- 02.09.2007, 10:00:00
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Ärztekammer fordert psychisches Betreuungsangebot in Schulen
Dorner: Psychische Gesundheit wichtiger Vorsorgeaspekt - Bestehende Angebotsdefizite beseitigen - Moderne Teamarbeit und vermehrte Präsenz von Schulärzten erforderlich
Wien (OTS) - Anlässlich des Schulanfanges fordert die
Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) mehr Engagement der Schulbehörden
und Schulen zur Bewältigung der Verhaltensauffälligkeiten von
Schülerinnen und Schülern, die in Lernschwierigkeiten, erhöhte
Gewaltbereitschaft und negative Konditionierung im Umgang mit
Suchtmitteln und Drogen münden können. "Die psychische Gesundheit
unserer Kinder und Jugend ist eine weitere wesentliche Komponente
einer "aktiven" Vorsorgepolitik an unseren Schulen - neben
Gesundheitserziehung, gesunder Ernährung und mehr Sport", so
ÖÄK-Präsident Walter Dorner Sonntag in einer Aussendung. Die
Ausweitung und Intensivierung des schulärztlichen Dienstes im Verein
mit einem Team von Schulpsychologen seien daher ein Gebot der Stunde.
Durch diese Schwerpunktsetzung müsse man unverzüglich einer
bestehenden Versorgungslücke entgegenarbeiten, meinte der
Ärztepräsident.
"Für Schülerinnen und Schüler mit Verhaltensauffälligkeiten, bei
denen akuter Handlungsbedarf besteht, ist der Weg zum Schularzt nicht
nur offen, sondern auch dringend zu empfehlen", ergänzte die
Sprecherin der österreichischen Schulärzte, Gudrun Weber.
"Schulärztinnen und Schulärzte sind je nach Schülerzahl mehrmals in
der Woche fix in den Schulen des Bundes anwesend. Wünschenswert wäre
es, wenn auch die Pflichtschulen in ähnlicher Form kontinuierlich
schulärztlich versorgt wären", urgierte Weber. Die jetzt
praktizierte, nur einmalige Anwesenheit des Schularztes in diesen
Ausbildungsstätten sei im Regelfall zu wenig, um den zunehmenden
Bedarf an Betreuung, Beratung und Begleitung bei essenziellen
Problemen der Kinder zu decken.
Der ganzheitliche Gesundheitsbegriff umfasse die physische,
psychische und soziale Befindlichkeit der Kinder, so die Expertin
weiter. Das erfordere verstärkte Präsenz, Aufmerksamkeit,
Gesprächsbereitschaft und Zuwendung. Auf diese Aufgaben seien die
österreichischen Schulärztinnen und Schulärzte etwa durch
psychotherapeutische Aus- und Weiterbildung gut vorbereitet. Dabei
müsse eine gedeihliche Zusammenarbeit mit den Schulpsychologen
angestrebt werden. Weber sprach in diesem Zusammenhang positive
Aspekte dieser interprofessionellen Kooperation an, die sich in
Schulen, die auf moderne Teamarbeit setzten, bereits seit längerer
Zeit in der Praxis bewährt hätten.
Abschließend reklamierte Dorner lückenlose Vorschuluntersuchungen
durch Schul- und Kinderärzte sowie die Umsetzung der
Schulärzte-Anregungen nach einer durchgehenden und kontinuierlichen
schulärztlichen Betreuung.
Rückfragehinweis:
Pressestelle der
Österreichischen Ärztekammer
Tel.: (++43-1) 513 18 33
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