- 08.10.2007, 10:00:01
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Zahnärzte warnen vor Verstaatlichung des Gesundheitssystems
Statt Zentralisierung Wohnort nahe Versorgung
Wien (OTS) - Ein Positionspapier des Gesundheitsministeriums sieht
den Ersatz der Kassenordinationen und deren örtliche Verteilung
(Stellenplan) durch so genannte "Gesundheitszentren" vor - das
bedeutet im Klartext die Verstaatlichung.
Die Österreichische Zahnärztekammer warnt ausdrücklich vor den
Nachteilen dieser Systemänderung:
1) Anstelle der heute selbstverständlichen freien Zahnarztwahl
tritt die Massenabfertigung durch anonyme, stets wechselnde
Behandler, die mit den individuellen Bedürfnissen des Patienten
nicht vertraut sind.
2) Da diese Einrichtungen nur in den Ballungszentren errichtet
werden sollen, werden vor allem ältere, behinderte, nicht mehr
so mobile Personen und Kinder durch lange Anfahrtswege
benachteiligt werden.
3) Durch die zahlreichen Begünstigungen dieser ambulanten
Einrichtungen wird ein Monopol geschaffen und Monopole sind
bekanntlich teurer.
4) Österreich verfügt über das beste, preisgünstigste und
konsumentenfreundlichste Gesundheitssystem, was erst jüngst
durch Studien wieder bestätigt wurde. Wir warnen davor, dieses
durch ein schlechteres zu ersetzen. Die Systeme von der
ehemaligen DDR bis Großbritannien liefern den Beweis, dass
verstaatlichte Gesundheits-einrichtungen teurer und
ineffektiver sind als sozialpartnerschaftlich organisierte.Statt diesen überholten Irrweg einzuschlagen wäre es sinnvoller,
die Stärkung der Wohnort nahen, am Patienten orientierten
zahnärztlichen Versorgung nicht länger zu blockieren, sondern in
Verhandlungen über die Verbesserung des zahnärztlichen
Kassenvertrages einzutreten, durch geeignete Nachfolgeregelungen die
Kontinuität der Behandlung zu sichern und durch die Ermöglichung
neuer Kooperationsformen für die niedergelassenen Zahnärzte den
Zugang zur Zahnheilkunde für alle zu verbessern.
Rückfragehinweis:
Österreichische Zahnärztekammer
Tel.: 05 05 11 - 0
mailto:[email protected]
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