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Neue KÄRNTNER TAGESZEITUNG - Kommentar: "Asyl" hat jetzt ein Gesicht (von Eva Weissensteiner)
Ausgage, 9. Oktober 2007
Klagenfurt (OTS) - Es ist ein Ruck durch die österreichische
Gesellschaft gegangen. Meinungsmacher, die das Wort "Ausländer"
"bisher vorzugsweise in Zusammenhang mit "-kriminalität" oder -"flut"
verwendet haben, steigen plötzlich auf die Barrikaden für eine
Ausländerfamilie, die nach dem Buchstaben des Gesetzes des Landes zu
verweisen ist. Ein Landespolitiker, der gern mit Überfremdungsparolen
auf Stimmenfang geht, will eine junge Frau, die sich ihrer
Abschiebung entzieht, als "Gast" aufnehmen. Und Dorfbewohner, die
eben jenem Politiker gerne einmal ihre Stimme geben, gehen für "ihre"
Asylanten auf die Straße.
Das Phänomen hat einen Namen: Arigona. Und es hat ein Gesicht; das
Gesicht einer 15-Jährigen, deren Auftreten, Kleidung und Idiom
österreichischer nicht sein könnten. Arigona trägt kein Kopftuch.
Arigona spricht akzentfrei. Arigona geht gern in die Disco. Arigona
möchte eine Friseurlehre machen. Das macht Arigona zu "einer von
uns". Und das macht Arigona zu einer Gefahr für eine Politik, die auf
das Spiel mit der latenten österreichischen Xenophobie setzt.
Arigona könnte erreichen, was Kirchen, karitative Einrichtungen,
Menschenrechts-aktivisten und einige wenige Politiker seit Jahren
vehement fordern: eine Novellierung des Asylgesetzes.
Rückfragehinweis:
Neue Kärntner Tageszeitung Viktringer Ring 28 9020 Klagenfurt Eva Weissensteiner Tel.: 0463/5866-521 E-Mail: [email protected]
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