- 03.09.2007, 13:25:18
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"Closeness vs Dislocation - Contextualising Net-Based Art" am 10. September in Linz
Konferenz des Ludwig Boltzmann Institut Medien.Kunst.Forschung. beim Festival Ars Electronica 2007
Linz (OTS) - Seit den 1990er Jahren erweitert sich das Feld der
Medienkunst um das Genre der Netzkunst. Explorierend und
impulsgebend, die Grenzen des Mediums und des Kunstbegriffs kritisch
auslotend wie überschreitend - und trotzdem oftmalig für obsolet
erklärt. Die Konferenz "Closeness vs Dislocation - Contextualising
Net-Based Art" findet am 10. September von 13.30 - 19 Uhr in der
Kunstuniversität Linz/K2 im Rahmen des Festival Ars Electronica
(5.-11. September) statt. Sie versucht Internetkunst in einen
notwendigerweise interdisziplinären Kontext der Medienkunstforschung
zu stellen. Neben der mediengeschichtlichen Aufarbeitung der
Entstehung des Mediums Internet und den daraus folgernden
Auswirkungen auf künstlerische Schaffensprozesse erörtern die
Vortragenden kunsthistorische Zusammenhänge zwischen netzbasierten
und traditionellen Kunstformen.
Den Beginn macht Ted Nelson mit "Unifying Future Media", er stellt
das Konzept für ein wandlungsfähiges und vereinigendes Datensystem
aus Text, Bild und Video mit gemeinsamen Visualisierungen vor.
Lev Manovich präsentiert mit "Die unbegrenzte Ausdehnung" eine
kurze Kulturgeschichte der langsamen Verwandlung des Computers in
eine Maschine zur Mediensimulation sowie der Erfindung neuer Medien.
Sich stets verändernde und ausdehnende Medienmöglichkeiten sind
kulturell wichtiger als Inhalt geworden.
In der Folge beschreibt Marc Ries mit "Die Kunst des Teilens" die
Entwicklung von der frühen Netzkunst zum Web 2.0 und die Bedeutung
sowohl der Teilung von Inhalten, als auch von Partizipation.
Charlie Gere wiederum zeigt in "Netz-basierte Kunst und die
Galerie" auf, wie sich das Verhältnis zwischen netzbasierter Kunst
und traditionellen Kultureinrichtungen wie Galerien und Museen
verändert.
"Warum ich nie zu einer Netzkunsthistorikerin geworden bin"
erklärt Verena Kuni und diskutiert in ihrem Vortrag eine Reihe
methodologischer, technologischer sowie ökonomischer und
kontextbezogener Probleme bei der systematischen Beschäftigung mit
den Entwicklungen in diesem Feld kultureller Produktion.
Julian Stallabrass stellt in seinem Vortrag die Frage "Kann die
Kunstgeschichte das Netz erschließen?" und erläutert, dass sich für
Fotografie und Video am Anfang ähnliche Probleme stellten.
Gunther Reisinger präsentiert mit "Symbiotic methods.
Interdisciplinary approaches towards net-based art" ein
Forschungsprojekt des LBI Medien.Kunst.Forschung zur Integration
netzbasierter Kunst in den kunstwissenschaftlichen Kontext. Anhand
des Teilprojekts "netzpioniere.at" wird eine Online-Edition
internetbasierter Kunst als angewandte Grundlagenforschung verstanden
- zur Evaluierung der theoretischen Überlegungen an konkreten
Fallbeispielen.
Dieter Daniels, Leiter des LBI Medien.Kunst.Forschung, beschreibt
in seinem Vortrag "Digital Heritage" einen von den etablierten
Kulturinstitutionen ignorierten Bereich, dem sich das Institut
widmet: Auf dem Kunstmarkt werden etablierte Formen der Medienkunst
(Videoinstallation etc.) mittlerweile museal mit großem Aufwand
konserviert, während die kunsthistorisch und zeitgeschichtlich ebenso
bedeutungsvolle Netzkunst nach wie vor außerhalb der
kunstgeschichtlichen Evaluationskriterien liegt.
Das 2005 gegründete Ludwig Boltzmann Institut
Medien.Kunst.Forschung. in Linz hat sich zur Aufgabe gesetzt, diese
verhältnismäßig junge Spielart der Medienkunst in
kunstwissenschaftliche Forschungsabläufe zu integrieren, hierzu
werkspezifische Beschreibungsformen zu entwickeln und bestehende
quellentheoretische Ansätze miteinander zu kombinieren. Aufgabe des
Instituts ist es insbesondere, die im Archiv der Ars Electronica
gesammelten digitalen Kunstwerke bzw. deren Dokumentation
wissenschaftlich zu erschließen. Durch die Bündelung von
Wissenschaft, Kunst, Technologie und Kulturvermittlung erhält die
Beschäftigung mit unserer digitalen Umwelt eine neue Dimension.
Über die Ludwig Boltzmann Gesellschaft: Die 1961 gegründete Ludwig
Boltzmann Gesellschaft (benannt nach dem großen österreichischen
Physiker, Mathematiker und Philosophen) ist eine private
Trägerorganisation für Forschungseinrichtungen (Institute und
Cluster) in Österreich und befasst sich mit medizinischen sowie
geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Fragestellungen. Die
aus öffentlichen und privaten Mitteln finanzierte LBG untergliedert
sich in Institute und Forschungscluster und beschäftigt insgesamt
mehr als 260 Personen.
Service:
Informationen zur Presse-Akkreditierung für das Festival Ars
Electronica finden Sie hier:
http://www.aec.at/de/global/press_accreditation.asp
Tickets für Gäste können hier erworben werden:
http://www.aec.at/de/festival2007/service/tickets.asp
Rückfragehinweis:
Dr. Gunther Reisinger
Tel. +43/650/7898 487
[email protected]
http://media.lbg.ac.at
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