• 30.08.2007, 16:07:51
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Haberzettl: Arbeitsmarktöffnung natürlich an Bedingungen geknüpft

Geben Wirtschaft die Gelegenheit zu zeigen, dass sie Lehrlingsausbildung ernst nimmt

Wien (FSG) - "Wir werden uns genau anschauen, in welchen Branchen
eine Öffnung des Arbeitsmarktes ab 2009 für Beschäftigte aus den
neuen EU-Beitrittsländern vorstellbar ist. Klar ist aber, dass wir
diese Bereitschaft daran knüpfen, ob Wirtschaft und Politik auch bis
dahin ihre Hausaufgaben erledigen", sagt der Vorsitzende der Fraktion
Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG) und stellvertretende
vida-Vorsitzende Wilhelm Haberzettl. Zu diesen Hausaufgaben gehöre
die Intensivierung der Lehrlingsausbildung. Auch beim Blum-Bonus
erwartet sich Haberzettl von der Arbeitgeberseite eine
Reformbereitschaft.++++

"Klar ist, dass wir eine Lösung finden müssen, um beim Blum-Bonus
weg von den hohen Mitnahmeeffekten zu kommen. Die derzeitige
Gießkannen-Förderung ist sicher nicht die optimale Lösung", sagt
Haberzettl. Alle Betriebe sollten in einen Fördertopf einzahlen,
jene, die Lehrlinge ausbilden, daraus Geld erhalten, skizziert
Haberzettl die Vorstellung der Gewerkschaft. Gewährleistet müsse
dabei auch sein, dass es sich um qualitativ hochwertige und
zukunftsorientierte Ausbildungen handelt. "Derzeit ist der Blum-Bonus
ja so ausgestaltet, dass sogar Skandalbetriebe wie jener
Friseurbetrieb in Villach, der seinen Lehrlingen quasi den ‚Kauf des
Lehrverhältnisses’ abverlangt, in den Genuss der Förderung kommen
können. Das muss sich dringend ändern."

Zusätzlich werde man genau prüfen, ob die Betriebe aus den
Branchen mit angeblichem Fachkräftemangel auch die Lehrausbildung
verstärkt hätten. "Aus dem Verhalten der Wirtschaft in den
vergangenen Jahren lässt sich schließen, dass bislang bei weitem
nicht alle möglichen Anstrengungen unternommen wurden, um der Jugend
eine gute Ausbildung zu geben." Das zeige der deutliche Rückgang an
Lehrstellen, der seit den 80ern festzustellen sein. "Die Lehrlinge
von heute sind die Fachkräfte von morgen. Die Wirtschaft muss uns
jetzt beweisen, dass sie diesen Grundsatz lebt. Wenn nur nach
billigen Arbeitskräften aus dem Ausland verlangt wird, ohne dass die
Lehrlingsausbildung im Inland intensiviert wird, werden wir natürlich
nicht zustimmen", sagt Haberzettl.
(Schluss)

FSG, 30. August 2007 Nr. 41

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