- 05.09.2007, 11:01:32
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24-Stunden-Bereitschaft im niedergelassenen Bereich
Wien (OTS) - Dr. Christoph Reisner, Präsident der Ärztekammer für
Niederösterreich, begrüßt grundsätzlich den Vorstoß von
Bundesministerin Kdolsky, eine Entlastung der Spitalsambulanzen durch
eine Verbesserung der Kooperationsmöglichkeiten von niedergelassenen
Ärzten im Kassenbereich zu erreichen.
Reisner stellt jedoch klar, dass die in diesem Zusammenhang
angestrebte "Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft", wonach sich zwei Ärzte im
Zwölf-Stunden-Takt in einer Gruppenpraxis abwechseln, nur eine
Illusion sein kann: "Unter Berücksichtigung der medizinisch
vertretbaren Arbeitszeiten der Ärzte bedarf es zur Aufrechterhaltung
eines Sieben-Tage-Dienstrades rund um die Uhr mindestens sechs Ärzte.
Dabei ist jedoch eine Parallelarbeit von zwei Ärzten nicht möglich.
Aus den Ordinationen würden so kleine Krankenanstalten entstehen, die
für niemanden Sinn machen und deren Betrieb sich auch nicht
finanzieren ließe."
Um die Spitalsambulanzen zu entlasten bedarf es für Reisner
lediglich der Erhöhung der Attraktivität des niedergelassenen
Bereichs für die Patienten. Ein Problem sei die durchaus
verständliche Tatsache, dass Ordinationen dann geschlossen sind, wenn
Ärzte in Einzelpraxen am Ende ihres persönlichen Leistungsvermögens
angelangt sind. "Dies lasse sich jedoch nicht durch eine Novellierung
der gesetzlichen Rahmenbedingungen für Gruppenpraxen lösen, die laut
Kdolsky Gesellschaftsformen ermöglichen würden, bei denen sich Ärzte
gegenseitig anstellen können", so Reisner weiter. Die
Lösungsmöglichkeit liegt aus seiner Sicht vielmehr in schlanken
Regelungen, wie etwa einer erweiterten Vertretungslösung, bei der
Ärzte nicht nur tageweise vertreten werden können, sondern bei der es
auch zu Stoßzeiten Parallelarbeit geben darf.
"Das derzeit in Niederösterreich angebotene Modell der erweiterten
Vertretung erfreut sich bei der Ärzteschaft großer Beliebtheit.
Nämlich gerade in den zahlreich vorhandenen Ordinationen, die
eigentlich mehr erfüllen als die Versorgung, die für nur einen
einzigen Kassenvertrag vorgesehen ist." So gesehen ist diese Regelung
nicht nur für die Patienten ideal, sondern mit großem Abstand am
kostengünstigsten für das System. "Lediglich eine Parallelarbeit ist
noch nicht möglich. Gerade diese Möglichkeit könnte jedoch die
Attraktivität der Ordinationen am stärksten erhöhen und würde
gleichzeitig wesentlich geringere Mehrkosten als alle anderen Ansätze
nach sich ziehen. Nur so wäre es möglich, Arbeitsspitzen zu
bestimmten Zeiten oder an bestimmten Tagen auszugleichen und
wesentlich patientenorientierter arbeiten zu können."
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für NÖ
Pressestelle
Hr. Dihlmann
Tel. 0664/144 98 94
E-Mail: [email protected]
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