- 30.08.2007, 12:31:13
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HOSI Wien richtet Appell an den Papst: Keine Einmischung in Innenpolitik!
Wien (OTS) - "Wir befürchten, dass sich Papst Benedikt XVI. bei
seinem Besuch nächste Woche in Österreich zu aktuellen
gesellschaftspolitischen Fragen wie die anstehende Einführung der
Eingetragenen PartnerInnenschaft für Lesben und Schwule zu Wort
melden wird", erklärte heute Vormittag HOSI-Wien-Mitarbeiterin Helga
Pankratz bei einer Pressekonferenz. "Wir rufen daher Joseph Ratzinger
auf, Österreichs Gastfreundschaft nicht zu missbrauchen und sich
jeglicher Einmischung in die österreichische Innenpolitik zu
enthalten."
"Wir haben im Vorfeld bereits prophylaktisch an Bundespräsident
Heinz Fischer, Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und
Nationalratspräsidentin Barbara Prammer sowie einige weitere
SpitzenpolitikerInnen geschrieben und sie aufgefordert, im Falle
solcher Einmischungen oder homophober Hasspredigten sofort zu
reagieren und Ratzinger in die Schranken zu weisen", berichtet
HOSI-Wien-Obmann Christian Högl weiter. "Uns ist bewusst, dass der
Papstbesuch für viele Gläubige ein besonderes Ereignis darstellt.
Auch wenn die Öffentlichkeit durch die massenmediale
Berichterstattung in Euphorie versetzt wird, finden wir, dass es
dennoch eine kritische Auseinandersetzung mit der Person Joseph
Ratzinger und mit gewissen Positionen der Kirche geben muss."
Am Tod hunderttausender Menschen mitschuldig
"Die einschlägigen Ausfälle des Papstes sind leider Legion",
verweist Pankratz auf Ratzingers diesbezügliches Sündenregister. "So
hat er immer wieder das Zusammenleben Unverheirateter,
gleichgeschlechtliche Beziehungen und Schwangerschaftsabbruch scharf
verurteilt. Homosexuelle Eheschließungen sind für Ratzinger
'Pseudo-Ehen' und Ausdruck einer 'anarchischen Freiheit, die sich
fälschlicherweise als wahre Befreiung des Menschen darstellen will'.
Ratzinger hat sich auch bereits massiv in Italiens Innenpolitik
eingemischt, als er die KatholikInnen des Landes dazu aufrief, nicht
an einer Volksbefragung teilzunehmen, mit der über die Lockerung der
Gesetze zur künstlichen Befruchtung entschieden werden sollte."
Auch die unrühmliche Rolle des Vatikans und der
römisch-katholischen Kirche in vielen Bereichen darf bei diesem
Besuch kein Tabu sein, etwa ihre Mitschuld am AIDS-Tod
hunderttausender Menschen durch die restriktive Haltung in Sachen
HIV-Prävention und Verhütung.
Cave Benedictum
Die HOSI Wien hat im Zusammenhang mit dem Papstbesuch auch einen
Flyer und ein Poster produziert: "Cave Benedictum: Gegen Homophobie.
Für Nächstenliebe", heißt es darauf (zum Download auf
www.hosiwien.at/?p=865). Die HOSI Wien unterstützt auch die
Demonstration "Nein zum Papstrummel - Gegen Sexismus,
Konservativismus und Homophobie", die am 7. September 2007, 15 Uhr,
in Wien (Karlsplatz) stattfinden wird, und ruft zur zahlreichen
Teilnahme daran auf.
Rückfragehinweis:
Christian Högl, Obmann, Tel.: 0699-11811038
Helga Pankratz, Tel.: (01) 893 75 70
Kurt Krickler, Generalsekretär, Tel.: (01) 5451310 oder 0664-5767466
mailto:[email protected] , www.hosiwien.at
ZVR-Nr.: 524 534 408
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