- 25.07.2007, 12:56:58
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Leitl-Vorschlag verschärft die Probleme von Frauen auf dem Arbeitsmarkt
Linz (OTS) - Eine klare Abfuhr erteilt AK-Präsident Dr. Johann
Kalliauer dem Vorschlag von WK-Präsident Leitl. Dieser will die
Mindestverfügbarkeit von arbeitslosen Personen mit
Kinderbetreuungspflichten auf dem Arbeitsmarkt von 16 auf 20 Stunden
anheben. Die AK lädt die Wirtschaftskammer zu einer gemeinsamen
Sozialpartnerinitiative zum Ausbau der Betreuungsangebote ein.
Der Leitl-Vorschlag würde weder die Chancen der betroffenen Mütter
mit kleinen Kindern auf dem Arbeitsmarkt verbessern, noch den
Unternehmen bei der rascheren Besetzung der offenen Teilzeitstellen
helfen. "Die einzige Wirkung wäre, dass die Frauen aus dem Bezug des
Arbeitslosengeldes gedrängt werden", kritisiert der AK-Präsident.
Die derzeitige Reglung besagt, dass das Arbeitsmarktservice auf
Betreuungspflichten von arbeitsuchenden Menschen Rücksicht nehmen
muss, sofern diese dem Arbeitsmarkt zumindest für 16 Wochenstunden
zur Verfügung stehen. Stehen Betreuungsangebote mit längeren
Öffnungszeiten zur Verfügung, dürfen Mütter auch derzeit Stellen auch
mit mehr als 16 Stunden Arbeitszeit nicht sanktionslos ablehnen.
Genau daran scheitert es aber in den meisten Fällen. Viele Kin-
dergärten schließen bereits mittags ihre Pforten, und es ist es
für Mütter schon jetzt schwierig, eine Kinderbetreuung für dieses
Zeitausmaß zu organisieren. "Eine Anhebung der Mindestverfügbarkeit
würde gerade in Oberösterreich die bestehenden Probleme verschärfen",
sagt Kalliauer.
Eine gemeinsame Kraftanstrengung von AK und Wirtschaftskammer für
einen bedarfsgerechten Ausbau der Betreuungsangebote kann hingegen
tatsächlich die bestehenden Probleme lösen, womit Betrieben und
Müttern gleichermaßen geholfen wäre, so der AK-Präsident. Eine neue
Sora-Studie bringt nämlich deutlich zum Ausdruck, woran die Besetzung
von Teilzeitstellen in erster Linie scheitert: Die Mehrheit der
Betriebe sucht Teilzeitbeschäftigte auch für Nachmittags- und
Abendarbeit, was mit den Öffnungszeiten der bestehenden
Betreuungseinrichtungen kaum vereinbar ist.
In Oberösterreich besteht nach wie vor in 38 Prozent der Gemeinden
kein Angebot eines Mittagessens für Kindergartenkinder. Laut
Kinderbetreuungsatlas 2006 der AK haben 53 Prozent der Gemeinden kein
Angebot für die Betreuung von Volkschulkindern über Mittag oder gar
nachmittags. "Bei der Betreuung von Unter-Dreijährigen sind wir
inzwischen sogar Schlusslicht in ganz Österreich", zeigt Kalliauer
auf. Daher kann nur der zügige Lückenschluss bei der Kinderbetreuung
den Zugang von Frauen auf den Arbeitsmarkt erleichtern.
Kontakt: Mag. Dominik Bittendorfer, Tel. 050/6906-2191
E-Mail: [email protected]
Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich
Kommunikation
Tel.: (0732) 6906-2182
mailto:[email protected]
http://www.arbeiterkammer.com
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