• 19.07.2007, 14:34:16
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Initiative SuperEthanol gestartet - Aktionsprogramm wird umgesetzt

Rübenbauern, Agrana, Genol, Volvo, Saab und Ford beteiligt

Wien (AIZ) - Als Weiterführung des im April - unter der
Federführung von Bundesminister Josef Pröll - unterzeichneten
5-Punkte-Aktionsprogramms zur Forcierung von E85 als Treibstoff wurde
heute in Wien die Initiative SuperEthanol vorgestellt. Mit der
Vereinigung "Die Rübenbauern", Agrana, Genol, Saab, Volvo und Ford
ist auch dabei die gesamte Wertschöpfungskette - von den
Rohstoffproduzenten, über die Verarbeitungsindustrie bis zu
Tankstellen und Fahrzeugherstellern - vertreten. "Das
5-Punkte-Aktionsprogramm soll kein Lippenbekenntnis bleiben, sondern
zügig umgesetzt werden", betonte der Vorstandsvorsitzende der Agrana,
Johann Marihart, heute bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Wien.
Die Initiative stehe für alle Partner offen, die heute vorgestellten
Teilnehmer seien lediglich der Anfang, so Marihart.

Gleich teuer bis billiger als Benzin

SuperEthanol E85, das - je nach Jahreszeit - zu 70 bis 85% aus
Bioethanol und zu 15 bis 30% aus Benzin besteht, befindet sich in
Österreich kurz vor der Markteinführung. Da es ab Oktober deutliche
steuerliche Vorteile gibt (Mineralölsteuer-Befreiung des
Bioethanol-Anteils), wird ab 01.10. in Österreich SuperEthanol
angeboten. Die Lagerhäuser, die unter der Marke Genol 500 Tankstellen
betreiben, nehmen dabei eine Vorreiterrolle ein und wollen noch heuer
E85 an rund 30 Tankstellen anbieten. Es wird erwartet, dass auch
einige andere Treibstoffanbieter Zapfsäulen umrüsten. SuperEthanol
wird - pro Liter gerechnet - deutlich billiger sein als herkömmliches
Benzin, allerdings muss man mehr tanken, um die gleiche Strecke
fahren zu können. Auf den reinen Energiegehalt bezogen, dürfte
SuperEthanol aber noch immer gleichteuer oder sogar etwas billiger
kommen, wie Hans Ledl, Marketing-Leiter von Genol, berichtete.

Höhere Endleistung des Motors

Zudem besticht SuperEthanol durch seine hohe Qualität. Wie
Bernhard Geringer vom Institut für Verbrennungskraftmaschinen und
Kraftfahrzeugbau der Technischen Universität Wien betonte, erlaube
die hohe Oktanzahl von Ethanol eine Wirkungssteigerung des Motors.
Das erzielbare Drehmoment sei über den gesamten Drehzahlbereich beim
Ethanolbetrieb höher, weshalb auch die Endleistung des Motors merkbar
ansteige. Die chemische Struktur von Ethanol habe jedoch darüber
hinaus das Potenzial einer Senkung bestimmter Schadstoffemissionen.

Positiv für Klima und Kyoto-Bilanz

Ein sehr wesentlicher Vorteil ist auch der generell positive
Beitrag zum Klimaschutz und zu Österreichs Kyoto-Bilanz. Die
CO2-Emissionen aus dem Auspuff, die vom Bioethanolanteil stammen,
sind als CO2-neutral anzusehen. Wie Rübenbauern-Präsident Ernst
Karpfinger betonte, komme die positive Kohlendioxid-Bilanz vor allem
daher, dass die Zuckerrübe als Pflanze bedeutende Mengen an CO2
aufnehme und im Gegenzug wieder Sauerstoff (O2) abgebe.

Positive Wertschöpfungseffekte für unser Land

Doch auch die positiven Wertschöpfungseffekte in unserem Land
stellen einen erheblichen Vorteil des SuperEthanol-Einsatzes dar. Wie
Karpfinger betonte, ist die Bioethanol-Produktion eine gute
Möglichkeit, etwaige Überschüsse bei Getreide und Zucker - verursacht
durch die EU-Zuckermarktreform - abzubauen. Weiters werde auch die
Importnotwendigkeit bei Eiweißfuttermitteln deutlich vermindert, da
bei der Erzeugung als Nebenprodukt DDGS (dried distiller’s grain with
solubles) entsteht. Laut Karpfinger wird die österreichische
Landwirtschaft - beispielsweise dank der geplanten Herabsetzung der
obligatorischen Flächenstilllegung auf 0% - in der Lage sein,
ausreichend Rohstoffe sowohl für den Energie- und als auch den
Nahrungsmittelbereich zu produzieren.

Auch der jüngsten Panikmache, dass durch steigende Getreidepreise
Brot nicht mehr leistbar sein wird, erteilte Karpfinger eine Absage.
Die steigenden Getreidepreise seien in erster Linie auf den Abbau der
Weltlagerbestände infolge geringer Ernten und nicht auf die steigende
Nachfrage nach Energiegetreide zurückzuführen. Der
Getreidepreisanteil beim Brot mache außerdem nur etwa 5% des gesamten
Brotpreises aus. Weizen (75%), Mais (15%) und Zuckerrübendicksaft
(10%) - überwiegend aus heimischer Produktion - werden ab Oktober
dieses Jahres in der Agrana-Anlage in Pischelsdorf, Niederösterreich,
zu bis zu 240.000 m3 Bioethanol jährlich verarbeitet. Die Rübenbauern
sind an der Anlage zu 25,1% beteiligt.

Adaptierung des alten Autos oder neues FlexiFuel-Fahrzeug

Um SuperEthanol - und auch weiterhin herkömmliches Benzin - tanken
zu können, sind entweder spezielle Adaptierungen der Benzin-Autos
nötig oder man wählt beim Neuerwerb ein sogenanntes
FlexiFuel-Fahrzeug. Die Hersteller Saab (General Motors), Volvo und
Ford führen bereits diverse Modelle. Um SuperEthanol die
Markteinführung zu erleichtern, werden bis Ende des Jahres spezielle
Vergünstigungen angeboten. Ein Ziel der Initiative ist es, dass die
Österreicher bis 2010 mindestens 50.000 SuperEthanol-taugliche
Fahrzeuge in den Verkehr bringen.
(Schluss) leith

Rückfragehinweis:
AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst
Tel: 01/533-18-43, mailto:[email protected]
http://www.aiz.info
FAX: (01) 535-04-38

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