• 03.10.2007, 14:40:26
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50 Jahre Sputnik nimmt das MAK als Startschuss für eine Ausstellung post-gravitaler Kunst

Am 4. Oktober feiert der erste künstliche Satellit Sputnik (zu Deutsch: Wegbegleiter) seinen 50. Geburtstag

Wien (OTS) - Das MAK nimmt den 50sten Geburtstag Sputniks am 4.
Oktober 2007 zum Anlass auf das im kommenden Jahr stattfindende
Projekt Orbita - NOORDUNG der slowenischen Künstler Dragan Zivadinov,
Dunja Zupancic und Miha Tursic hinzuweisen. Im
MAK-Gegenwartskunstdepot Gefechtsturm Arenbergpark zeigen die
Künstler ihren Prototypen eines Satelliten, der 2045 ins All gesendet
wird. Im Inneren des Satelliten, wo Imaginäres und Reales
aufeinandertreffen, werden Zeichnungen, Kunstwerke, Dokumente, Videos
und Skizzen zu Entwürfen der Raumstation Hermann Potocniks / Noordung
gezeigt. Der Flakturm wird somit zur Startfläche eines geostationären
Satelliten, in dem Kunst die Schwerkraft überwindet.

Am 20. April 1995, 22.00 Uhr, führten Dunja Zupancic & Dragan
Zivadinov gemeinsam mit vierzehn Schauspielern die Performance
NOORDUNG 1995-2045 zum ersten Mal auf. Im Intervall von zehn Jahren
soll die Performance wiederholt werden, über fünfzig Jahre hinweg.
Sollte ein Schauspieler in diesem Zeitraum sterben, wird dieser durch
Zeichen und seine Sprache durch Rhythmen und Melodien ersetzt. Im
Jahre 2045 werden dann vierzehn Signale und Musikstücke an Stelle der
Protagonisten treten, die von dem Satelliten aus an die Erde und in
den Weltraum gesendet werden.

Die Künstler beziehen sich mit dem Titel der Performance auf den
1892 in Pola, Istrien, geborenen Hermann Potocnik, der 1928 unter dem
Pseudonym Hermann Noordung das in Berlin herausgegebene Buch "Das
Problem der Befahrung des Weltraums - der Raketenmotor" verfasste.
Schwerpunkt des Buches stellen Beschreibung und Skizzen eines
Raumstationentwurfs dar, die fundamental für die Gestaltung des
geostationären Satelliten, Sputniks, waren. Hermann Potocnik,
Entdecker der geostationären Synchronbahn, die eine der wesentlichen
Grundlagen der modernen Satelliten- und Kommunikationstechnik
darstellt, veränderte mit seinen weitgreifenden Theorien die Welt.

Er gehörte als Pionier der Raketentechnik und Weltraumfahrt zu den
Errichtern eines Gedankengebäudes, das nach dem Zweiten Weltkrieg von
den damals konkurrierenden Supermächten in die Tat umgesetzt wurde.
Am 4. Oktober 1957 - für die westliche Welt unerwartet schnell -
startete die Sowjetunion vom Weltraumbahnhof Baikonur aus den
kugelförmigen Satelliten Sputnik 1. Sputnik markiert den Beginn der
Raumfahrt und damit einhergehend des Wettkampfs zwischen der
Sowjetunion und den USA.

"In erster Linie ist Sputnik eine heterotopische Ikone des
zwanzigsten Jahrhunderts. In zweiter Linie ein Suprematistisches
Wesen", so der Künstler Dragan Zivadinov. Die osteuropäische Moderne
hätte vor allem zwei Richtungen geprägt - den Konstruktivismus und
den Suprematismus. In dem Sinne sei der Sputnik das erste
supra-modernistische Wesen, das sowohl die suprematistische Form, die
Kugel, als auch die konstruktivistischen Funktionen durch Antennen,
vereint. Da letztere nichts Anderes täten, als den repetitiven Ton zu
supremieren, sei Sputnik außer supra-modernistischem Wesen zugleich
auch suprematistisches Zeichen.

Rückfragehinweis:

Presse MAK
   Sandra Ghignone
   Teresa Raninger
   Tel.: (++43-1) 711 36-233, 212, 229
   Fax:  (++43-1) 711 36-227
   mailto:[email protected]
   http://www.mak.at

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