- 14.09.2007, 13:24:56
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Erfolgreiche VIER PFOTEN Kampagne: Ungarn verbietet Wildtiere in Zirkussen - ein Vorstoß mit Vorbildfunktion in der EU
Wien (OTS) - In Ungarn ist ein generelles Wildtier-Verbot für
reisende Zirkusse in Kraft getreten. Vorausgegangen waren knapp
zweijährige Anstrengungen der internationalen Tierschutzorganisation
VIER PFOTEN in Kooperation mit dem ungarischen Verein FAUNA. Zusammen
mit Österreich verfügt das Land nun über die strengsten Regelungen
für Zirkusse in der EU. "Das junge EU-Mitglied Ungarn zeigt vielen
anderen Staaten wie wirksamer Tierschutz im Zirkus aussehen muss.",
sagt VIER PFOTEN Wildtier-Experte Thomas Pietsch.
Vorbildcharakter hatte aber natürlich vor allem Österreich, das
als erster EU-Mitgliedstaat die Wildtierhaltung in Zirkussen verboten
hatte. Bei der nun anstehenden Revision des Tierschutzgesetzes muss
dieses nationale Verbot allerdings auf Kamele und Lamas erweitert
werden - so die Forderung von VIER PFOTEN.
In der EU gibt es circa 1000 Zirkusunternehmen, von denen die
meisten Tiere mit sich führen. Festgekettete Elefanten,
verhaltensgestörte Bären, Löwen oder Tiger, die in kleinen
Gitterkäfigen im Kreis laufen - so sieht meist die traurige Realität
außerhalb der Manege aus. In Zirkussen sind Tiere ungenügenden
Haltungsbedingungen und schlechter Versorgung sowie ständigen
Ortswechseln und fragwürdigen Dressurmethoden ausgesetzt.
Diese Lebensbedingungen führen besonders bei Wildtieren regelmäßig
zu schweren Leiden bis zum Tod. Denn anders als domestizierte Tiere
haben sie keine zuchtbedingte Anpassung an ein Leben in
Gefangenschaft durchlaufen. Ihre Ansprüche an Haltung, Ernährung und
Pflege sind nach Ansicht von führenden Wissenschaftlern so hoch, dass
sie unter den Bedingungen reisender Zirkusse nicht befriedigt werden
können.
In der Gesellschaft werden Zirkusnummern mit Tieren zunehmend
kritisch gesehen und vermeintliche Attraktionen mit Wildtieren stoßen
immer häufiger auf Ablehnung. So wird der Auftritt von Wildtieren in
der Manege in vielen Ländern aus Tierschutzgründen bereits untersagt
oder eingeschränkt. In der EU verfügt neben Ungarn auch Österreich
über ein Wildtier-Verbot für Zirkusse. In Großbritannien wird eine
entsprechende Regelung vorbereitet. Schweden, Finnland, Dänemark und
die Tschechische Republik verbieten das Mitführen einzelner
Tierarten. In Belgien müssen Zirkustiere nach Zoostandards gehalten
werden, so dass kaum mehr Wildtiere gehalten werden.
Unter dem Motto "Manege frei - aber ohne Wildtiere" setzen moderne
Zirkusse vermehrt auf Programme ohne Wildtiere, oder gänzlich auf
Konzepte ohne Tiere. International erfolgreiche Unternehmen wie der
Cirque du Soleil, Flic Flac oder Roncalli bieten ein reichhaltiges
Programm aus Artistik, Musik, Tanz und Theater. VIER PFOTEN Experte
Pietsch: "Diese Zirkusform ist zukunftsweisend und bereichert das
Kultur- und Freizeitangebot. Kopfstehende Elefanten oder Tiger, die
durch brennende Reifen springen, sind dagegen nicht mehr zeitgemäß."
Rückfragehinweis:
Marco Flammang, Pressesprecher VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz Johnstraße 4, 1150 Wien Tel.: 0664-30 86 303 mailto:[email protected] Internet: www.vier-pfoten.at
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