- 14.09.2007, 10:29:43
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Gesundheitsreform: Spitalsambulanzen boomen nach wie vor
Steigender Bundestrend ungebrochen - Wien ist die Ausnahme - Spitalsärzteobmann Mayer: "Fallzahlen steigen in den meisten Ländern ständig"
Wien (OTS) - Vor dem Hintergrund der laufenden Diskussion hat der
Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte in der Österreichischen
Ärztekammer (ÖÄK), Harald Mayer, auf die ungebrochen hohen
Steigerungsraten von Patienten in den Spitalsambulanzen hingewiesen.
"Es ist nach wie vor so, dass in allen Bundesländern - mit Ausnahme
von Wien - die Frequenzen stark steigen", machte Mayer Freitag in
einer Aussendung aufmerksam. "Man kann die Zahlen nicht über einen
Kamm scheren. Insgesamt haben wir bei den Fallzahlen - also bei jenen
Zahlen, die die tatsächlichen Patientenbesuche in den
Spitalsambulanzen repräsentieren, eine Steigerung von 4.722.684
ambulanten Fällen im Jahr 1996 auf 6.524.242 Millionen im Jahr 2005.
Das ist eine Steigerungsrate bei den Fonds-finanzierten
Krankenanstalten von rund 38 Prozent in den Ambulanzen und dieser
Trend hält an."
Für Mayer ist die Steigerung mit ein Grund für die unverändert hohe
Arbeitsbelastung der Spitalsärztinnen und -ärzte. In sieben von zehn
Spitälern wird das Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz nach Studien
des Arbeitsinspektorats bekanntlich gebrochen, Spitalsärzte arbeiten
hier bis zu 100 Wochenstunden und mehr. "Spitalsärztinnen und -ärzte
sind maximal belastet. Auch die Ambulanzen boomen in der Mehrheit der
Bundesländer nach wie vor und müssten entlastet werden. Hier werden
Leistungen erbracht, die natürlich auch finanziell abgegolten werden
müssen. Besonders die erste Untersuchung und Behandlung, die jedem
Ankömmling in der Spitalsambulanz zusteht, ist dabei in der Regel
aufwändig und intensiv", stellte Mayer klar.
Nicht zu bestreiten sei, dass der niedergelassenen Bereich durch die
frühere Entlassungen von Patienten - die durchschnittliche
Verweildauer ist von 1990 bis 2005 aufgrund des LKF-Systems von 10,3
auf 6,1 Tage gesunken - über Gebühr belastet sei. "Hier müssen sich
die Gesundheitspolitiker Gedanken machen, wie sie spitalsentlastende
Strukturen in Form von Ärztepraxen und -gesellschaften schaffen und
entsprechend mit finanziellen Mitteln ausstatten. Es müssen adäquate
Auffangmöglichkeiten für die früher entlassenen Patienten gefunden
werden. Aber auch in den Spitälern wird man sich überlegen müssen,
wie man diese angesichts des Patientenstroms strukturell so
ausstattet, dass Spitalsärzte endlich unter humanen
Arbeitszeitbedingungen arbeiten können", so Mayer abschließend.
Rückfragehinweis:
Pressestelle der
Österreichischen Ärztekammer
Tel.: (++43-1) 513 18 33
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