• 14.08.2007, 11:40:34
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Gesundheitswesen: Rechnungshofvorschläge für Dorner "alter Sommerhut"

ÖÄK-Chef: "Es gibt keine validen Zahlen für seriöse Berechnungen, Vergleiche mit Türkei und Rumänien reichen nicht"

Wien (OTS) - Massive Kritik an der Sparvorschlägen von
Rechnungshof-Präsident Josef Moser im Gesundheitswesen übt heute
ÖÄK-Präsident Walter Dorner. In einer Aussendung bezeichnet Dorner
die von Moser ins Spiel gebrachte Sparsumme von 2,9 Milliarden als
"alten Sommerhut". "Diese Rechenspielerei ist schon ein halbes
Jahrzehnt alt. Sie ist falsch, beruht auf Schätzungen, Annahmen und
einer verheerenden Unkenntnis des österreichischen Gesundheitswesens.
Es gibt keine validen Daten auf deren Basis sich derartige
Monstersummen seriös errechnen ließen und trotzdem wird diese dünne
Suppe jeden Sommer wieder aufgewärmt und neu serviert", kritisiert
Dorner.

Würde die genannte Summe eingespart, stünde ein Drittel der
Spitalspatienten auf der Straße, macht der ÖÄK-Chef geltend. Dorner:
"Man kann nicht jedes dritte Akutbett einsparen ohne Rücksicht auf
Verluste. Ich vermisse hier Humanität und Verantwortungsbewusstsein.
So kann man die Menschen nicht verunsichern." Außerdem ließen sich
die Kosten nicht aliquot zu einer Bettenreduktion herunterfahren, da
es außerdem noch Fixkosten für Verwaltung, Gebäude, Abschreibungen
oder Personal gebe. Ferner beruhe die Berechnung auch auf dem
falschen Ansatz von den Gesamtkosten der Spitäler auszugehen und
nicht nur deren stationärer Akut-Einrichtungen.

Dorner bedauert, dass Berechnungen der Gesundheitsökonomie derzeit
ausschließlich auf der Basis internationaler Kennzahlvergleiche
erfolgen, da es valide Daten zum österreichischen Gesundheitssystem
nicht gibt. "Österreich lässt sich aber nicht mit Ländern
vergleichen, in denen völlig andere Strukturen im Gesundheitssystem
existieren wie etwa der Türkei, Rumänien oder Bulgarien. Darüber muss
man doch nachdenken, wenn man derartige Äußerungen macht", so der
ÖÄK-Präsident abschließend.

Rückfragehinweis:
Pressestelle der
Österreichischen Ärztekammer
Tel.: (++43-1) 513 18 33

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