- 11.09.2007, 13:48:30
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Mittelohrentzündung: Erkrankung nicht auf die leichte Schulter nehmen
Rechtzeitige Schutzimpfung kann Folgeschäden vermeiden
Wien (OTS) - Die akute Mittelohrentzündung ist eine der häufigsten
Kinderkrankheiten in Österreich. Haben Eltern den Verdacht, dass ihr
Kind unter einer Mittelohrentzündung leidet, müssen sie mit der/dem
Kleinen sofort zum Kinderarzt. Die Krankheit darf auf Grund der
Gefahr einer andauernden Schwerhörigkeit unter keinen Umständen
verschleppt werden. Eine Impfung mit einem speziellen
Pneumkokken-Impfstoff könnte Kinder gegen die häufigsten bakteriellen
Erreger und damit vor möglichen Folgeschäden schützen.
"Die Impfung würde einen Teil der durch Pneumokokken verursachten
Mittelohrentzündung verhindern", informiert Prof. Ingomar Mutz vom
österreichischen Impfausschuss. "Folgeschäden der Mittelohrentzündung
sind vor allem Schwerhörigkeit oder vollständiger Gehörverlust", so
Prof. Mutz weiter. In vielen Fällen wird nicht auf
Pneumokokkeninfektion hin untersucht, da diese bei der
Mittelohrentzündung nur anhand einer Flüssigkeitsentnahme durch das
Trommelfell möglich ist. Daher werden sofort Antibiotika verordnet,
was bei mehrmaliger Mittelohrentzündung zu einer
Antibiotika-Resistenz führt und dadurch die Behandlungsmethoden
drastisch eingeschränkt werden. "Antibiotika-Resistenz bedeutet, dass
die üblichen Antibiotika nicht mehr wirken und dadurch vermehrte
Komplikationen wie Organverluste durch Infektionen auftreten", so
Prim. Christoph Wenisch, Vorstand der 4. Medizinischen Abteilung mit
Infektions- und Tropenmedizin im Kaiser-Franz-Josef-Spital. Besonders
fatal wirkt sich eine solche Antibiotika-Resistenz dann im Alter aus,
wenn vermehrt Krankheiten auftreten, die einer antibiotischen
Behandlung bedürfen.
Obwohl die Infektion mit Pneumokokken gerade bei Kleinkindern
große Gefahren birgt und großes familiäres Leid auslösen kann, sind
die Kosten für viele Eltern immer noch zu hoch. Aus diesem Grund und
da auch immer noch sehr viele Eltern die Schwere der
Pneumokokkeninfektionen unterschätzen, ist die Impfrate in Österreich
sehr gering. Deshalb fordern Prof. Mutz und Prim. Wenisch umgehend
eine kostenlose Pneumokokkenimpfung für alle Kinder, nicht nur für
die 10 Prozent der Risikokinder. Um bis zu einem möglichen
politischen Umdenken die Impfrate zu erhöhen, gibt es eine jährliche
Impfaktion, die auch heuer am 1. September startete und bis zum 29.
Februar 2008 andauert. Während dieses Zeitraums ist der
Pneumokokkenimpfstoff in allen österreichischen Apotheken um Euro 79
erhältlich (anstatt Euro 177,85). Diese Impfung wird für Kinder von 0
bis 5 Jahren dringend von der Ärztekammer und vom österreichischen
Impfausschuss empfohlen!
Welche Krankheiten weiters durch Pneumokokken verursacht werden
Weiters erkranken in Österreich jährlich immer noch viele
Kleinkinder an der gefährlichen, durch Pneumokokken verursachten,
Gehirnhautentzündung und allzu oft endet diese Erkrankung mit dem Tod
des kleinen Patienten. Da der Verlauf von invasiven
Pneumokokkeninfektionen innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich
werden kann, ist es meist nicht möglich Laborergebnisse zur
Verifizierung abzuwarten. Es muss unverzüglich behandelt werden. Bei
weniger dramatischen Fällen bleiben trotzdem oft Folgeschäden wie
Lähmungen, Hör- und Sehstörungen, sowie Behinderungen der
geistig-motorischen Entwicklung zurück. Nur weniger als die Hälfte
der an Gehirnhautentzündung erkrankten Kinder genesen vollständig.
Dieser hohe Anteil an Folgeschäden, aber auch die Erkrankung selbst,
deren Ausgang wochenlang nicht vorhersehbar ist, bedeutet für die
betroffenen Familien meist großes Leid.
Auch Lungenentzündung und Sepsis (Blutvergiftung) werden durch
Pneumokokken verursacht.
Die in diesem Pressetext verwendeten Personen- und
Berufsbezeichnungen treten der besseren Lesbarkeit halber nur in
einer Form auf, sind aber natürlich gleichwertig auf beide
Geschlechter bezogen.
Rückfragehinweis:
Rückfragehinweis für die Presse: Welldone Marketing- und Kommunikationsberatungsges.m.b.H. Mag. Nicolas Tauferer | Leiter Public Relations Lazarettgasse 19/4. OG, 1090 Wien Tel.: 01/402 13 41-24 | e-Mail: [email protected]
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