
wir gemeinsam mit dem Institut integriert studieren an der
Johannes-Kepler-Universität Linz an einer Möglichkeit, elektronische
Buchungen von Flugreisen völlig barrierefrei über die Website von
Austrian Airlines abzuwickeln", erläutert Vogel.
Win-win-Situation
Die Austrian Airlines haben für ihre Mitarbeiter in Zusammenarbeit
mit ÖZIV und Hilfsgemeinschaft eine Guideline mit dem Titel
"Barrierefreies Reisen für Fluggäste mit besonderen Bedürfnissen"
erarbeitet. Die Kooperation ist eine absolute win-win-Situation für
alle Beteiligten, aber vor allem für die betroffenen Fluggäste. So
konnten in den letzten Jahren laufend positive Neuerungen für
behinderte Passagiere erzielt werden: Gehör- und sehbehinderte
Fluggäste dürfen nun in unbegrenzter Anzahl und ohne Begleitperson
(mit Ausnahme von taubblinden Passagieren, die eine Begleitperson
benötigen) reisen. Davor waren Gruppenreisen nicht möglich. Die
Anzahl der Rollstuhlfahrer pro Flug wurde, unabhängig von der
Flugzeugtype, erhöht. Begleitpersonen sind nur dann nötig, wenn die
Erfüllung der persönlichen Bedürfnisse (z. B. Toilette) nicht
selbstständig möglich ist. An Bord gibt es inzwischen eine
Safety-Card in Blindenschrift. Assistenz-, Partner- und
Blindenführ¬hunde dürfen jetzt kostenlos in die Passagierkabine
mitgenommen werden. Weiters wurden am Flughafen Wien Schwechat neue
mit "Special Assistance" gekennzeichnete Check-in-Schalter (Schalter
56 und 57) von Austrian Airlines eingerichtet. Wer ohne Begleitperson
zum Flughafen kommt, kann die Hilfe eines Travel Coaches in Anspruch
nehmen, der die Begleitung bis zum Flugzeug übernimmt. Mehr über die
Serviceleistungen der Austrian Airlines sowie nützliche Tipps sind im
Internet zu finden unter
http://www.aua.com/at/deu/About_Flight/preparation/barrierefree/
Die gewinnbringende Kooperation des größten heimischen
Flugunternehmens mit den Behindertenorganisationen ÖZIV und
Hilfsgemeinschaft soll auch in Zukunft fortgesetzt werden, um
barrierefreie Flugreisen für alle zu realisieren.
Rückfragehinweis:
Ursula Charwat ÖZIV - Österreichischer Zivil-Invalidenverband Tel.: 01/513 15 35-211 E-Mail: [email protected] http://www.oeziv.org Mag. Dr. Gabriele Frisch Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs Tel. 01/330 35 45-81 E-Mail: [email protected] http://www.hilfsgemeinschaft.at
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