- 23.08.2007, 12:25:02
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Ministerin Schmied: Bildungspolitik als Gesellschaftspolitik wahrnehmen
Unterrichtsministerin präsentiert Reformmaßnahmen für das neue Schuljahr
Wien (OTS) - Mit dem Schuljahr 2007/08 wird sich an Österreichs
Schulen einiges verändern. Unterrichtsministerin Schmied präsentierte
heute im Rahmen einer Pressekonferenz die wichtigsten Reformschritte
für das neue Schuljahr: Kleinere Klassen, Ausbau der
Nachmittagsbetreuung und Erhöhung der Schülerbeihilfe. Außerdem
werden die schulautonomen Tage und die Termine für die Nachprüfungen
im September 2008 neu geregelt. Ein Gesetzesentwurf über das
"Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des
österreichischen Schulwesens" (BIFIE) wurde in die Begutachtung
geschickt.
Im Schuljahr 2007/08 wird es in Volksschulen, Hauptschulen und
Gymnasien voraussichtlich 8.227 erste Klassen geben. In rund 90 %
dieser Klassen werden maximal 25 Schülerinnen und Schüler sitzen, im
Durchschnitt 21 SchülerInnen. In den Volks- und Hauptschulen kommen
99 % aller ersten Klassen auf maximal 25 Schülerinnen und Schüler,
gab Ministerin Schmied bekannt. Um zu verhindern, dass aufgrund
fehlender Klassenräume Kinder mit AHS-Reife vom Gymnasium abgewiesen
werden, wurde für die AHS der "Richtwert 25" festgelegt: Das heißt
maximal 25 SchülerInnen plus eine 20%ige Überschreitung, also
höchstens 30 SchülerInnen. Die Zahl der ersten Klassen mit genau 25
Schülerinnen und Schülern oder weniger erhöht sich an den Gymnasien
auf 35%.
Rund 194.000 Schülerinnen und Schüler, so die Ministerin, profitieren
im kommenden Schuljahr von der Senkung der Klassenschülerhöchstzahl.
Damit werde eine massive Verbesserung der Unterrichtsqualität für
alle Schülerinnen und Schüler erreicht.
Als Reaktion auf Ergebnisse der letzten PISA-Studie und zur Senkung
der Drop-out-Quote in der 9. Schulstufe gibt es im Unterrichtsfach
Deutsch kommendes Schuljahr erstmals eine Teilung in allen ersten
Klassen der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen,
Fachschulen, Oberstufenrealgymnasien und in der AHS-Langform mit mehr
als 30 SchülerInnen. Damit sinkt die durchschnittliche Gruppengröße
von derzeit 28 auf 20 bzw. 21 SchülerInnen
Mit dem Ausbau der Tagesbetreuung wolle man vor allem "berufstätigen
Eltern Sorgen abnehmen", so die Ministerin. Die Zahl der
Betreuungsplätze steigt im Schuljahr 2007/08 österreichweit um 40%
auf 95.000. Neben dem Ausbau geht es um die Qualität der schulischen
Tagesbetreuung als Teil eines pädagogischen Gesamtkonzeptes.
Der Ausbau der Tagesbetreuungsplätze wirkt sich mit einem Plus von
400 Planstellen auch positiv auf die Arbeitsmöglichkeiten von
Lehrerinnen und Lehrern aus.
Die 1971 von der Regierung Kreisky eingeführte Schülerbeihilfe wird
erstmals seit 1999 wieder erhöht. Die Beihilfe steigt um 13%, der
Bezieherkreis wird um 10% erweitert.
Ministerin Schmied hat in diesen Tagen drei Gesetzesvorlagen in
Begutachtung geschickt: Auf Wunsch der Eltern soll die Frage der
schulautonomen Tage neu geregelt und 2 der insgesamt 4 bis 5 Tage
zentral vorgegeben werden. Nachprüfungen sollen ab September 2008
ohne Einschränkung des Unterrichtsbeginns am Montag und Dienstag der
ersten Schulwoche stattfinden.
Mit Beginn des Jahres 2008 soll das "Bundesinstitut für
Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des österreichischen
Schulwesens" (BIFIE) seinen Betrieb aufnehmen und, so Schmied, "die
qualitativen Grundlagen der bildungspolitischen Diskussion verbessern
oder überhaupt erst erarbeiten". Ende 2008 soll das Institut den
ersten Nationalen Bildungsbericht vorlegen.
Die Ministerin betonte abschließend neuerlich die große Bedeutung von
Kunst und Kultur für die Bildung junger Menschen und kündigte
Initiativen zur Kultur- und Kunstvermittlung anlässlich der Ernennung
von Linz zur Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2009 an.
"Bildungspolitik ist Gesellschaftspolitik, sie ist aber auch
Wirtschaftspolitik, weil sie die Lebens- und Berufschancen junger
Menschen entscheidend beeinflusst", schloss Schmied.
Eine zusammenfassende Darstellung der Reformmaßnahmen bietet der
Folder "Was ist neu zum Schulanfang?", der von der Website des BMUKK
downloadbar ist.
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Abteilung Öffentichkeitsarbeit
Tel.: (++43-1) 53 120-5150
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