• 28.08.2007, 12:18:19
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Kdolsky Pläne: Dorner sieht Investitionsbedarf von zwei Milliarden

ÖÄK-Präsident: "Ausbau extramuraler Strukturen zur Spitalsentlastung notwendig, sonst landen Patienten im Niemandsland"

Wien (OTS) - Gut zwei Milliarden Euro an Investitionsbedarf sieht
ÖÄK-Präsident Walter Dorner für die von Gesundheitsministerin Andrea
Kdolsky für das kommende Jahr angekündigten neuen Ärztegesellschaften
im niedergelassenen Bereich. Diese Summe sei erforderlich, um den
Ausbau der ambulanten ärztlichen Versorgung durch Arztpraxen und die
neuen Ärzteorganisationen im niedergelassenen Bereich - etwa
Schmerz-, Onkologie- oder psychosoziale Zentren - so zu realisieren,
dass sie tatsächlich spitalsentlastend arbeiten könnten.
Bundesministerin Kdolsky sei aufgerufen, die Umschichtung bzw. das
Aufbringen der entsprechenden finanziellen Mittel zu sichern, damit
die Versorgung der Menschen bei der geplanten Entlastung der Spitäler
so sichergestellt werden könnte, "dass niemand durch das soziale Netz
fällt", erklärte Dorner in einer Aussendung am Dienstag. Er gehe
jedenfalls davon aus, dass es Kdolsky nicht darum gehe, einen Betrag
in dieser Größenordnung einzusparen. Dorner: "Das ist in Anbetracht
des medizinischen Fortschritts und der steigenden Lebenserwartung
schlechthin unmöglich. Da wird der Staat in Zukunft eher mehr als
weniger Geld in die Hand nehmen müssen, wenn er verantwortungsbewusst
handeln will."

Gleichzeitig gab Dorner zu bedenken, dass die neuen Strukturen, in
denen mehrere Ärzte im niedergelassenen Bereich einer Richtung oder
interdisziplinär zusammenarbeiten, geschaffen werden müssten, bevor
strukturelle Veränderungen im Spitalsbereich erfolgten. Schließlich
könne man Patienten "nicht ins Niemandsland schicken, die bisher im
Spital versorgt wurden". Er erinnerte in diesem Zusammenhang daran,
dass bei allen Überlegungen zur Umschichtung oder Veränderung von
Spitalsstrukturen ferner zwingend eine Grundversorgung durch die
Spitäler erhalten werden müsse. Dies sei im österreichischen
Strukturplan Gesundheit allerdings noch nicht verankert. Hier bestehe
Nachbesserungsbedarf. Auch müssten die neuen Ärztezentren ärztlich
geführt und durch die Ärztekammern supervidiert werden. Dorner: "Was
wir nicht wollen, ist ein Ausverkauf der österreichischen
Gesundheitswesens an profitorientierte globale Konzerne und damit
eine Zwei-Klassen-Medizin."

Generell seien die genannten Voraussetzungen unabdingbar, um eine für
die Patienten verträgliche Gesundheitsreform zu realisieren. "Alles
andere bliebe Stückwerk und wäre mit hohen sozialen und humanitären
Risiken behaftet", warnte der ÖÄK-Präsident. Im Übrigen halte er die
oft kolportierten Sparziele für die Spitäler generell für "bei weitem
überzogen". Auch bei der Umwandlung von Akut- in Pflegebetten seien
weiterhin die Kosten für den Erhalt des gesamten Apparats zu
begleichen. Auch die bessere Auslastung der Geräte der Spitäler durch
niedergelassene Ärzte sei "ein bloßer Wunschtraum, denn kein Patient
wird sich schon wegen der erforderlichen Nachversorgung um 21 Uhr
abends operieren lassen, nur weil der OP frei ist", so Dorner
abschließend.

Rückfragehinweis:
Pressestelle der
Österreichischen Ärztekammer
Tel.: (++43-1) 513 18 33

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