• 14.09.2007, 12:48:03
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Gesundheitsreform: Massive Kritik an IHS-Vorschlägen durch Ärztekammer

ÖÄK-Vize Wechselberger : "Gleichschaltung für hochkomplexe Gesundheitsversorgung keine Lösung"

Wien (OTS) - Die heutigen Reformvorschläge des Instituts für
höhere Studien (IHS) sind bei der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK)
auf massive Kritik gestoßen. "Die heute gemachten Vorschläge
bedeuten eine Gleichschaltung der Gesundheitsversorgung, die das
bisherige System, mit dem die Menschen hochzufrieden sind, auf den
Kopf stellen würde. Zentralisierung und Monopolisierung sind keine
Lösung für ein hochkomplexes Versorgungssystem, das auf eine
unterschiedliche Bevölkerungsstruktur und Morbidität in Bundesländern
und Regionen Bedacht zu nehmen hat. Kommt ein derartiges Modell mit
Einheitsleistungen und Einheitsversorgung, sind ein Rückbau des
Gesundheitswesens, Fehlsteuerung und Unterversorgung programmiert",
warnte der geschäftsführende Vize-Präsident der Österreichischen
Ärztekammer (ÖÄK), Artur Wechselberger in einer Aussendung.

Die Ärzteschaft lehne entschieden ab, dass das LKF-System, das einen
Finanzierungsdeckel beinhalte und bis jetzt schon nicht kostendeckend
sei, "über die Hintertür" in Form etwa einer Vereinheitlichung der
Honorare der Vertragsärzte auch auf den niedergelassenen Bereich
übertragen werde. "Eine gedeckelte Finanzierung bedeutet Rückbau,
darüber muss sich jeder verantwortungsbewusste Politiker im Klaren
sein", erklärte der geschäftsführende ÖÄK-Vize. Auch verschiedene
Bundesländer hätten bereits darauf hingewiesen, dass das
Gesundheitssystem je nach Region Bedacht auf differenzierte,
unterschiedliche Versorgungsbedürfnisse nehmen müsse und den von
Gesundheitsökonomen immer stärker angedachten Trend zur Staatsmedizin
abgelehnt.

Generell fehlten im Gesundheitssystem positive Incentives bzw.
anreizorientierte Finanzierungssysteme, um Patientenströme im Sinn
einer abgestuften Versorgung zu lenken, betonte Wechselberger.
Benötigt würden hierfür auch Ärztezentren und durch Ärzte geführte
Ärztegesellschaften im niedergelassenen Bereich. Wer durch
Monopolisierung den Rest an Markt und Eigeninitiative abschaffe,
werde ein "löchriges System" wie in England oder Italien ernten. "Das
ist dann genau das Marktversagen, das so gern kritisiert wird. Daher
kann ich Gesundheitsökonomen nur raten: Finger weg vom
Versorgungssystem", so Wechselberger abschließend.

Rückfragehinweis:
Pressestelle der
Österreichischen Ärztekammer
Tel.: (++43-1) 513 18 33

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