- 02.08.2007, 10:26:24
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Gesundheitspolitik: Niedergelassene Ärzte und Spitalsärzte kritisieren Leitl
Mayer und Wawrowsky: "Negativkampagne der Wirtschaftskammer gegen gutes Gesundheitssystem völlig unbegründet"
Wien (OTS) - Kritik an den Milliarden-Sparplänen von
Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl im Gesundheitswesen kommt
heute von den Obleuten der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte und
Bundeskurie Angestellte Ärzte und Vize-Präsidenenten der
Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Günther Wawrowsky und Harald
Mayer. Die beiden Ärztevertreter forderten den
Wirtschaftskammerpräsidenten dazu auf, seine sommerliche
"Negativkampagne" gegen das österreichische Gesundheitswesen umgehend
einzustellen. Diese Art "durchsichtiger Stimmungsmache" sei völlig
unbegründet: Tatsächlich weise Österreichs Gesundheitssystem die
höchsten Zufriedenheitswerte von Patientinnen und Patienten in der
gesamten EU auf, erinnerten die Kurienvertreter und Vize-Präsidenten
in einer Aussendung am Donnerstag.
Bei dem genannten Einsparvolumen von zwei Milliarden Euro handle es
sich um "fiktive Zahlenspielereien", kritisierte der Vertreter der
österreichischen Spitalsärzte, Harald Mayer. Krankenhäuser müssten
zwar wirtschaftlich geführt werden, seien aber keine
Wirtschaftsbetriebe im eigentlichen Sinn, sondern erfüllten einen
gemeinnützigen Versorgungsauftrag. "Die Wirtschaftskammer soll sich
um den Wirtschaftsstandort Österreich kümmern. Dafür ist sie da. Das
Gesundheitswesen ist als Spielwiese für Theoretiker aus der
Wirtschaft nicht geeignet", so Mayer.
Die Behauptung Leitls, jedem Kranken werde im österreichischen
Gesundheitswesen "überall der Bauchladen" angeboten, sei im Übrigen
"am Rande der Diffamierung und verdreht die Realität", ergänzte
Wawrowsky als Obmann der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte. Die
österreichische Ärzteschaft lasse sich von medizinischen und
gesundheitspolitischen Laien keine Basar-Mentalität unterstellen.
Leitl - auch Obmann der Sozialversicherung der Gewerblichen
Wirtschaft - belaste so das Klima der anstehenden
Vertragsverhandlungen bereits im Vorfeld massiv.
Die Behauptung es gebe zu viele Doppeluntersuchungen, an denen man
sparen könne, sei im Übrigen bislang durch keine Studie belegt. "Es
gibt keine einzige Untersuchung, die hierzu durchgeführt wurde und
diesen Vorwurf rechtfertigen würde. Lediglich in Vorarlberg wurde im
Rahmen eines Projekts analysiert, ob es Doppeluntersuchungen wirklich
gibt. Ergebnis: Die meisten so genannten Mehrfachuntersuchungen waren
medizinisch gerechtfertigt und dienten der Sicherheit der Patienten.
Damit waren es keine Doppeluntersuchungen, sondern wichtige Schritte
zur diagnostischen Absicherung, auf die sicher auch Leitl als Patient
ungern verzichten würde", schloss Wawrowsky.
Rückfragehinweis:
Pressestelle der
Österreichischen Ärztekammer
Tel.: (++43-1) 513 18 33
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